Bereits das dritte Mal hat die Rakete Blue Origin von Jeff Bezos erfolgreich einen bemannten Flug ins All absolviert. Die Tochter von Alan Shepard war an Bord.
blue origin
Der Milliardär Jeff Bezos steht vor einer Weltraumkapsel der Blue Origin. - Chuck Bigger/Space Symposium via ZUMA Wire/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Wieder einmal ist eine Rakete von Amazon-Chef Jeff Bezos erfolgreich ins All geflogen.
  • Auch die Tochter von US-Raumfahrtlegende Alan Shepard war mit an Bord.
  • Vor ihrer Rückkehr genossen die Passagiere wenige Minuten Schwerelosigkeit.

Unendliche Begeisterung über ein paar Minuten in der Schwerelosigkeit: Zum dritten Mal hat eine Rakete des Weltraumunternehmens von Amazon-Gründer Jeff Bezos erfolgreich einen bemannten Flug ins All absolviert.

Blue Origin Laura Shepard
Laura Shepard Churchley war auch Teil der aktuellen Crew. - dpa

Mit an Bord waren Laura Shepard Churchley. Sie ist die Tochter des ersten US-Astronauten im Weltraum Alan Shepard. Auch der bekannte Fernsehjournalist Michael Strahan sowie vier zahlende Gäste waren dabei.

Zehnminütiger Ausflug ins All

60 Jahre nach Shepards historischem Weltraumflug hob die Rakete des Unternehmens Blue Origin am Samstag um 16.01 Uhr (MEZ) von ihrer Startrampe in West-Texas ab. Zehn Minuten und 13 Sekunden später waren die sechs Reisenden wieder zurück auf der Erde.

Dazwischen genossen sie wenige Minuten die Schwerelosigkeit und einen Blick auf die Erdkrümmung. Auf dem Livestream war zunächst Jubel zu hören, später dann der Ausruf eines der sechs Weltraum-Abenteurer: «So etwas habe ich noch nie gesehen».

blue origin
«New Shepard»-Rakete von Blue Origin - AFP/Archiv

Es war bereits der dritte Flug des Unternehmens von Amazon-Gründer Bezos. Dieser nimmt gern symbolträchtige Ehrengäste wie Shepard Churchley mit an Bord. Ihr Vater war am 5. Mai 1961 als erster US-Astronaut in den Weltraum geflogen.

Dies, 23 Tage, nachdem die damalige Sowjetunion mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All gebracht hatte. Shepard, der 1998 starb, war ausserdem der fünfte Mensch auf dem Mond. Ihm zu Ehren heisst die Blue-Origin-Rakete «New Shepard».

Als weiterer Ehrengast reiste am Samstag auch der frühere Football-Profi Michael Strahan mit ins All. Inzwischen moderiert dieser bei ABC die Sendung «Good Morning America» mit.

Ausserdem gab es vier zahlende Gäste. Damit war die Raumkapsel bei ihrem Flug erstmals voll besetzt. Wieviel Geld die Mitreisenden für das Abenteuer bezahlten, ist nicht bekannt.

Weitere Flüge von Blue Origin im kommenden Jahr

Am ersten bemannten Weltraumflug seines Unternehmens im Juli hatte Bezos höchstpersönlich teilgenommen. Mit der 82-jährigen US-Pilotin Wally Funk und dem 18-jährigen Niederländer Oliver Daemen. Damit waren ausserdem zugleich der älteste und der jüngste Mensch an Bord, die bis dahin in den Weltraum geflogen waren. Im Oktober flog dann beim zweiten Flug von Blue Origin der aus«Star Trek» bekannte «Captain Kirk»-Darsteller William Shatner mit.

Blue Origin bringt die Passagiere zur in 100 Kilometern Höhe gelegenen Kármán-Linie. Diese markiert laut internationaler Definition die Grenze zum Weltraum. Da es nicht weiter hinaus geht, dauert der Flug jeweils nur weniger als eine Viertelstunde. Nach Angaben des Unternehmens sind für 2022 mehrere weitere Flüge geplant, für deren Plätze dann allesamt gezahlt werden muss.

Mehr zum Thema:

Star Trek Amazon Vater Mond Erde Jeff Bezos