Frau von linkem Denker Chomsky: «Wir waren nachlässig»
Der US-Akademiker Noam Chomsky (97) hatte engeren Kontakt zu Jeffrey Epstein als bisher behauptet. Nun entschuldigt sich seine Frau und Sprecherin Valeria.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag äusserte sich Noam Chomskys Frau zu seiner Freundschaft zu Jeffrey Epstein.
- Sie bezeichnet die Beziehung ihres Mannes zu Epstein als «schwerwiegenden Fehler».
- Das Ausmass der Freundschaft wurde rund eine Woche zuvor in neuen Dokumenten bekannt.
«Wir waren nachlässig» – Valeria Chomsky bezeichnet die Beziehung ihres Mannes Noam (97) zu Jeffrey Epstein als «schwerwiegenden Fehler».
Vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente von vorletzter Woche zeigen: Der linke US-Linguist und Kapitalkritiker Noam Chomsky hatte engeren Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als bisher bekannt.
Am vergangenen Samstag äusserte sich Chomskys Frau und Sprecherin Valeria in einer ausführlichen Erklärung erstmals öffentlich dazu.
Vor allem die Nachricht, in der Noam Chomsky von einer «Hysterie um den Missbrauch von Frauen» schrieb, sorgt für Aufsehen. Diese Aussage tätigte er Jahre nach Epsteins Schuldbekenntnis.
Auch nachdem eine Tageszeitung aus Miami 2018 berichtete, dass Epstein minderjährige Mädchen ausnutzte, pflegten die beiden weiterhin eine Freundschaft.
Valeria Chomsky räumte am Samstag ein, sie und ihr Mann hätten davon mitbekommen. Sie seien jedoch erst nach Epsteins zweiter Festnahme 2019 über das Ausmass seiner Verbrechen informiert worden.
«Wir waren nachlässig»
Sie sagte: «Wir waren nachlässig, seinen Hintergrund nicht gründlich zu recherchieren. Das war ein schwerwiegender Fehler und für diesen Fehltritt entschuldige ich mich im Namen von uns beiden.»
Noam habe ihr vor seinem Schlaganfall 2023 mitgeteilt, Er empfinde genauso.
Noam Chomsky und Jeffrey Epstein trafen sich erstmals 2015, als Epstein bereits verurteilter Sexualstraftäter war. Damals habe das Ehepaar Chomsky nichts von Epsteins Schuldbekenntnis von 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen gewusst.
Valeria Chomsky sagt, Epstein habe ein «verborgenes Leben voller krimineller, unmenschlicher und perverser Taten gelebt». Dies zu erkennen, sei für das Ehepaar zutiefst beunruhigend gewesen.
Chomskys Fantasien von der «Karibikinsel»
2016 vereinbarten Chomsky und Epstein eine Zusammenkunft, wobei Epstein New York oder die Karibik als Treffpunkt vorschlug. «Ich träume wirklich von der Karibikinsel», antwortete Chomsky.
Auch zu dieser Aussage äusserte sich Valeria Chomsky am Samstag. Das Paar habe am Abendessen in Epsteins Stadthaus in New York City teilgenommen. Sie seien jedoch «nie auf seine Insel gegangen oder hätten von irgendetwas gewusst, was dort passiert ist».
Valeria Chomsky wurde 1963 in Brasilien geboren. Vor ihrer Ehe mit Chomsky trug sie den bürgerlichen Namen Wasserman.
Ihre ausführliche Erklärung erfolgte über eine Woche, nachdem die neuen Details vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden.

















