Normalerweise verurteilt die Black-Lives-Matter-Bewegung jegliche Polizeigewalt. Mit einem Statement stellt sie sich jedoch hinter das Regime von Kuba.
Kuba
Zahlreiche Kubaner gehen in diesen Tagen gegen die Regierung unter Miguel Díaz-Canel demonstrieren. Black Lives Matter hat dazu ein viel kritisiertes Statement veröffentlicht. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Derzeit herrschen in Kuba Massenproteste gegen die sozialistische Regierung.
  • Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat mit einem Statement dazu für Kritik gesorgt.
  • So stellt sie nur die USA als Ursache des Konfliktes an den Pranger.

Im Karibikstaat Kuba laufen derzeit Massenproteste gegen die sozialistische Regierung. Tausende Kubaner demonstrieren für Freiheit, gegen Unterdrückung und Mangelwirtschaft. Über 5000 Menschen wurden dabei schon von der Polizei teils willkürlich festgenommen.

Wie Videos zeigen, gehen dabei die Sicherheitskräfte mit äusserst brutalen Mitteln gegen die Demonstranten vor. Viele Informationen dringen jedoch nicht an die Öffentlichkeit, denn die Regierung unter Machthaber Miguel Díaz-Canel schränkt den Internetzugang ein.

Demonstranten am Sonntag in Havanna
Demonstranten am Sonntag in Havanna
Kuba
Polizisten in Zivil halten einen regierungskritischen Demonstranten während einer Demonstration in Havanna, Kuba, fest.
Kuba
Regierungsanhänger versammeln sich am Denkmal von Maximo Gomez in Havanna, Kuba, Sonntag, 11. Juli 2021.
Miguel Díaz-Canel während öffentlichen Gesprächen im April 2018.
Miguel Díaz-Canel während öffentlichen Gesprächen im April 2018.

Die Black-Lives-Matter-Protestbewegung hat sich am Donnerstag in einem öffentlichen Statement zu den Protesten geäussert und für Kritik gesorgt. Laut der Bewegung seien die USA für das Leid und der desolaten Wirtschaftslage verantwortlich und nicht die sozialistische Regierung.

Mit folgenden Worten beschönigt die BLM-Bewegung das unterdrückende Regime: Das Volk werde von der US-Regierung bestraft, weil das Land an «seinem Bekenntnis zu Souveränität und Selbstbestimmung» festgehalten habe.

BLM
BLM hat sich mit diesem Statement zum Kuba-Konflikt geäussert. - Instagram/@blklivesmatter

«Die Vereinigten Staaten haben jahrzehntelang versucht, diese Revolution zu zerschlagen», schreiben die Aktivisten weiter. Die US-Embargopolitik sei der «Kern der aktuellen Krise» und sei «sofort» aufzuheben.

Statement stösst auf harte Kritik

In den USA stösst dieses Statement auf harte Kritik. So schreibt etwa Odette Casamayor-Cisneros, Autorin und Professorin für romanische Sprachen, auf Twitter: «Ich bin selbst Kubanerin und zutiefst verletzt von der BLM-Erklärung. Sie sind blind und ungeschickt gegenüber den kubanischen Menschen, gegenüber ihren Forderungen.»

Finden Sie die Kritik an der BLM berechtigt?

Sie fragt sich: «Mit wem sind sie solidarisch?» Mit den Leuten auf der Strasse seien sie es sicher nicht, so Casamayor-Cisneros. Carlos Frías, Herausgeber der Zeitung «The Miami Herald» meint dazu: Die Erklärung der BLM zeige ein falsches Verständnis der Geschichte, der Geschichte eines lange unterdrückten kubanischen Volkes.

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