Trumps Attacken auf Papst Leo könnten ihm katholische Wähler kosten
Mit seinen Angriffen auf Papst Leo XIV. geht Trump ein politisches Risiko ein. Vor allem katholische Wechselwähler könnten sich nun von ihm abwenden.

Das Wichtigste in Kürze
- Trumps Attacken auf Papst Leo XIV. könnten für ihn politisch riskant sein.
- Er könnte damit katholische Wechselwähler verprellen.
- Gerade diese Wählergruppe ist in den USA oft wahlentscheidend.
Mit seinen scharfen Angriffen auf Papst Leo XIV. riskiert US-Präsident Donald Trump, katholische Wechselwähler zu verprellen. Zu dieser Analyse gelangt das US-Nachrichtenportal Axios.
Der Streit sei für Trump politisch riskant, weil Katholiken in den USA eine grosse und oft wahlentscheidende Wählergruppe darstellen. Bei der Wahl 2024 hatte Trump unter ihnen noch deutlich zugelegt.
Konflikt eskalierte rund um Ostern
Der Konflikt zwischen den beiden hatte sich an Ostern zugespitzt. In seiner Ostermesse rief Leo zu Frieden auf und verurteilte den Einsatz militärischer Gewalt.
Daraufhin setzte Trump einen wütenden Post auf Truth Social ab. Darin bezeichnete er den Papst als «sehr schwach» in Bezug auf das Vorgehen gegen Kriminalität und «schrecklich» in der Aussenpolitik.
Ausserdem behauptete der US-Präsident, das Konklave habe Leo aus politischen Gründen gewählt.
Am Sonntag nun postete Trump ein KI-Bild, das ihn als eine Art Jesus-Figur im weissen Gewand zeigte. Und löschte das Bild später wieder.
Trump bestritt nach Kritik, dass die Darstellung an Jesus Christus erinnern sollte. «Es sollte mich als Arzt darstellen, der Menschen gesund macht», behauptete Trump.
Katholiken könnten die Angriffe als Affront verstehen
Er kenne kein Beispiel aus einem christlichen Land, in dem ein Politiker den Papst so direkt und öffentlich angegriffen habe. Das sagt Andrew Chesnut, Leiter der katholischen Studien an der Virginia Commonwealth University gegenüber Axios.
Viele Katholiken dürften das nicht nur als politischen Streit sehen, sondern als Angriff auf ihre Religion.
Besonders heikel ist laut Chesnut Trumps Bemerkung über das Konklave. Für viele Gläubige sei die Papstwahl ein heiliger Vorgang, der vom Heiligen Geist geleitet wird. Trumps Behauptung stelle das infrage.
Dass Leo zudem der erste amerikanische Papst ist, verstärkt die persönliche Bindung vieler US-Katholiken. Chesnut sagt: «Er ist einer von uns. Er ist ein amerikanischer Katholik aus Chicago.»
Wichtige Wählergruppe gerät ins Wanken
Katholiken machen laut Umfragen etwa einen Fünftel der Wählerschaft aus. Anders als viele andere religiöse Gruppen wechseln sie häufiger zwischen Republikanern und Demokraten.
Gerade deshalb sind sie für beide Parteien wichtig. Trump gewann sie 2024 klar für sich, nachdem das Rennen 2020 noch deutlich enger gewesen war.
Laut Axios war Trumps Zustimmung unter Katholiken aber schon vor dem Streit mit dem Papst gesunken. Seine Angriffe auf Leo könnten diesen Rückgang weiter beschleunigen.


















