Neuer Fed-Chef Kevin Warsh tritt Amt an
Kevin Warsh übernimmt als neuer Chef die Spitze der Fed. Der 56-Jährige ist Trumps Wunschkandidat und hat einen Kurswechsel bei der Fed angekündigt.

Kevin Warsh tritt heute Freitag das Amt des Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an. Wie der «Stern» berichtet, folgt der 56-Jährige auf Jerome Powell, der acht Jahre lang an der Fed-Spitze stand.
Der US-Senat hatte Warsh am Mittwoch mit 54 zu 45 Stimmen für eine vierjährige Amtszeit bestätigt. Laut «finanzen.net» war dies «die knappste Bestätigungsmehrheit, die es je für einen US-Zentralbankchef gegeben hat».
Alle 11 demokratischen Senatoren stimmten gegen die Ernennung. Sie warnten vor politischem Einfluss auf die bislang unabhängige Notenbank.
Kevin Warsh kündigt als Fed-Chef Kurswechsel an
Warsh hat laut dem «Stern» einen Kurswechsel der Fed angekündigt und will die Bilanz der Notenbank verkleinern. Gleichzeitig sicherte er zu, die Unabhängigkeit der Institution gegen Einflussnahme aus dem Weissen Haus zu verteidigen.
Bei einer Anhörung im April bestritt Warsh laut «finanzen.net», dass Trump ihn zu bestimmten Zinsentscheidungen gedrängt habe. Vor dem Ausschuss erklärte er, er habe sich zu keiner Zinsentscheidung verpflichtet und sei dazu nie aufgefordert worden.
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete Warsh dennoch als mögliche «Marionette» Trumps, wie «finanzen.net» festhält. Warsh wies diesen Vorwurf klar zurück.
Finanzexperte mit steiler Karriere
Warsh studierte an der Elite-Universität Stanford und schloss 1995 sein Jurastudium an der Harvard Law School ab, wie «ZDFheute» schildert. Er arbeitete danach im Investmentbanking bei Morgan Stanley und war mit nur 35 Jahren bereits Fed-Gouverneur.

Warsh gilt als sogenannter «Inflation Hawk» und tendiert zu einer eher restriktiven Geldpolitik. Medienberichten zufolge zeigte er sich aber offen für niedrigere Leitzinsen.
Trump hatte wiederholt Druck auf die Fed ausgeübt und tiefere Zinsen gefordert. Warsh tritt nun sein Amt in einem spannungsgeladenen Umfeld zwischen Weissem Haus und Zentralbank an.












