Ehemalige Berater von Donald Trump sagen, sie hätten ihm von der frühen Wahlsieg-Verkündung abgeraten.
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump feiert das Ende des Abtreibungsrecht in den USA. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Untersuchung der Kapitol-Erstürmung kamen Ex-Berater von Trump zu Wort.
  • Diese sagen, sie hätten ihm von der frühen Wahlsieg-Verkündung abgeraten.
  • Er habe diese Warnungen jedoch ignoriert und seine Anhänger aufgewiegelt.

Mehrere Berater des Ex-US-Präsidenten Donald Trump haben deutlich gemacht, dass sie mit dessen Siegesverkündung in der Wahlnacht keineswegs einverstanden waren. Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols zeigte am Montag bei einer öffentlichen Anhörung Video-Mitschnitte von diversen vorherigen Zeugenbefragungen. Unter anderem erklärten diese die Abläufe in der Nacht der Präsidentschaftswahl 2020.

Trumps damaliger Wahlkampfmanager William Stepien etwa sagte, es sei damals viel zu früh gewesen, irgendeinen Ausgang zu verkünden. Er habe Trump geraten, genau dies beim Auftritt vor seinen Anhängern zu sagen und auf die laufende Auszählung zu verweisen.

Donald Trump habe dies jedoch anders gesehen. Der republikanische Präsident hatte noch in der Wahlnacht den Sieg über seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden für sich beansprucht. Ohne jede Grundlage.

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Donald Trump wiegelt seine Anhänger kurz vor dem Sturm aufs Capitol auf. (Archivbild) - Keystone

Auch Trumps Wahlkampfberater Jason Miller sagte, er habe diesem dazu geraten, keinen Sieg zu erklären, bis es mehr Übersicht gebe. Miller berichtete von verschiedenen Szenen in der Wahlnacht im Weissen Haus. Als Medien einen kritischen Sieg für Biden im Bundesstaat Arizona verkündeten, habe sich Wut und Enttäuschung breit gemacht. Dazu kam die Sorge, «dass unsere Zahlen vielleicht nicht korrekt waren».

Auf die Frage, ob jemand der Anwesenden zu viel Alkohol getrunken habe, nannte Miller den Namen Rudy Giuliani. Der frühere Bürgermeister von New York gehörte zu den grossen Verfechtern von Wahlbetrugsbehauptungen an der Seite Trumps.

Donald Trump: Behauptungen führten zu Kapitol-Sturm

Trump behauptet bis heute ohne Belege, er sei durch Wahlbetrug um den Sieg bei der Präsidentenwahl 2020 gebracht worden. Über Wochen versuchte er damals mit fragwürdigen Methoden, Bidens Wahlsieg nachträglich zu kippen. Der Widerstand gegen den Wahlausgang gipfelte in der Attacke auf das Kapitol, die der Ausschuss aufarbeitet.

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Anhänger des damaligen US-Präsident Trump stürmen am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington. - John Minchillo/AP

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington gestürmt. Dort war der Kongress damals zusammengekommen, um Bidens Wahlsieg zu zertifizieren.

Am Rande der Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei.

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