Gaza: «Wir stehen stundenlang Schlange für ein Stück Brot»

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Palestina,

In Gaza kämpfen Familien wie Mariam al-Scheikh und Um Khaled täglich darum, ihre Kinder zu ernähren. Oft gibt es nur wenig oder gar kein Essen.

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US werden laut dem Staatssekretär im Aussenministerium Gaza auf einem gesonderten Weg behandeln. (Archivbild, Gazastreifen) - keystone

Nachts hört Mariam al-Scheikh das jüngste ihrer drei Kinder vor Hunger weinen – doch die 34-Jährige aus der Stadt Gaza kann nichts tun. Ihren Kindern etwas zu essen zu beschaffen, sei ein täglicher Kampf, berichtet sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Sie sei oft stundenlang auf der Suche nach Brot oder Lebensmittelkonserven. «An manchen Tagen kann ich nur ein kleines Brot und eine Tomate finden, um sie zwischen drei Kindern zu teilen», klagt sie. «Früher haben wir die Mahlzeiten gemeinsam gekocht. Nun essen wir, was aufzutreiben ist – und manchmal überhaupt nichts.»

Auch die 58 Jahre alte Um Khaled, die nach ihrer Flucht in einer Schule Zuflucht gefunden hat, schildert die Schwierigkeiten, das Nötigste zum Leben zu finden. «Wir stehen stundenlang Schlange für ein Stück Brot», erzählt die mehrfache Grossmutter.

«Manchmal gibt es kein Brot, nur Reis und Linsen, und selbst davon nicht für alle Kinder.». Ihre Enkelkinder würden gerne Obst essen. «Ich Sage ihnen, vielleicht gibt es morgen etwas. Aber hier gibt es kein morgen.»

Ein einziger Kreislauf von Warteschlangen

Der 22 Jahre alte Student Ahmed Nasser sagt, sein Leben sei ein einziger Kreislauf von Warteschlangen geworden. Manchmal warte er einen halben Tag, bloss um eine einzige Flasche mit Trinkwasser auffüllen zu können. «Die Menschen überleben von Tee, Brot und manchmal Reis», berichtet er. «Ich sehe Mütter, die um Milch für ihre Babys betteln. Das ist kein Leben.»

Die Menschen in Gaza befürchten, dass alles noch schlimmer wird, wenn Israel den Plan zur Einnahme der Stadt umsetzt. «Wenn die Soldaten kommen, wo können wir uns verstecken?», fragt Um Khaled. «Es sind keine sicheren Orte übrig.»

«Wie viel mehr kann die Stadt ertragen?», fragt sich auch Ahmed Nasser, für den der Anblick von Ruinen und der Geruch von Rauch über den Trümmern Alltag geworden ist. «Es sieht jetzt schon aus, als ob sie vom Boden verschlungen worden sei.»

Auch Mariam Al-Scheikhs Kinder fragen immer wieder, ob nun Soldaten in ihre Strasse kommen. «Meine Kinder kennen das Geräusch jeder Waffe – von Drohnen, Flugzeugen und Panzern», sagt sie über den Krieg, der für ihre Kinder Alltag geworden ist. «Kein Kind sollte so etwas kennen.»

Kommentare

User #3846 (nicht angemeldet)

Menschen Hungern in Gaza, westliche Werte lachen sich kaputt. Widerlich

User #2290 (nicht angemeldet)

Viele Jakobiner heute hier unterwegs!

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