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    Schneider (GLP BL): «Schweiz braucht Lösungen. Keine neuen Probleme»

    Domenic Schneider
    Domenic Schneider

    Liestal,

    Der GLP-Präsident Region Liestal/Pratteln, Domenic Schneider, spricht sich für ein Nein bei der Abstimmung zur Nachhaltigkeits-Initiative aus. Ein Gastbeitrag.

    Domenic Schneider GLP Liestal
    Domenic Schneider ist Präsident der GLP Liestal – Pratteln. - zVg

    Die Schweiz steht unter Druck. Das spüren viele Menschen im Alltag. Wohnungen werden knapper, der Verkehr nimmt zu und viele machen sich Sorgen um Zuwanderung, Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Diese Sorgen sind real. Genau deshalb verstehe ich, weshalb die Nachhaltigkeits-Initiative bei gewissen Menschen auf Zustimmung stösst. Die Schweiz soll lebenswert bleiben. Darauf müssen wir achten.

    Die entscheidende Frage lautet jedoch: Löst die Initiative diese Probleme tatsächlich? Ich bin überzeugt, dass dies nicht der Fall ist.

    Denn die Initiative setzt vor allem auf starre Begrenzungen. Die eigentlichen Ursachen vieler Probleme werden damit aber nicht gelöst.

    svp plakat
    Die SVP setzt den Fokus auf die Themen der breiten Masse: Etwa Wohnungsnot und überfüllte öffentliche Räume. - keystone

    Nehmen wir das Thema Wohnen. Die Wohnungsknappheit entsteht nicht einfach durch Bevölkerungswachstum. Oft fehlen schnellere Bewilligungsverfahren, vorausschauende Raumplanung und sinnvoll verdichtetes Bauen. Gleichzeitig werden Projekte jahrelang verzögert oder blockiert.

    Auch beim Verkehr greift die Initiative zu kurz. Mehr Menschen bedeuten zwar mehr Mobilität. Entscheidend ist aber, wie Infrastruktur geplant wird.

    Die Schweiz braucht leistungsfähigen öffentlichen Verkehr, moderne Verkehrsführung und eine bessere Abstimmung zwischen Wohnraum und Arbeitsplätzen. Eine Begrenzungsdebatte löst keinen einzigen Stau.

    Besonders kritisch sehe ich die Auswirkungen auf den Fachkräftemangel. Schon heute fehlen in vielen Bereichen qualifizierte Arbeitskräfte. Im Gesundheitswesen, im öffentlichen Verkehr, im Handwerk oder in der Industrie. Gleichzeitig altert unsere Gesellschaft.

    Bist du besorgt wegen des Fachkräftemangels?

    Natürlich braucht Zuwanderung Regeln und Integration. Aber die Schweiz war immer dann erfolgreich, wenn sie offen, pragmatisch und international vernetzt geblieben ist. Gerade unsere internationalen Beziehungen sind wichtig für Arbeitsplätze, Forschung und wirtschaftliche Stabilität.

    Nachhaltigkeit bedeutet für mich zudem mehr als eine reine Bevölkerungsfrage. Nachhaltigkeit bedeutet verantwortungsvolle Raumplanung, funktionierende Infrastruktur, Innovation und eine Politik, die Probleme konkret löst, statt neue Unsicherheiten zu schaffen.

    Wir müssen die aktuellen Herausforderungen ernst nehmen. Beim Wohnraum, beim Verkehr und bei der Integration. Aber wir brauchen dafür wirksame und realistische Lösungen.

    Die Nachhaltigkeits-Initiative liefert diese Lösungen nicht.

    Darum gehört aus meiner Sicht ein Nein in die Urne. Nicht, weil die Sorgen unbegründet wären. Sondern, weil unser Land bessere Antworten verdient.

    Zum Autor

    Domenic Schneider (*1967) ist Einwohnerrat und Bürgerrat in Liestal sowie Präsident der GLP Sektion Liestal – Pratteln und Vizepräsident der GLP Basel-Landschaft. Er arbeitet bei einem Fachverband als Verantwortlicher im Bereich Distribution und wohnt mit seiner Familie in Liestal.

    Kommentare

    User #5507 (nicht angemeldet)

    Die offiziellen 220 Einwohner pro km2 beziehen sich auf die gesamte Schweiz inklusive Alpen, Fels, Gletscher und Seen. Da nur rund 30% der Landesfläche tatsächlich gut besiedelbar sind und die eigentliche Siedlungsfläche sogar nur etwa 7% beträgt, liegt die Bevölkerungsdichte in den bewohnten Gebieten bei 700–1'000 Einwohnern pro km2 und in den Siedlungsräumen bei über 3'000 Einwohnern pro km2...

    User #2136 (nicht angemeldet)

    Die Lösungen wurden bis heute nicht vorgeschlagen, erst jetzt bei der Initiative kommen plötzlich Ratschläge.... bei einem Nein, wird sich wieder alles in die Länge ziehen oder gar im Wasser versickern.... das Chaos haben wir schon heute, deswegen ist eine Breme imperativ.... warum haben wir plötzlich so viele hier, weil scheinbar die Regeln nicht sauber eingehalten wurden, die Infrastruktur wurde nicht genügend für solche Kapazität ausgebaut... vielleicht wohnen jetzt mehr auf den Alpen... dort hats doch noch Platz... die Bremse geht bis 2050 wir haben Mangel weil das Ratio der Einwanderung und Infrastruktur im sehr schlechten Verhältnis sind, das ist das Problem bei einer Überzahl, ist es normal, dass Personal zu knapp wird... Der Bund hätte dieses Problem schon seit Jahren sehen sollen.... die EU hat uns viele Probleme gemacht!

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