Trump beim Nato-Gipfel zwischen Attacke und Einigkeit
Beim Nato-Gipfel in Ankara wettert Trump gegen Verbündete und erklärt den Iran-Deal für beendet – um am Ende Einigkeit zu beschwören.

Scharfe Kritik an Verbündeten, ein erneuerter Griff nach Grönland und das Ende des Iran-Abkommens: US-Präsident Donald Trump sorgte beim Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt für einen turbulenten Auftakt. Die Abschlussrede klang dann jedoch überraschend versöhnlich, wie die «ZDFheute» berichtet.
Besonders Spanien geriet ins Visier von Trump, der das Land als «furchtbaren Partner» bezeichnete. Madrid verweigert den USA die Nutzung von Militärbasen und lehnt das Nato-Fünfprozentziel für Verteidigungsausgaben ab.
Auch Deutschland und andere Verbündete zählte Trump zu jenen Staaten, welche die USA im Stich gelassen hätten. Gleichzeitig bekräftigte er beim Nato-Gipfel seinen Anspruch auf Grönland, das zum Königreich Dänemark – einem weiteren Nato-Partner – gehört.
Rutte widerspricht Trump offen
Sogar Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der für sein Entgegenkommen gegenüber Trump bekannt ist, widersprach ihm diesmal öffentlich. Rutte verwies darauf, dass rund 5000 Flüge zur Unterstützung der US-Offensive gegen Iran von europäischen Militärstützpunkten starteten, wie «ZDFheute» berichtet.
Beim Iran verschärfte Trump den Ton deutlich: «Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum», zitiert ihn «ZDFheute».
In der Nacht vor dem Nato-Gipfel hatte das US-Militär Dutzende Ziele im Iran bombardiert. Viele europäische Verbündete kritisierten den US-Krieg gegen Iran, teilen aber das Ziel, den Iran an der Atomwaffenproduktion zu hindern.
Trump teilt beim Nato-Gipfel aus und lobt dann die Allianz
Laut Teilnehmerkreisen verlief die interne Arbeitssitzung beim Nato-Gipfel in einem «gewissen Kontrast» zum öffentlichen Auftritt Trumps. Die Aussprache sei «ruhig, konzentriert und in keiner Weise vorwurfsvoll» verlaufen, berichtet «T-Online».
Trump soll intern ausdrücklich Ruttes Verdienst gewürdigt haben, das Bündnis durch konstanten Druck zur Modernisierung angetrieben zu haben. Weder Grönland noch Spanien seien hinter verschlossenen Türen Thema gewesen.
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich in seiner Gipfelbilanz sehr zufrieden, wie «ZDFheute» berichtet. Er sprach von einem neuen «Geist von Ankara» und einer «neuen Nato», in der die Europäer mehr Verantwortung übernähmen.
Starkes Signal für die Ukraine
Trumps Auftritt beim Nato-Gipfel verdeutlichte laut «SRF», dass die USA und Europa geopolitisch teils ganz unterschiedliche Prioritäten haben. Die Konsequenz daraus sei klar: Die Nato müsse europäischer werden.

In einem Punkt zeigte die Allianz beim Nato-Gipfel klare Geschlossenheit: bei der Unterstützung der Ukraine. In der Abschlusserklärung stellen sich alle 32 Alliierten gemeinsam hinter Kiew und bestätigen die Gültigkeit von Artikel 5, berichtet «ZDFheute».
Trump stellte beim Nato-Gipfel in Aussicht, dass die Ukraine künftig Patriot-Raketen selbst bauen dürfe. Die finanzielle Unterstützung für Kiew müssen jedoch die Europäer und Kanada allein tragen.
















