EDA holt Tausende Schweizer vor Ort nicht nach Hause
Der Krieg im Nahen Osten hat direkte Folgen für Reisende: In Dubai und der Golfregion sitzen Touristen fest. Das Wichtigste liest du im Nau.ch-Ticker.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Wegen der Angriffe sind grosse Teile des Luftraums in Nahost gesperrt, Reisende stranden.
- Die Emirate übernehmen Hotel- und Verpflegungskosten für betroffene Passagiere.
- Das EDA meldet keine verletzten Schweizer, warnt aber vor anhaltenden Einschränkungen.
Die Eskalation im Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA trifft auch die zivile Luftfahrt: In Dubai sitzen tausende Reisende fest, nachdem der Luftraum in weiten Teilen der Golfregion gesperrt wurde. Auch Kreuzfahrten sind betroffen.
Bei iranischen Vergeltungsangriffen wurden am Flughafen Dubai sowie in der Nähe des Luxushotels Burj Al Arab Schäden gemeldet. Der Flugbetrieb musste zeitweise eingestellt werden.
Mehrere Airlines setzten ihre Verbindungen aus, auch Crews und Passagiere – darunter Schweizer Reisende – strandeten vor Ort.
Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten an, für betroffene Touristen Unterkunft und Verpflegung zu übernehmen, bis eine Weiterreise wieder möglich ist.

Mit dem Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden:
EDA lässt Schweizer in der Golfregion schmoren
13.19: Am Montagmittag hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) über die Lage der Schweizer im Nahen Osten informiert.
Tausende Schweizerinnen und Schweizer würden aktuell feststecken, hiess es an der Pressekonferenz des EDA. Rund 4000 Personen aus der Schweiz seien auf der App als in der Region gestrandet registriert. Glück im Unglück: Verletzte oder gar getötete Schweizer gebe es nach aktuellem Kenntnisstand keine.

«Das Bedürfnis ist gross, dass die Leute heimreisen können», erklärte Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion. Doch man könne nur mit den Mitteln arbeiten, die zur Verfügung stünden.
Das EDA verfüge über kein Transportflugzeug und könne die Schweizer nicht einfach heimholen wie andere Länder. Aber: «Wir stehen mit der Swiss in Kontakt. Wenn sich der Luftraum wieder öffnet, haben die Leute die Möglichkeit, nach Hause zu fliegen.»
Auf die Frage, ob das EDA zu spärlich vor der Krisensituation im Nahen Osten gewarnt habe, erklärt Jenni: «Man wusste nicht, dass der Angriff kommt.» Zudem habe man auf den Reisehinweisen sehr wohl davor gewarnt, dass es zu einer Krise kommen könnte.
Touristen stecken in Katar auf Kreuzfahrtschiff fest
09.00: Rund 5000 mehrheitlich deutsche Touristinnen und Touristen stecken in Katar auf zwei Kreuzfahrtschiffen fest. Das berichtet «Focus».
Grund dafür sind iranische Drohnenangriffe auf Abu Dhabi und Einschläge nahe der Kreuzfahrtschiffe. Die Lage an Bord sei angespannt, berichtet eine Touristin vor Ort.

«Gestern Abend wurden viele Drohnen abgewehrt. Viele hatten und haben Angst.» Die Situation sei einschüchternd, viele Passagiere fühlten sich «hilflos» und «allein gelassen».
Aktuell gelten an Bord strikte Regeln. Die Passagiere dürfen die Kreuzfahrtschiffe nicht verlassen. Zudem sei es den Reisenden untersagt, ihre privaten Balkons zu nutzen.
Gegenüber «Focus» fasst eine Passagierin zusammen: «Es ist wie ein Gefängnis.»
Neue Explosionen in Dubai
06.52: Ein CNN-Reporter melden neue Explosionen in Dubai, Abu Dhabi und Doha. In Dubai sollen zudem Jets zu hören gewesen sein.
Derweil heulen in Bahrain die Sirenen. Die Menschen werden angewiesen, sich in Sicherheit zu begeben und Ruhe zu bewahren.
Hotelgäste in Dubai übernachten in Garage
06.00: Die Gäste eines benachbarten Hotels des getroffenen Fairmont in Dubai müssen nach den iranischen Raketenangriffen in der Tiefgarage ausharren.
Ein deutscher Tourist berichtet gegenüber «Nonstop News» von dramatischen Stunden am Samstag. Es seien Detonationen von Abwehrraketen zu hören gewesen, schliesslich gab es eine Erschütterung, wohl durch einen Einschlag oder einen Trümmerfall.

Etwa 50 Gäste seien in der Folge in die Tiefgarage gebracht worden, die nun als Schutzraum genutzt werde. «Wir haben die Sonnenliegen von draussen nach innen geholt, um hier schlafen zu können», zitiert «Nonstop News» den Touristen. Es herrsche Ungewissheit.
EDA: Keine Kenntnis von verletzten Schweizern
05.30: Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat am Sonntagnachmittag bekanntgegeben, dass es bislang keine Kenntnis habe von verletzten oder getöteten Schweizer Staatsangehörigen.
Es bestätigt jedoch, dass mehrere Personen wegen der Einschränkungen im Flugverkehr nicht ausreisen können.

Über die Helpline seien bereits mehr als 300 Anfragen eingegangen, die Kapazitäten wurden aufgestockt. Das Ministerium habe dessen Kapazitäten deshalb aufgestockt.
Sie stünden ausserdem in Kontakt mit denjenigen Schweizerinnen und Schweizern, die aufgrund von Einschränkungen im Luftverkehr die Region nicht verlassen können. Diese würden «im Rahmen der Möglichkeiten» unterstützt.
00:00 / 00:00
Organisierte Evakuierungen sind derzeit nicht vorgesehen; Betroffene sollen verfügbare kommerzielle Verbindungen nutzen und den Anweisungen der lokalen Behörden folgen. Die Schweiz ruft alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zur Deeskalation auf.
Nach Einschätzung des Touring Club Schweiz könnten weltweit rund 1500 Schweizerinnen und Schweizer von den Reiseunterbrüchen betroffen sein. Gleichzeitig verlängerte die Fluggesellschaft Swiss ihre Aussetzung der Flüge nach Dubai und Tel Aviv, während zahlreiche Airlines die Region weiterhin meiden.
















