Katzen

    Dürfen Katzen Eier fressen?

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Bern,

    Eier sind lecker, gesund und schnell zubereitet. Da liegt es doch auf der Hand, auch der Katze hin und wieder eine der runden Proteinbomben hinzulegen – oder?

    hund ei gesund
    Viele Haustierbesitzer achten auf eine gesunde Ernährung ihrer Vierbeiner – aber gehören Hühnereier auch dazu? - Depositphotos

    Du pellst genüsslich dein Sonntagsei und schon steht deine Katze erwartungsvoll neben dir. Ganz klar – dein Liebling bekommt etwas vom runden Proteinlieferanten ab!

    Denn Eier sind gesund und für die meisten Katzen ein richtiger Leckerbissen. Doch Vorsicht:

    Bevor du deinem Vierbeiner ein Häppchen abgibst, solltest du ein paar wichtige Dinge wissen. Denn bei Eiern kommt es auf die Zubereitung und die Menge an, in der du sie fütterst.

    Eier gehören nicht zur natürlichen Beute

    Erstmal sind Wildkatzen keine Nesträuber. Sie jagen Mäuse, Vögel und andere Kleintiere – nicht deren Eier.

    Im Gegensatz zu Mardern, Füchsen oder Krähen fehlt Katzen der Instinkt, gezielt nach Nestern zu suchen. Eier gehören daher nicht zum artgerechten Nahrungsspektrum von Katzen.

    Hochwertiges Katzenfutter deckt alle notwendigen Nährstoffe bereits komplett ab – ein Ei ist also reine Abwechslung und kein ernährungsphysiologisches Muss.

    Eigelb und Eiweiss sind grundverschieden

    Das Ei besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Komponenten. Das Eigelb strotzt vor wertvollen Nährstoffen – Vitamine A, D, E und K sowie Mineralstoffe wie Eisen, Selen und Zink.

    Dazu kommen ungesättigte Fettsäuren, die für glänzendes Fell sorgen. Im Eigelb ist vor allem auch Linolsäure enthalten, eine essenzielle Fettsäure, die Körperzellen mit Nährstoffen versorgt.

    Katze ei gesund
    Rohes Eigelb ist für Katzen sehr gesund, da es viele wertvolle Vitamine enthält. - Depositphotos

    Das klare Eiweiss hingegen liefert hauptsächlich Proteine für Muskelaufbau und Energiestoffwechsel. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Protein Avidin, das fast ausschliesslich im Eiweiss vorkommt.

    Dieser Stoff bindet Biotin, ein lebenswichtiges B-Vitamin, und verhindert dessen Aufnahme im Körper. Bei dauerhafter Fütterung von rohem Eiweiss droht ein Biotinmangel mit Haarausfall, Hautproblemen und stumpfem Fell.

    Rohe Eier bergen zwei Hauptrisiken

    Die erste Gefahr sind Salmonellen, Bakterien, die meist auf der Eierschale sitzen. Durch mangelnde Küchenhygiene gelangen sie aufs geschälte Ei, in seltenen Fällen gibt das Huhn die Erreger direkt ins Ei-Innere ab.

    Eine Salmonellose löst bei Katzen Durchfall, Erbrechen und Fieber aus. Besonders riskant sind alte, beschädigte oder aus Massentierhaltung stammende Eier; mit jedem Tag der Lagerung erhöht sich das Risiko der Salmonellenbelastung.

    Das zweite Problem betrifft rohes Eiweiss: Es enthält neben Avidin auch Ovomucin, ein Protein das Verdauungsenzyme hemmt.

    Katze ei gesund
    Bei der Fütterung von rohem Eigelb ist Vorsicht geboten, denn die Gefahr einer Salmonellenvergiftung ist stark erhöht. - Depositphotos

    Dadurch kommt es zu Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen. Das Eigelb kannst du hingegen roh füttern, da es weder Avidin noch Ovomucin enthält – aber nur absolut frisch und sauber vom Eiweiss getrennt.

    Gekochte Eier sind die sicherste Wahl

    Durch Erhitzen zerfallen sowohl Avidin als auch Ovomucin. Gekochtes Eiweiss ist daher unbedenklich für deine Katze.

    Das Ei sollte mindestens fünf, besser noch zehn Minuten kochen, um Salmonellen abzutöten. Schäle es sorgfältig und achte darauf, dass keine scharfkantigen Schalenreste übrig bleiben – diese können Speiseröhre und Magen deiner Samtpfote verletzen.

    Lass das Ei vollständig abkühlen und schneide es in mundgerechte Stücke. Auch Rührei funktioniert, allerdings nur ohne Butter, Öl oder Gewürze. Salz, Pfeffer und andere Gewürze sind für Katzen schädlich bis giftig.

    Am besten bereitest du das Rührei in einer beschichteten Pfanne ohne Fett zu oder verwendest minimal Wasser statt Öl.

    Die richtige Menge macht den Unterschied

    Eier enthalten 155 Kalorien pro 100 Gramm – das ist für Katzenverhältnisse enorm. Bei regelmässiger Fütterung droht daher schnell Übergewicht.

    Ernährungsexperten empfehlen maximal zwei Eigelb pro Kilogramm Futter oder ein ganzes gekochtes Ei pro Woche. Diese Mengen gelten als sicher und belasten den Fettstoffwechsel der Tiere nicht.

    Katzen ei gesund
    Alte Tiere sollten Eier nur sehr selten zu sich nehmen und wenn, dann auch nur in gekochtem Zustand. - Depositphotos

    Mehr sollte es definitiv nicht sein, denn der hohe Cholesterin- und Fettgehalt kann auf Dauer Probleme verursachen. Jungtiere unter einem Jahr sollten überhaupt keine Eier bekommen – ihr empfindliches Verdauungssystem würde sonst schnell überfordert.

    Auch bei alten Katzen mit träger Verdauung oder bei Tieren mit Nierenerkrankungen ist Vorsicht geboten, da die hohe Proteinzufuhr die bereits geschwächten Organe belastet.

    Eierschalen nur mit Vorsicht verwenden

    Gemahlene Eierschalen gelten als natürliche Calciumquelle. Das Pulver passt zum Beispiel beigemischt in selbst zubereitetes Futter.

    Auch einige industrielle Futtermittel setzen darauf. Doch hier lauern Gefahren: Eierschalen können mit Salmonellen belastet sein, und scharfe Splitter verursachen lebensgefährliche Verletzungen an Speiseröhre oder Magenschleimhaut.

    Wenn überhaupt, dann verwende nur getrocknetes, fein gemahlenes Eierschalenpulver aus sicherer Quelle. Niemals solltest du einfach zerbröselte Schalen direkt verfüttern – das Risiko ist viel zu hoch.

    Kommentare

    User #3155 (nicht angemeldet)

    Ab und zu ja, aber bitte nur gekocht, rohe Eier verhindern die Vitamin B-Aufnahme bei Katzen. Das Gleiche gilt übrigens für Fisch.

    User #5443 (nicht angemeldet)

    Eigelb ist Gift für die Katze. Nur gekochtes Eiweiss geben.

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