US-Expertengremium prüft Zusammenhang von Herzmuskelentzündungen und Corona-Impfung

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USA,

Nach dem Auftreten hunderter Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Vakzin prüft ein Expertengremium in den USA die möglichen Zusammenhänge.

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Das Logo der US-Gesundheitsbehörde CDC. - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Datenauswertung soll Risikoeinschätzung bei jungen Menschen erleichtern.

Für Mittwoch wurde ein Treffen des Ausschusses angesetzt, der von der US-Gesundheitsbehörde CDC eingesetzt wurde. Die Experten gehen dem Verdacht nach, dass die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können.

Dazu werten sie Daten zu 300 bestätigten Myokarditis-Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die kurz zuvor mit einem mRNA-Vakzin gegen Corona geimpft worden waren. Als erstes Land hatte Israel einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und der Impfung festgestellt.

CDC-Chefin Rochelle Walensky hatte vergangene Woche erklärt, diese Fälle seien «selten» und «die grosse Mehrheit» der Betroffenen habe sich «mit Ruhe und unterstützender Behandlung wieder vollständig erholt». Gut 300 solcher Fälle bei rund 20 Millionen geimpften Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den USA ist vergleichsweise keine hohe Zahl - aber doch wohl höher, als bei dieser Altersgruppe zu erwarten wäre.

Bei einem Treffen der US-Arzneimittelbehörde FDA zu dem Thema war vor knapp zwei Wochen festgestellt worden, dass die meisten Fälle bei jungen Männern und binnen einer Woche nach der zweiten Impfdosis aufgetreten waren. Dem Expertengremium der CDC liegen nun noch aktuellere Daten vor. Ausserdem wurden die Angaben unabhängig überprüft.

«Ich bin besorgt, aber ich betone, dass Ursache und Wirkung noch nicht festgestellt wurden», sagte der Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten bei Kindern am Cohen Children's Medical Center, Lorry Rubin, der Nachrichtenagentur AFP. Seine Klinik in New York habe auch ein paar Fälle von jungen männlichen Patienten behandelt, die einen oder zwei Tage nach einer mRNA-Impfung Brustschmerzen entwickelt hätten. Die Infektionen seien aber «relativ leicht» gewesen und schon nach wenigen Tagen mit Medikamenten wie Ibuprofen überwunden worden.

Da Kinder deutlich seltener schwer an Covid-19 erkranken, sind Corona-Impfungen bei dieser Altersgruppe ohnehin umstritten. Rubin wies allerdings darauf hin, dass in den USA seit Pandemiebeginn mehr als 3000 Kinder wegen Covid-19 ins Krankenhaus mussten und mehr als 300 gestorben seien. Die Zahl der Todesopfer bei Patienten unter 30 Jahren beträgt demnach etwa 2700. Insgesamt wurden in den USA bereits mehr als 602.000 Corona-Tote registriert.

Das Mittel von Biontech/Pfizer ist in den USA bislang der einzige Corona-Impfstoff, der auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Das Vakzin von Moderna hat eine Zulassung ab 18 Jahren.

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