Donald Trump sang einmal mehr ein Lobeslied auf sich selbst

Simon Binz
Simon Binz

USA,

Rekordlänge, Rekord-Selbstlob: Trump nutzte die «State of the Union» vor allem für eine Abrechnung mit seinen Gegnern.

Donald Trump
Donald Trump wird nach seiner Rede von seinen Fans – republikanischen Politikern – regelrecht umgarnt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trumps «State of the Union» war mit viel Selbstlob und scharfen Angriffen gespickt.
  • Wie im letzten Jahr waren erneut Migration und auch Wahlbetrug zentrale Theman.
  • Mehrere Aussagen des US-Präsidenten widersprechen aktuellen Wirtschaftsdaten.

Es war weniger eine Rede zur «Lage der Nation» als eine Liebeserklärung an sich selbst. In seiner ersten «State of the Union»-Rede der zweiten Amtszeit zelebrierte US-Präsident Donald Trump fast zwei Stunden lang das eigene Wirken – und verteilte nebenbei scharfe Spitzen gegen die Demokraten.

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Mit 1 Stunde und 47 Minuten stellte Trump einen neuen Längenrekord auf. Inhaltlich setzte er auf Altbewährtes: Migration, Zölle, Wahlbetrug – und die Erzählung, nur er könne Amerika retten.

Hier eine Liste der meistbeachteten Momente:

Migration als politisches Lieblingswerkzeug

Wie so oft rückte Trump die Einwanderung ins Zentrum. Er sprach von einer «Grenzinvasion» vor seiner Rückkehr ins Amt. Die Demokraten forderte er demonstrativ auf, aufzustehen, wenn sie zustimmten, dass die Regierung zuerst amerikanische Bürger schützen müsse – «nicht illegale Ausländer».

Donald Trump
Immer wieder zeigte Donald Trump während seiner Rede mit dem Finger auf die Demokraten. - Keystone

Die Demokraten blieben sitzen. Trump reagierte mit dem Vorwurf: «Sie sollten sich schämen.» Die Szene war kalkuliert. Republikaner standen und applaudierten demonstrativ, während einzelne Demokraten dazwischenriefen. Der Ton war rau – und deutlich wahlkampforientiert.

Zölle ohne Parlament

Wenige Tage nach einer Schlappe vor dem Supreme Court – das Gericht hatte seine globalen Strafzölle kassiert – verzichtete Trump auf offene Kritik an den anwesenden Richtern. Stattdessen erklärte er, während er in ihre Richtung schaute, ein Gesetz brauche es gar nicht: «Ein Eingreifen des Kongresses ist nicht nötig.»

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Donald Trump verzichtete auf offene Kritik an den Supreme-Court-Richtern, sagte aber, es brauche gar kein Gesetz für seine Zölle. - Fox News

Dass laut Verfassung eigentlich das Parlament über Zölle entscheidet, erwähnte er nicht. Dafür stellte er die gewagte These auf, Zölle könnten langfristig sogar die Einkommenssteuer ersetzen. Historisch stimmt zwar, dass Zölle einst eine zentrale Einnahmequelle waren – doch Ökonomen dürften bei dieser Vision eher skeptisch bleiben.

Iran: Drohung und Deal

Beim Thema Iran schlug Trump einen ernsten Ton an. Acht Monate nach einem Militärschlag auf iranische Atomanlagen stellte er weitere Angriffe in Aussicht, sollte Teheran «wieder anfangen». Gleichzeitig betonte er, lieber einen Deal schliessen zu wollen.

Er versuchte dabei, einen Widerspruch aufzulösen: Wenn das iranische Atomprogramm «ausgelösch» worden sei, warum brauche es dann neue Schläge? Seine Antwort: Iran beginne bereits erneut mit dem Aufbau.

Wieder einmal eine Warnung vor «Wahl-Betrug»

Besonders brisant war eine Passage zur Mid-Term-Wahl 2026. Trump warf den Demokraten vor, sie könnten nur durch «Betrug» gewinnen. «Sie wollen schummeln. Sie haben geschummelt», sagte er – ohne Belege zu liefern.

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US-Präsident Donald Trump wirbt bei der Rede zur Lage der Nation, Gestenreich für seine Agenda in Migration und Wirtschaft. - Keystone

Bereits 2020 hatte Trump unbegründete Vorwürfe von Wahlmanipulation erhoben. Die erneuten Andeutungen dürften Beobachter alarmieren, zumal Umfragen den Republikanern schwierige Zwischenwahlen prognostizieren.

Viele Superlative, wenig Fakten

Wie gewohnt war die Rede gespickt mit Superlativen. Trump sprach von einer «goldenen Ära» und einer Wirtschaft, die «brüllt wie nie zuvor». Tatsächlich ist die Arbeitslosenquote zuletzt gestiegen, das Jobwachstum gilt als schwach, und viele seiner Zahlen zu Investitionen oder Benzinpreisen sind stark überzeichnet.

Auch bei der Inflation sprach er von «Rekordwerten», obwohl diese deutlich unter den Spitzenwerten der Vorjahre liegen.

Demokratischer Protest

Mehrere demokratische Abgeordnete protestierten während der «State of the Union»-Rede offen. Ein Parlamentarier wurde aus dem Saal geführt, andere verliessen demonstrativ die Sitzung, einige waren gar nicht erst vor Ort. Einzelne Zwischenrufe erinnerten an frühere hitzige Momente im Kongress.

Donald Trump
Donald Trump nutzte die «State of the Union» auch für zahlreiche Beleidigungen der Demokraten. - Keystone

Am Ende blieb der Eindruck einer Rede, die weniger versöhnte als polarisierte. Trump inszenierte sich als starker Mann in stürmischen Zeiten – seine Gegner sahen darin vor allem ein ausgedehntes Wahlkampf-Spektakel.

Kommentare

User #3764 (nicht angemeldet)

Wenn niemand ihn lobt ,bleibt nur das Selbstlob

User #6401 (nicht angemeldet)

Und die hiesigen schwurbler feiern den auch noch. Jemanden welcher der schweiz sowie der ganzen welt schadet. Komische auffassung von patriotismus..☝️!

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