Iran: Mullah-Regime könnte laut Experte am 15. März fallen

Dominik Neuhaus
Dominik Neuhaus

Iran,

Die Proteste im Iran haben an Intensität verloren. Ein Islamwissenschaftler glaubt dennoch nicht, dass sich das Mullah-Regime an der Macht halten kann.

Iran
Im Iran kommt es seit Wochen zu massiven Protesten gegen die autoritäre Führung des Landes. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran erlebte zuletzt eine der grössten Protestwellen der letzten Jahre.
  • Mittlerweile hat der Widerstand gegen das autoritäre Regime an Dynamik verloren.
  • Ein Experte glaubt, dass das Regime bis zum 15. März gestürzt werden könnte.

Ende Dezember löste eine schwere Wirtschaftskrise im Iran eine der grössten Protestwellen seit Jahren aus. Im ganzen Land gingen Menschen zu Tausenden auf die Strasse. Der Protest schlug rasch in Wut auf die autoritäre, theokratische Führung des Landes um.

Das regierende Mullah-Regime antwortete mit beispielloser Gewalt, um die Proteste niederzuschlagen. Laut der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights tötete der Staatsapparat bereits über 3400 Demonstrierende. Es dürfte aber eine hohe Dunkelziffer geben.

Weitere über 18'000 Menschen wurden gemäss der US-Organisation HRANA festgenommen. Ihnen droht im schlimmsten Fall die Todesstrafe. «Das Regime hat die Beziehungen zum Volk gekappt», sagt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze gegenüber dem «Tagesanzeiger».

In den letzten Tagen haben sich die Proteste zunehmend abgeschwächt. Schulze glaubt dennoch, dass die Tage des Mullah-Regimes demnächst gezählt sind. Der 72-Jährige nennt den 15. März als mögliches Ende der Islamischen Republik, die seit der Revolution 1979 besteht.

Islamwissenschaftler: «Irgendwann sind die Geldautomaten leer»

Der Experte vermutet, dass dem Regime in Teheran schon bald das Geld ausgehen könnte. Die EU habe mit ihrer strengen Sanktionspolitik dazu beigetragen, dass es erhebliche Risse im System gebe. «Irgendwann sind die Geldautomaten leer, dann gibt es nichts mehr», ist der emeritierte Professor überzeugt.

Dieses ökonomische Desaster könne die Regierung nicht mehr abwenden. «Irgendwann endet die Agonie und das Regime bricht zusammen. Vielleicht bis zum 15. März – aber das sind natürlich reine Mutmassungen.»

Wird das Mullah-Regime im Iran gestürzt?

Reinhard Schulze bekräftigt auch, dass das Momentum der Proteste «ganz bestimmt nicht» vorbei sei. Er sieht vor allem in den Gebieten, in denen viele Minderheiten leben, «immer noch eine starke Mobilisierung».

«50 Prozent der iranischen Bevölkerung zählen zu Minderheiten», betont der Professor. «Sie spielen in der Mobilisierung eine Vorreiterrolle.» Auch das Regime scheint weiterhin eine Aufstandsbewegung zu fürchten. Man sehe das daran, dass die Führung die Internetblockade bis Mitte März fortsetzen wolle, so Schulze.

Kommentare

User #3051 (nicht angemeldet)

Daumen drücken. Wäre zu schön

User #5844 (nicht angemeldet)

Experte??? Für was? Bratwurscht?

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a
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