Saudi-Arabien liefert im Oktober kein Öl nach Europa
Saudi-Arabien stoppt im Oktober alle Öllieferungen nach Europa. Grund ist ein Drohnenangriff auf die wichtige Ost-West-Pipeline des Landes.

Nach einem Drohnenangriff auf die Ost-West-Pipeline stoppt Saudi-Arabien alle Rohöllieferungen nach Europa für den Oktober. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe mindestens zwei europäische Raffinerie-Kunden entsprechend informiert, berichtet die «Berliner Zeitung».
Die Entscheidung betreffe sämtliche europäischen Abnehmer, wie der «Focus» unter Berufung auf Bloomberg schreibt. Europäische Kunden beziehen saudisches Rohöl normalerweise über monatliche Terminkontrakte, die eine stetige Versorgung gewährleisten.
Die Ost-West-Pipeline verbindet die östlichen Fördergebiete Saudi-Arabiens mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer, berichtet «Euronews». Sie ermöglicht Ölexporte, die die Strasse von Hormus umgehen – eine der sensibelsten Routen des Weltenergimarkts.
Saudi-Arabien und die beschädigte Pipeline
Am zehnten September wurden mehrere Abschnitte der 1200 Kilometer langen Pipeline in den Regionen Riad und Medina angegriffen. Das saudische Energieministerium ordnete daraufhin eine vorsorgliche Stilllegung an, wie die «Berliner Zeitung» berichtet.
Die Angriffe gingen laut saudischem Aussenministerium von Drohnen aus, die vom Irak gestartet wurden. Wer konkret hinter den Attacken steckt, teilte Riad nicht mit – im Irak operieren jedoch vom Iran unterstützte Milizen.
Laut Bloomberg soll die Pipeline innerhalb weniger Tage zumindest teilweise wieder in Betrieb gehen. Mit einer vollständigen Wiederherstellung werde innerhalb von sechs Wochen gerechnet, wie «Euronews» schreibt.
Europäische Raffinerien müssen umplanen
Europäische Raffinerien stehen vor erheblichen Herausforderungen, seit Saudi-Arabien Lieferungen aus Yanbu storniert, berichtet «Euronews». Die Energie-Preisagentur Argus berichtete, dass mindestens drei Raffinerien Lieferungen für Ende September gestrichen oder auf November verschoben bekamen.

Analysten mahnen, dass Rohöl aus Saudi-Arabien nicht beliebig ersetzbar ist. «Europäische Raffinerien, die auf arabisches Rohöl über das Rote Meer angewiesen waren, müssen Alternativen finden. Aber Rohöl ist nicht gleich Rohöl», sagte June Goh, leitende Ölanalystin bei Sparta Commodities, laut «Euronews».
Durch die Ost-West-Pipeline flossen zuletzt vier bis fünf Millionen Barrel Rohöl täglich. Das entspricht etwa vier bis fünf Prozent des globalen täglichen Angebots.












