US-Senat erhöht Druck auf UBS wegen CS-Nazi-Konten
Die UBS gerät in den USA wegen der Aufarbeitung mutmasslicher Verbindungen der früheren Grossbank Credit Suisse zu Nazi-Konten erneut unter Druck. Der Justizausschuss des US-Senats verlangt von der UBS zusätzliche Antworten zu der laufenden Untersuchung.

Das geht aus einem auf den 17. Juli datierten Brief von Ausschusschef Charles Grassley an die UBS hervor, den die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag publik machte. Die bisherigen Antworten der Bank hätten die Fragen des Ausschusses nicht vollständig beantwortet, schrieb der republikanische Senator darin.
Grassley stellte der UBS demnach 62 weitere Fragen. Die Bank arbeitet derzeit an einer Antwort auf das Schreiben, bestätigte eine mit den Vorgängen vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Auf Anfrage wollte sich die Bank weder zu dem Brief noch zum Stand der Beantwortung äussern.
Der US-Senatsausschuss fordert seit längerem eine umfassende Aufarbeitung möglicher Verbindungen der früheren Credit Suisse zu Nationalsozialisten und mit diesen verbundenen Organisationen. Im Zentrum stehen unter anderem Konten und Unterlagen, die bei früheren Untersuchungen nicht bekannt gewesen sein sollen. Mit der Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 gingen auch deren rechtliche Verpflichtungen auf die UBS über.
Die UBS verweist auf ihrer Webseite auf den Vergleich Schweizer Banken mit jüdischen Organisationen aus den 1990er-Jahren über 1,25 Milliarden US-Dollar. Dieser decke mögliche Ansprüche im Zusammenhang mit Nazi-Konten ab. Die Bank will eine eigene freiwillige Überprüfung bis Ende 2026 abschliessen.
Der vom Untersuchungsteam des Senats eingesetzte Ombudsmann Neil Barofsky hatte der UBS zuletzt vorgeworfen, Unterlagen zurückzuhalten und irreführende Angaben zu machen. Die Bank weist diese Vorwürfe zurück. Nach eigenen Angaben hat sie für die Untersuchung bislang mehr als 100 Millionen Dollar aufgewendet und mehr als 19 Millionen Dokumente zur Verfügung gestellt.










