Unhöflich zum Fahrer? Duolingo-Chef testet Bewerber schon im Taxi
Beim Chef der Sprachlern-App Duolingo beginnt das Bewerbungsgespräch schon im Taxi – ohne, dass die Bewerber davon wissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Duolingo beginnt das Job-Interview im Taxi – ohne, dass die Kandidaten es merken.
- Duolingo-CEO Luis von Ahn bewertet Bewerber nach ihrem Verhalten gegenüber dem Fahrer.
- Sind die Kandidaten unfreundlich zum Fahrer, erhalten sie die Stelle bei Duolingo nicht.
Ahnungslose Job-Bewerber freuen sich auf eine entspannte Taxifahrt vom Flughafen. Doch bei Duolingo beginnt das Vorstellungsgespräch schon im Rücksitz!
Luis von Ahn, CEO der Sprachlern-App, packt im US-Podcast «The Burnouts» über den ungewöhnlichen Rekrutierungsprozess aus.
Für Top-Positionen organisiert das Unternehmen eine Taxifahrt zum Hauptsitz – was harmlos wirkt, ist in Wahrheit ein geheimer Persönlichkeitstest.
Denn nach der Fahrt will von Ahn nur eines wissen: Wie hat sich der Kandidat gegenüber dem Fahrer verhalten?
Seine klare Überzeugung: «Wenn sie unfreundlich zum Fahrer sind, sind sie es auch zu anderen.»
Top-Kandidat scheitert an der Fahrt
Und genau das wurde einem vermeintlichen Top-Kandidaten zum Verhängnis, wie der CEO im Podcast verrät. Duolingo suchte ein Jahr lang nach einem neuen Finanzchef – auf dem Papier perfekt, im Gespräch überzeugend.
Doch auf der Taxifahrt scheiterte der mutmassliche Wunschkandidat kläglich!
«Er hatte sich sehr unhöflich gezeigt», berichtet von Ahn. Die Folge: Aus und vorbei. Keine Anstellung.
Für den CEO ist klar: «Wenn die Leute unfreundlich zum Fahrer sind, sind sie es wahrscheinlich auch zu anderen, besonders zu ihren Untergebenen.»
«Lieber ein Loch als ein Arschloch»
Seine gnadenlose Devise bringt er auf den Punkt: «Lieber ein Loch als ein Arschloch». Was konkret bedeutet: Lieber bleibt eine Schlüsselstelle unbesetzt, als dass sich ein toxischer Charakter ins Team schleicht.
Erst im November sorgte Duolingo für Schlagzeilen, weil das Unternehmen verstärkt auf Künstliche Intelligenz im Personalbereich setzen will.
Schon Anfang 2024 wurden rund zehn Prozent der befristeten Mitarbeitenden entlassen. Stattdessen will die Sprachlern-App stärker auf KI bei der Inhaltserstellung setzen. Perfektion sei zweitrangig, Tempo entscheidend, so von Ahn.
Ob die heimliche Taxi-Prüfung künftig von Algorithmen ersetzt wird? Offen. Klar ist nur: Bei Duolingo kann schon die Fahrt vom Flughafen über die Karriere entscheiden.



















