Solothurn gilt als schönste Barockstadt der Schweiz. Die Geschichte der Stadt ist auch eng mit der Zahl 11 verbunden. Eine Spurensuche lohnt sich.
Blick über Solothurn
Turm der St. Ursen Kathedrale in Solothurn. - Solothurn Tourismus - Tino Zurbrügg

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl 11 wird von den Solothurnern als «magisch» oder gar «heilig» bezeichnet.
  • Das Meisterwerk der «magischen 11» bildet die St. Ursen-Kathedrale.
  • Auf das 2000-Jahre-Jubiläum Solothurns wird dieses Jahr mit einem «Öufi-Bier» angestossen.

Solothurns Altstadt könnte nicht eindrücklicher sein. Romantische Gässchen, altes Kopfsteinpflaster, eine pompöse Kathedrale und gediegene Patrizierhäuser bilden eine fantastische Kulisse; es scheint, als ob sich die Stadt stets im Sonntagsgewand präsentiert.

Die architektonische Grandezza ist überall gut sicht- und spürbar. Trotzdem ist die Kleinstadt übersichtlich und kompakt, jedoch weder langweilig noch eintönig. Und wenn es um die Zahl 11 geht, wird’s sogar spannend.

Gelebte Tradition

Der Umgang mit der Zahl 11 ist eine sehr lange und bis heute vielfältig gelebte Tradition. Einige Referenzen auf die Zahl 11 sind aus der Vergangenheit überliefert.

So dienten die beiden Stadtheiligen Urs und Viktor gemäss Legende, zur Zeit des Römischen Reiches, in der 11. Thebäischen Legion und wurden, da sie christlichen Glaubens waren, in Salodurum (Solothurn) enthauptet.

Altstadt
Zeitglockenturm Hauptgasse - Solothurn Tourismus - Tino Zurbrügg

Und: Solothurn wird als 11. Stand der Eidgenossenschaft in der Auflistung der Kantone aufgeführt. 11 Kirchen und Kapellen, 11 Brunnen und 11 Türme gehören zum Stadtbild. Fortgesetzt wird die Elfer-Reihe aus älterer Zeit mit jeweils 11 Zünften, Vogteien, Domherren und Kaplänen.

Faszinierende Elferreihe

Das Meisterwerk der «magischen Elf» bildet die St. Ursen-Kathedrale, das heutige Wahrzeichen Solothurns. Baumeister Gaetano Matteo Pisoni aus Ascona war 1762 von der «Elfer-Atmosphäre» so fasziniert, dass er die Kirche architektonisch darauf abstimmte.

St. Ursen-Kathedrale
St. Ursen-Kathedrale. - Solothurn Tourismus - Tino Zurbrügg

Exakt 11 Jahre dauerte die Bauzeit von 1762 bis 1773.Die monumentale Freitreppe zum Eingangstor besteht aus 3 mal 11 Stufen. Der Glockenturm misst 6 mal 11 Meter, im Turm hängen 11 Glocken, 11 Altäre schmücken die Kathedrale.

Alle elf Altäre gleichzeitig zu sehen ist nur von einem einzigen Punkt im Hauptgang möglich, nämlich vom elften schwarzen Stein. Die Betstühle sind in Elferreihen angeordnet. Die Anzahl Pfeifen der grossen Orgel ist durch 11 teilbar.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt fallen sie sofort auf: Die einzigartigen Brunnen. Es sind – wie könnte es anders sein – elf an der Zahl. Kaum anderswo sind die Brunnen derart prachtvoll angefertigt wie in Solothurn. Dabei wird der Reichtum sichtbar, der von der französischen Ambassade in die Stadt floss.

Solothurn ist mit seinen monumentalen öffentlichen Brunnen im Verhältnis zu seiner Grösse die brunnenreichste Stadt in der Schweiz.

Elf Glocken und ein Bier

Eine andere, besondere Interpretation der «magischen 11» ist an der West-Fassade der UBS-Filiale am Amtshausplatz 1 (Seite Schanzenstrasse) zu bestaunen: Die originell gestaltete Solothurner Uhr gibt mit ihrem 11 Uhr-Zifferblatt nicht nur die «Solothurner Zeit» an, sondern spielt auch auf 11 Glocken das «Solothurner Lied». Jeweils um 11, 12, 17 und 18 Uhr.

Besonderes Kennzeichen der Uhr ist ein Harlekin, der die Stunden schlägt. Diese Metallplastik wurde durch den Künstler Paul Gugelmann aus Gretzenbach (SO) gestaltet.

Indes, die Liebe zur Zahl 11 ist nicht nur in den Geschichtsbüchern zu finden. Auch heute ist die Zahl 11 in Solothurn omnipräsent: Die Öufi-Brauerei, benennt nach der «Solothurner Stadtzahl 11», öffnete pünktlich am 11.11.2000 ihre Bierhahnen und ist seither aus Solothurn kaum mehr wegzudenken.

Über 40 Bierspezialitäten werden hier durchs ganze Jahr gebraut. Das 2000-Jahr-Jubiläum ist dieses Jahr der perfekter Anlass, um mit einem lokalen Bier auf den runden Geburtstag anzustossen.

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Autor: Elisha Nicolas Schuetz / Tourismus Lifestyle Verlag

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