Trendsport Skitourengehen: Das sollten Anfänger wissen

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    Das Skitourengehen hat sich im letzten Jahr zum absoluten Trendsport entwickelt. Anfänger sollten einige Punkte beachten. Experte Flo Scheimpflug klärt auf.

    Skitourengehen liegt momentan absolut im Trend.
    Skitourengehen liegt momentan absolut im Trend. - Lena Widmann

    Das Wichtigste in Kürze

    • Skitourengehen hat sich zu einem Trendsport entwickelt.
    • Wer zum ersten Mal Touren geht, sollte nicht alleine gehen.
    • Anfänger müssen darauf achten, sich nicht zu überfordern.
    • Wichtig: Respekt für die Natur und die Tiere ist auch beim Skitourengehen gefragt.

    Im vergangenen Jahr war vielerorts Corona-bedingt an Skifahren nicht zu denken. Leidenschaftliche Wintersportler mussten sich eine Alternative suchen – und sind oft beim Skitourengehen gelandet.

    Dabei geht man mit speziellen Skiern einen Berg, meist abseits der Piste, hinauf und fährt anschliessend hinunter.

    Was sich einfach anhört, ist in Wahrheit «eine recht komplexe Sache», weiss Flo Scheimpflug. Vor allem Anfänger sollten einige Punkte beachten, bevor sie das erste Mal mit den Skiern losziehen.

    Der Autor des Buches «Dem Genuss auf der Spur: 50 Skitouren in den österreichischen Alpen» erklärt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, auf was es beim Skitourengehen ankommt.

    Bei der ersten Tour nicht allein starten

    Bevor Interessierte sich am Skitourengehen versuchen, sollten sie «sich immer mehr von der Piste ins Gelände hinauswagen», so Scheimpflug.

    Die Anzahl der Ausflüge am besten langsam erhöhen, bis «man sich sicher fühlt und das nötige Vertrauen hat». Denn Freeride-Erfahrung sei in jedem Fall eine gute Grundlage fürs Tourengehen.

    Damit ist es mit der Vorbereitung allerdings nicht getan.

    Skitouren
    Das Skitouren braucht eine gute Vorbereitung. - Pixabay

    «Planung, Lawinengefahr und das Risikomanagement werden oft unterschätzt und es braucht Zeit, bis man Erfahrung aufgebaut hat», weiss der Experte.

    Deshalb empfehle er, die erste Tour in Begleitung von Erfahrenen zu machen und auf «jeden Fall einen Lawinenkurs zu absolvieren».

    Schliesslich wisse man nie, wen es erwischt. «Ich finde, dass man in der Lage sein muss, seine Kameraden retten zu können. Das ist man seinen Freunden schuldig, egal ob man Anfänger oder Profi ist.»

    Darauf kommt es bei der Tourenplanung an

    Deshalb sollten Tourengeher eine «funktionierende LVS-Ausrüstung» dabeihaben. Gemeint ist ein Lawinenverschüttetensuchgerät. Das LVS immer am Körper tragen.

    Wichtig: Vor dem Start einschalten und auf Funktionalität prüfen. Zudem gehören eine Lawinenschaufel sowie eine Sonde zur Grundausstattung.

    Ohne Sonde ist keine Punktortung eines Verschütteten möglich, ohne Schaufel kann ihn niemand ausgraben.

    Bei der Tourenplanung immer die Lawinenlage im Auge haben. «Was in der Schneedecke vor sich geht, kann man nicht sehen», erklärt Scheimpflug.

    Bei der Planung sollte zudem «das Wetter und vor allem, wie man sich fühlt» eine Rolle spielen. «Man kann nicht jeden Tag die Tour seines Lebens machen.»

    Wenn allerdings die lokalen Bedingungen wie Schnee und Wetter passen, «kann man die beste Tour auch am unscheinbarsten Hügel machen».

    Das sind die grössten Fehler beim Skitourengehen

    Der grösste Fehler, den Wintersportler beim Skitourengehen machen können: «Selbstüberschätzung», weiss der Autor.

    «Man muss es nicht nur sicher auf den Gipfel, sondern auch unbeschadet wieder runterschaffen.»

    Deshalb sollte sich niemand unter Druck setzen oder stressen lassen. «Es geht weder um die meisten Höhenmeter noch um die beste Zeit.»

    SKitour
    Skitouren ist anstrengend. - Pixabay

    Wer keine Pisten hochgehen möchte, sondern direkt die Einsamkeit sucht, sollte bei der Routenwahl allerdings zwei Dinge beachten.

    «In Österreich sollte man Wildruhezonen und Aufforstungsgebiete meiden und seine Linie rücksichtsvoll wählen.»

    Auch der Deutsche Alpenverein appelliert, Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere zu respektieren und Lärm zu vermeiden. Am besten naturverträgliche Aufstiegs- und Abfahrtsrouten wählen.

    Skitourengehen «wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus»

    Der Wintersport steht nichtsdestotrotz in der Kritik, schädlich für die Umwelt zu sein und Tiere in ihrem Lebensraum zu stören.

    «Der Skitourismus und seine Infrastruktur, wie Lift, Speicherseen und Schneekanonen, sind definitiv umweltschädlich», findet auch der gebürtige Wiener. Beim Tourengehen seien die Auswirkungen allerdings geringer.

    «Es gibt schliesslich keine Infrastruktur, die man benötigt.» Allerdings müssten sich auch Tourengeher den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Tiere in ihrer Winterruhe stören.

    «Respekt für die Natur und Umsicht am Berg sind wichtig. Wir sind nur Gäste dort oben und sollten uns auch so verhalten.»

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    Respekt für die Natur gilt auch beim Skitourengehen. - Pixabay

    Doch immer mehr Menschen zieht es in die Berge.

    «Der Trend ist nicht aufzuhalten», sieht auch Scheimpflug. Welche Auswirkungen die hohe Zahl an Tourengeher habe, werde man erst in ein paar Jahren sehen.

    «Wenn das Bewusstsein des rücksichts- und respektvollen Umgangs mit der Natur bei den vielen Neulingen etabliert werden kann, sehe ich kein grosses Problem.»

    Ausserdem hat der Wintersport viele Vorteile: «Tourengehen beziehungsweise Zeit in den Bergen zu verbringen, wirkt sich sehr positiv auf die mentale Gesundheit aus. Selbst gehen ist besser als Lift fahren.»

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