USA werfen Dutzenden Funktionären aus Mittelamerika Korruption vor
Die US-Regierung hat 55 aktuellen und früheren hochrangigen Beamten in Mittelamerika vorgeworfen, korrupt oder undemokratisch zu sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Die US-Regierung wirft 55 hochrangigen Beamten Korruption vor.
- Sie alle stammen aus Honduras, El Salvador oder Guatemala.
- Aus diesen Ländern stammen auch die meisten Einwanderer, die illegal in die USA gelangen.
Die US-Regierung hat 55 aktuellen und früheren hochrangigen Beamten in Mittelamerika vorgeworfen, korrupt oder undemokratisch zu sein. Die in einer Liste genannten Personen aus Honduras, Guatemala und El Salvador dürfen nicht in die USA einreisen, wie das US-Aussenministerium am Donnerstag mitteilte.
Darunter sind der honduranische Ex-Präsident Porfirio Lobo, Guatemalas früherer Präsident Álvaro Colom, El Salvadors Arbeitsminister sowie zahlreiche derzeitige und ehemalige Parlamentsabgeordnete und Ex-Minister aus den drei Ländern.
180'000 Migranten im März
Alle von ihnen hätten entweder aktiv demokratische Prozesse oder Institutionen untergraben, hätten sich der Korruption schuldig gemacht oder Korruptionsermittlungen behindert. Bei der Liste handelt es sich laut US-Aussenministerium um einen Bericht an die Auswärtigen und Rechtsausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus.

Aus den drei Ländern stammt ein Grossteil der Menschen, die versuchen, über Mexiko unerlaubt in die USA einzureisen. Im Mai griff der US-Grenzschutz nach eigenen Angaben mehr als 180'000 Migranten nach illegalem Übertritt der Südgrenze auf - so viele wie seit gut 20 Jahren nicht mehr.
US-Präsident Joe Biden hat seine Stellvertreterin Kamala Harris damit betraut, die illegale Migration durch Bekämpfung der Fluchtursachen in Mittelamerika einzudämmen. Bei ihrer ersten Auslandsreise im Amt Anfang Juni betonte sie in Guatemala unter anderem den Kampf gegen die Korruption.