Nicht die Rockys, keine Extreme: Die Skigebiete bei Oberstaufen im Allgäu könnte man öde nennen. Familien dürften das anders sehen – und nicht nur sie.
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Von Skifahrer bis Snowboarderin, von Klein bis Gross: Die Oberstaufener Skigebiete sind ein guter Anlaufpunkt für alle. - Doris Burger/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Oberstaufen im Allgäuer Vorderalpenland ist eine Winterattraktion besonders für Familien.
  • Vier Skigebiete, Funpark, Erlebnisbad und Eislaufbahn laden zum Vergnügen ein.
  • Von Zürich aus gelangt man mit dem Zug in knapp zweieinhalb Stunden ans Ferienziel.

Drinnen die gemütliche Stube, draussen eine Terrasse mit Panoramablick: Gleich unterhalb des Gasthofes Imberghaus am Ausstieg der Imbergbahn auf 1225 Metern Höhe unterrichten Skischulen kleine Anfänger.

Bei Kaffee und Wurstsemmeli beobachten Eltern die Fortschritte ihres Nachwuchses auf den Brettern.

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Beliebter Treffpunkt für Familien: das Imberghaus in der Skiarena Steibis. - Doris Burger/dpa-tmn

Die Skiarena Steibis liegt nicht in den Rocky Mountains, sie bietet kein Heli-Skiing oder endlose Winterwildnis für abenteuerlustige Skitourengeher, die im Selbstversorgermodus tagelang unterwegs sind.

Aber sie bietet mit nur 18 Pistenkilometern die Heimeligkeit, die vor allem Familien mögen, wenn sie Skiferien machen wollen.

Aber nicht nur die: Besonders die Jugendlichen haben es eilig, zum Skilift Fluhexpress hinüberzugleiten, der die schwarzen Pisten erschliesst – oder zu den Schikanen im Funpark.

Oberhalb der Alpe Hohenegg, einer weiteren Hütte am Imberg im Allgäu und zwei Kilometer entfernt vom Hochgrat (1834 Meter), haben die Snowboarder ihr Revier.

Am Hochgrat sind die Tourengeher unterwegs

Auch Schneeschuhwanderer und angehende Skitourengeher können in der Arena Steibis loslegen.

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Auch im Winter begehbar: Wanderwege im bayerischen Voralpenland. - Doris Burger/dpa-tmn

Der Hochgrat ist der höchste Punkt des Allgäuer Voralpenlandes. Hier sind die Tourengeher unterwegs, solche wie Wolfgang Schmid, staatlich geprüfter Bergführer und Skilehrer. Er leitet die Ski- und Bergschule «Bergwelt Oberstaufen».

Schmid, der auch Schneeschuhwanderungen mit Gästen unternimmt, kennt das Gebiet wie kein Zweiter. Er beobachtet wegen Corona und der in Bayern geltenden 2G-Regel eine maue Skisaison.

Aber Touren seien uneingeschränkt möglich, wandern und spazieren gehen sowieso. 90 Kilometer Winterwanderwege werden von der Gemeinde präpariert.

Hüttendichte dank Kurtradition

Oberstaufen war lange vor allem für seine Schrothkur bekannt, bei der sich ruhige Trocken- mit aktiven Trinktagen abwechseln. Manche Häuser bieten sie weiterhin an.

Jeden zweiten Tag steht eine Tour an der frischen Luft auf dem Programm, die mit einer Einkehr abgeschlossen wird: Die hohe Hüttendichte und die gut ausgeschilderten Wege sind auch dieser Kurtradition zu verdanken.

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Auch abseits der Piste für jeden etwas dabei – zum Beispiel im Aquaria Spassbad in Oberstaufen. - Aquaria Spaßbad/dpa-tmn

Für Familien spannender sind das Erlebnisbad Aquaria oder die grosse Eislaufbahn.

Das Bad ist wie die vier Skigebiete ein «Top-Partner» der Gästecard «Oberstaufen Plus»: Sie wird von Hotels und Gastgebern ausgegeben und enthält täglich eine dieser Attraktionen.

Nachtschwärmer können hier in der Dunkelheit rodeln

Das Hündle ist das zweite Skigebiet des Ortes. Heidi Biebl, in Oberstaufen geboren und Olympia-Goldmedaillengewinnerin in Squaw Valley 1960, machte dort bis vor wenigen Jahren noch regelmässig ihre Abfahrten.

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Hoch hinauf, tief hinab: Die Skigebiete Steibis und Hündle bieten für jeden Skifahrer und jede Skifahrerin passende Abfahrten. - Bergbahnen Imberg&Huendle/dpa-tmn

Heute wartet ein Sechser-Sessellift auf Skigäste, der zum Hochsiedel (1126 Meter) führt. Das waldige Areal gilt als relativ schneesicher.

Selbst für Nachtschwärmer hat Steibis etwas zu bieten: Jeden Samstag von 18.00 bis 21.00 Uhr wird die Abfahrt vom Imberghaus ins Tal fürs Nachtrodeln geöffnet.

Mehr als drei Kilometer lang ist die Abfahrt, mit der Kabine geht es auch in der Dunkelheit wieder bergauf.

Oberstaufen ist mit dem Zug erreichbar, von Zürich aus fährt man mit einmaligem Umsteigen etwa zweieinhalb Stunden.

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