WM-Zoff: Nato meidet Fussball-Thema, um Trump nicht zu verärgern
Nach Belgiens 4:1-Sieg wollte offenbar niemand den US-Präsidenten reizen. Belgiens Premierminister konnte sich dennoch einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nato-Spitzen sollen Trump nicht auf die US-WM-Niederlage angesprochen haben.
- Belgien hatte die USA zuvor deutlich mit 4:1 aus dem Turnier geworfen.
- Belgiens Premierminister fürchtete, Trump könnte auf die Niederlage gereizt reagieren.
Die Nato-Staats- und Regierungschefs sollen sich informell darauf geeinigt haben, Donald Trump nicht auf die Fussball-WM anzusprechen.
Wie der «Guardian» berichtet, fürchteten sie, den US-Präsidenten beim wichtigen Nato-Gipfel in Ankara zu verärgern.
Hintergrund ist Belgiens 4:1-Sieg gegen die USA. Der belgische Premierminister Bart De Wever sagte vor einem Treffen mit Trump: Dieser habe den Ruf, auf Dinge, die ihm nicht gefielen, «manchmal etwas gereizt» zu reagieren. Die Niederlage werde ihn wohl hart treffen.
Der Gipfel fand kurz nach der Kontroverse um US-Stürmer Folarin Balogun statt.
Trump hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino gebeten, eine Rote Karte gegen Balogun überprüfen zu lassen. Die Fifa setzte die Sperre später zur Bewährung aus, sodass Balogun gegen Belgien spielen konnte.
De Wever spielt auf Balogun-Rot an
De Wever sagte, in Ankara hätten ihm viele zum Sieg der belgischen Nationalmannschaft gratuliert. «Natürlich ist auch die unterlegene Partei anwesend. Das ist zufällig auch der grösste Partner in der Nato», sagte er.
Später konnte sich De Wever einen Seitenhieb nicht verkneifen. Mit Blick auf geplante Nato-Militärhilfe für die Ukraine sagte er, dies sei auch eine starke «Rote Karte» an Putin. «Eine Rote Karte kann man nicht einfach zurücknehmen. Das weiss man.»
Trump hat sich bisher nicht zur Niederlage der USA geäussert. Während des Spiels hatten mehrere belgische Spieler nach dem vierten Tor seinen bekannten Tanzschritt nachgeahmt.
Auch der britische Premierminister Keir Starmer scherzte am Rande des Gipfels über Fussball. Vor Englands Viertelfinalspiel sagte er zu seinem norwegischen Amtskollegen Jonas Gahr Støre, England gewinne die WM «nur unter Labour-Regierungen».





















