Anthony Fauci verweigert vor US-Senat die Aussage
Anthony Fauci verweigerte in einer Senatsanhörung die Aussage. Republikanische Senatoren werfen ihm Fehler in der Coronapolitik vor.

Vor dem Senatsausschuss für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten verweigerte Anthony Fauci die Aussage. Er berief sich dabei auf den fünften Verfassungszusatz der US-Verfassung, berichtet der «Tagesspiegel».
Dieser garantiert das Recht, die Aussage zur Vermeidung einer Selbstbelastung zu verweigern. Ob zu NIH-finanzierten Forschungsprojekten, dem Ursprung des Coronavirus oder von ihm befürworteten Lockdown-Massnahmen: Fauci liess sämtliche Fragen unbeantwortet.
Der republikanische Senator Rand Paul aus Kentucky leitete die Anhörung als Ausschussvorsitzender. Paul hat Fauci per Vorladung gezwungen, vor dem von ihm geleiteten Ausschuss auszusagen, berichtet «Merkur».
Rand Paul veröffentlicht Faucis Pandemietagebuch
Am Wochenende veröffentlichte Rand Paul mehr als 1000 Seiten aus Anthony Faucis persönlichem Pandemietagebuch. Der Senator verwies dabei auf Notizen zu frühen Untersuchungen über den Ursprung des Coronavirus, berichtet der «Merkur».

Auf X schrieb Paul, Faucis private Aufzeichnungen und seine öffentlichen Aussagen erzählten zwei unterschiedliche Geschichten. Faucis Anwälte wiesen die Vorwürfe in einem früheren Schreiben als «völlig haltlos» zurück.
Zugleich bezeichneten sie Pauls Vorgehen als Teil einer «obsessiven und unbegründeten Vendetta». Vor der Anhörung schrieb Paul auf X, Biden schütze Fauci bei einer Falschaussage unter Eid nicht, berichtet «Merkur».
Begnadigung schützt Fauci nicht vollständig
Präsident Joe Biden begnadigte Anthony Fauci im Januar 2025 präventiv, berichtet der «Spiegel». Neue Aussagen unter Eid wären von dieser Begnadigung jedoch nicht erfasst.

Der konservative Jurist John Yoo äusserte sich am Dienstag bei Fox News zu Anthony Faucis Begnadigung. Yoo lehrt als Professor an der University of California in Berkeley, berichtet der «Merkur».
«Man kann nur für Lügen gegenüber dem Kongress begnadigt werden, die vor der Begnadigung begangen wurden», sagte John Yoo. «Wenn er jetzt vor dem Kongress lügt, begeht er eine Bundesstraftat und könnte strafrechtlich verfolgt werden», zitiert ihn der «Merkur».
Fauci verweigert jede Antwort
Nach Faucis Aussageverweigerung kam es während der Anhörung zu ungewöhnlichen Szenen, berichtet der «Tagesspiegel». Der republikanische Senator Josh Hawley stellte ihm unter anderem Fragen zur Farbe seiner Krawatte und zum Wochentag.
Fauci berief sich auf jede Frage erneut auf den fünften Verfassungszusatz und verweigerte die Antwort. Der Immunologe leitete das Nationale Institut für Infektionskrankheiten fast vier Jahrzehnte und arbeitete unter sieben US-Präsidenten.
Ein Anwalt von Anthony Fauci erklärte, sein Mandant befinde sich auf «solider rechtlicher Grundlage», berichtet die «BBC». Zuvor hatte Ausschussvorsitzender Rand Paul mit einer Strafanzeige wegen Missachtung des Kongresses gedroht.
Anwalt verteidigt Faucis Schweigen
Der Anwalt argumentierte, Faucis Berufung auf den fünften Verfassungszusatz werde von der US-Verfassung geschützt. Als er ungefragt das Wort ergreifen wollte, liess Rand Paul ihn von der Kapitolspolizei aus dem Anhörungsraum entfernen.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal warf Rand Paul vor, mit der Anhörung einen «Schauprozess» zu veranstalten, berichtet die «BBC». Paul vertritt seit Jahren die Ansicht, Fauci habe einen Laborursprung des Coronavirus verschleiern wollen.
Die CIA hält einen Laborursprung des Coronavirus inzwischen für wahrscheinlicher als einen natürlichen, allerdings mit geringer Sicherheit. Ein eindeutiger Nachweis für den Ursprung des Virus liegt bis heute nicht vor, berichtet der «Spiegel».
















