Schweizer können mit Pfand-Trick bei Deutschen sparen
In Schweizer Rossmann-Filialen stehen Getränke mit deutschem Pfandlogo. Der Detailhändler bestätigt einen kuriosen Grenz-Deal.

Das Wichtigste in Kürze
- In Schweizer Rossmann-Filialen stehen Getränke mit deutschem Pfandlogo.
- Wer die Verpackung in Deutschland zurückgibt, erhält dort Pfand zurück.
- Rossmann sagt, die Pfandbeträge seien ordnungsgemäss bezahlt worden.
In Schweizer Filialen der Drogeriekette Rossmann steht derzeit ein kurioser Spar-Trick im Regal. Kundinnen und Kunden entdecken dort Getränke mit deutschem DPG-Pfandlogo.
DPG steht für «Deutsche Pfandsystem GmbH». Das Logo kennzeichnet Einwegflaschen und Dosen, auf die in Deutschland Pfand erhoben wird.
Auf der Schnäppchenplattform Preispirat wird daraus bereits ein kleiner Grenz-Deal gemacht. Die Idee: In der Schweiz kaufen, später in Deutschland zurückgeben und dort Pfand kassieren.
Preispirat rechnet Sparpreis vor
Auf Preispirat wird der Fund in der Rossmann-Filiale Bremgarten AG entsprechend gefeiert. Der Nutzer rechnet den vermeintlichen Deal gleich vor: Ein Energy-Drink der Rossmann-Eigenmarke koste in der Schweiz 45 Rappen.
Bei einer späteren Rückgabe in Deutschland gebe es rund 25 Cent Pfand zurück. Umgerechnet seien das etwa 23 Rappen.
Damit sinke der effektive Preis rechnerisch auf 22 Rappen pro Dose.
Auch bei Aktionen könne sich der Effekt zeigen.
Als weiteres Beispiel nennt der Beitrag eine 400-Milliliter-Flasche Fuze Tea. Diese kostet nach Aktion und Pfandrückgabe rechnerisch noch rund 72 Rappen.
Rossmann bestätigt das Pfand-Kuriosum
Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt Rossmann den Fall. Das Unternehmen erklärt, dass in den Schweizer Filialen nicht nur ein eigens für die Schweiz zusammengestelltes Sortiment verkauft werde.

«Als deutsches Unternehmen bieten wir in unseren Regalen auch Produkte aus dem deutschen Sortiment an», schreibt Rossmann.
Deshalb könne es vorkommen, «dass sich Flaschen mit dem deutschen DPG-Pfandlogo in Schweizer Filialen finden».
Pfand wurde laut Rossmann bezahlt
Ein Schaden für das deutsche Pfandsystem entsteht laut Rossmann dadurch nicht. Das Unternehmen betont, dass die fälligen Pfandbeträge in Deutschland bereits bezahlt worden seien.
Sollten solche Flaschen aus der Schweiz in Deutschland zurückgegeben werden, ist das laut Rossmann kein Problem.
Für Rossmann ist die Rückgabe offenbar sogar erwünscht. Wenn Kundinnen und Kunden die Flaschen in Deutschland wieder in den Recyclingkreislauf zurückführten, begrüsse man diesen «nachhaltigen Ansatz».
Ob die Getränke mit deutschem Pfandlogo dauerhaft in Schweizer Filialen erhältlich bleiben, lässt Rossmann offen. Für Schnäppchenjäger bleibt der kleine Grenz-Deal damit vorerst eine kuriose Spar-Möglichkeit.
Nutzer diskutieren über Aufwand
In den Kommentaren auf Preispirat wird der Trick mit viel Humor diskutiert. Ein Nutzer nennt es einen «richtigen Piratendeal», ein anderer warnt vor der Realität hinter dem vermeintlichen Schnäppchen.
Er habe schon Pfandflaschen monatelang im Auto herumgefahren, schreibt ein Nutzer. Am Ende sei der Aufwand oft grösser als der Ertrag.










