«Monster: Lizzie Borden» – Wie real ist die Lovestory?
«Monster: Lizzie Borden» erzählt eine geheime Liebe zwischen Lizzie und Bridget. Historisch belegt ist diese Beziehung jedoch nicht.

Die vierte Staffel der Netflix-Anthologie «Monster» widmet sich dem Fall Lizzie Borden. Ella Beatty spielt die Titelrolle, Vicky Krieps verkörpert die Haushälterin Bridget Sullivan.
In der Serie entwickelt sich zwischen Lizzie und Bridget eine geheime Liebesbeziehung. Bridget wird dabei zu Lizzies Vertrauter und beeinflusst ihren Konflikt mit Vater Andrew und Stiefmutter Abby, wie die «Joyn» beschreibt.
Die historische Grundlage des Falls ist dagegen eindeutig dokumentiert. Lizzie Borden wurde 1892 nach der Ermordung ihres Vaters und ihrer Stiefmutter festgenommen, später jedoch freigesprochen, berichtet die «SN».
Bridget Sullivan war eine reale Person
Bridget Sullivan hat tatsächlich im Haushalt der Familie Borden gearbeitet. Laut der «Joyn» kam die irische Einwanderin um 1886 in die USA und lebte zunächst in Newport, Rhode Island.
Zum Zeitpunkt der Morde war Sullivan 26 Jahre alt und arbeitete bereits fast drei Jahre bei den Bordens. Im späteren Prozess gehörte sie zu den wichtigen Zeuginnen, weil sie sich damals mit Lizzie im Haus befand.
Eine Liebesbeziehung zwischen den beiden Frauen ist dagegen historisch nicht belegt. Die «Joyn» verweist darauf, dass weder Prozessakten noch zeitgenössische Berichte eine solche Beziehung oder ein entsprechendes Tatmotiv nennen.
Die Lovestory stammt aus späteren Deutungen
Die Vorstellung einer heimlichen Affäre ist allerdings älter als die Netflix-Serie. Bereits griff Ed McBain in seinem Roman «Lizzie» von 1984 eine entsprechende Beziehung zwischen den beiden Frauen auf.
Auch die «SN» berichtet, dass es keine eindeutigen historischen Belege für Lizzies sexuelle Orientierung gibt. Gleichzeitig sei Borden in späteren Darstellungen wiederholt als lesbisch interpretiert worden.
Damit verbindet «Monster: Lizzie Borden» einen realen Kriminalfall mit einer historisch nicht belegten Beziehung. Die Serie folgt dabei einem Muster, das bereits frühere Verfilmungen des Borden-Falls geprägt haben.
Lizzie Borden: Netflix erweitert den historischen Fall
Die «SN» weist zudem darauf hin, dass die vierte Staffel erstmals eine Frau ins Zentrum der «Monster»-Anthologie stellt. Gleichzeitig unterscheidet sich Lizzie Borden von den bisherigen Hauptfiguren, weil sie im historischen Verfahren freigesprochen wurde.
Neben Bridget Sullivan treten weitere historische Figuren auf, darunter Aileen Wuornos und Elizabeth Báthory. Vicky Krieps übernimmt dabei sowohl die Rolle der Haushälterin als auch jene der sogenannten Blutgräfin.

Auch die Hauptdarstellerin Ella Beatty ist nicht neu im Umfeld von Ryan Murphys Produktionen. Laut «Moviepilot» war sie zuvor in «Feud» und «If I Had Legs I'd Kick You» zu sehen.
















