Parlament

    Australien verbietet Social Media für Unter-16-Jährige

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    Australien,

    Australien führt weltweit erstmals ein Gesetz ein, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien untersagt.

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    Der australische Premierminister Anthony Albanese gestikuliert während einer Pressekonferenz im Parlamentsgebäude in Canberra, Freitag, 29. November 2024. - keystone

    Das australische Parlament hat laut «SRF» ein Gesetz verabschiedet, das den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 16-Jährige verbietet. Dies gilt als eine der weltweit strengsten Massnahmen in diesem Bereich für Plattformen wie X, Tiktok, Instagram oder Facebook.

    Der Gesetzentwurf wurde von beiden Kammern des Parlaments mit grosser Mehrheit angenommen. Nur 19 Gegenstimmen gab es im Senat, wie die «Zeit» berichtet.

    Fast alle grossen Parteien unterstützten den Vorstoss von Premierminister Anthony Albanese.

    Umsetzung des Gesetzes und Strafen

    Die Tech-Unternehmen haben nun ein Jahr Zeit, um «angemessene Massnahmen» zu ergreifen. Bei Nichteinhaltung drohen Geldstrafen von bis zu 50 Millionen australischen Dollar (28,6 Millionen Franken).

    «Es geht darum, den Kindern eine Kindheit zu ermöglichen (...)», erklärte Albanese laut der «Tagesschau».

    social media
    Australien ist das erste Land der Welt, das eine Altersbeschränkung für Social Media einführt. (Symbolbild) - dpa

    Er kritisierte, dass soziale Medien junge Australier von «echten Freunden und echten Erfahrungen» fernhalten würden.

    Kritik an dem Gesetz

    Mehrere Plattformen verurteilten aber die Entscheidung als «übereilt» und äusserten «ernsthafte Bedenken» über mögliche «unbeabsichtigte Folgen».

    Auch einige Oppositionspolitiker bezeichneten das Gesetz als fehlerhaft.

    Technische Umsetzung unklar

    Wie genau die Altersüberprüfung umgesetzt werden soll, bleibt jedoch unklar.

    Denkbar sind aber Methoden wie Gesichtserkennung, staatliche Identifikation oder Verifikation durch Drittanbieter.

    social media stralien
    «Wir wissen, dass soziale Medien sozialen Schaden anrichten,» sagt Anthony Albanese, Australiens Premierminister. (Archivbild) - Brian Cassey/AAP/dpa

    Tama Leaver, Professorin für Internetstudien, warnt: Es wäre «absolut schrecklich, da sie mit Blick auf die sichere Aufbewahrung persönlicher Daten bisher eine ziemlich schlechte Bilanz haben».

    Reaktionen der Jugendlichen

    Junge Australier äussern bereits ihre Absicht, das Verbot zu umgehen.

    Der 12-jährige Angus Lydom sagte der Nachrichtenagentur AFP:

    «Ich würde soziale Netzwerke gerne weiterhin nutzen, es wäre komisch, wenn ich (...) nicht mit meinen Freunden reden könnte, wenn ich zu Hause bin».

    Internationale Entwicklungen

    Auch andere Länder erwägen ähnliche Einschränkungen. In Spanien wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, um den Zugang von Personen unter 16 Jahren zu sozialen Netzwerken zu verbieten.

    Findest du diese Entwicklung sinnvoll?

    In Grossbritannien wird ebenfalls über ein Mindestalter von 16 Jahren nachgedacht, so laut der «Zeit». Einige Plattformen wie WhatsApp und Youtube, die Teenager für ihre Hausaufgaben benötigen könnten, sollen aber von der Regelung ausgenommen werden.

    Experten empfehlen zudem die Einführung von Programmen, die Kindern beibringen, «kritisch» über Online-Inhalte nachzudenken, wie «SRF» berichtet.

    Kommentare

    User #1979 (nicht angemeldet)

    ojee :) das wird heiter...

    User #3662 (nicht angemeldet)

    An und während der Schule wäre ein komplettes Handy-Verbot für Minderjährige sinnvoll. Während der Freizeit und Zuhause liegt es eigentlich in der Verantwortung der Eltern und nicht des Staates...

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