Kunsthistorikerin nennt Trumps Deutung seines KI-Bildes «absurd»
Eine Expertin widerspricht Trumps Rechtfertigung für das umstrittene KI-Bild klar. Für sie steckt darin keine Medizin-Szene, sondern religiöse Inszenierung.

Das Wichtigste in Kürze
- Trumps KI-Bild empört selbst seine Anhänger und löst neue Kritik aus.
- Kunsthistorikerin Teresa Bischoff nennt Trumps Deutung als Arzt «absurd».
- Trump hat bereits mit einem weiteren KI-Bild an der Seite Jesu nachgelegt.
Das KI-Bild von US-Präsident Donald Trump, das dieser kurz nach einem Disput mit Papst Leo XIV. veröffentlichte, hat selbst Anhänger gegen ihn aufgebracht.
So forderte etwa John Brennan, der frühere CIA-Chef, eine Amtsenthebung und bezeichnete Trump als «klar geisteskrank». Besonders umstritten ist Trumps Behauptung, das Bild zeige ihn als Mediziner.
Kunsthistorikerin spricht von religiöser Inszenierung
Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, widerspricht dieser Deutung klar. Gegenüber «Focus» sagte sie: Die Begründung, er würde sich als Arzt oder eben auch als Helfer des Roten Kreuzes darstellen, sei «absurd».
Für sie ist das Bild eindeutig religiös aufgeladen. Die Geste des Handauflegens erinnere direkt an biblische Heilungsgeschichten.
Bischoff erklärt: «Das ist in gewisser Hinsicht eine biblische Erzählung. Es gibt im Neuen Testament eine Geschichte, in der Jesus einen Aussätzigen heilt.»
Trump erscheint als Heilsfigur über der Wissenschaft
Nach ihrer Deutung wird Trump als übermenschliche Heilsfigur inszeniert. Die moderne Medizin sei im Bild nur durch eine Krankenschwester vertreten und wirke hilflos. Hingegen erscheine Trump als derjenige, der dort Erfolg habe, «wo die Wissenschaft endet».
Auch Nebenfiguren deutet Bischoff religiös. Eine betende Frau auf der linken Seite ordnet sie als Maria-Figur ein. Ihr Fazit: «Da wurde ganz tief in der Kiste der christlichen Ikonografie gegraben, um Trump als Heilsbringer zu inszenieren.»
Auch das Licht erinnert die Expertin an christliche «Salvator-Mundi»-Darstellungen, in denen Christus als Retter der Welt gezeigt wird. Zugleich mischt die KI sakrale Motive mit modernen Einflüssen.
Im Hintergrund erkennt Bischoff eine Mischung aus religiösen, apokalyptischen und popkulturellen Bildern. Gerade diese Verbindung sehr unterschiedlicher Motive mache das Werk für sie zu einem typischen Produkt der Gegenwart.
Trump legt mit einem zweiten KI-Bild nach
Trump hat mittlerweile mit einem weiteren KI-Bild nachgedoppelt. Auf Truth Social teilte er einen Beitrag, der ihn an der Seite von Jesus Christus zeigt. Dazu schrieb er: «Die wahnsinnige, radikale Linke dürfte das nicht mögen, aber ich finde das recht nett.»

Im Weiteren ärgerte sich der Republikaner einmal mehr über seinen Erzfeind Barack Obama. Dieser sei auf Titelseiten von Magazinen mit Heiligenschein dargestellt worden – ohne dass darum eine Empörung ausgebrochen sei.




















