Kommunikation: Werbeanrufe auf dem Festnetz - so werden sie geblockt
Werbeanrufe auf dem Festnetz nerven viele Haushalte. So blockieren Sie Anrufe, nutzen den Sterneintrag und schützen Ihre Daten wirksam.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor allem ältere Menschen werden oft mit Werbeanrufen belästigt.
- Rechtliche Meldungen und klare Gesprächsabbrüche erhöhen den Schutz deutlich.
- Werbeanrufe lassen sich durch einen Sterneintrag reduzieren.
Viele Schweizer Haushalte waren bereits von unerwünschten Werbeanrufen betroffen. Dafür gewählt wird besonders häufig das Festnetz, weil Nummern leicht automatisiert angewählt werden können.
Wie das Bundesamt für Kommunikation in seinem Tätigkeitsbericht 2024 festhält, gingen 2023 zahlreiche Beschwerden zu unerwünschter Telefonwerbung ein. Das Bundesamt verweist zudem auf steigende Meldungen im Zusammenhang mit Callcenter-Aktivitäten aus dem Ausland.
Rechtliche Grundlagen und Schutzmechanismen
In der Schweiz regelt das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb den Umgang mit Telefonwerbung. Wer im Telefonbuch mit einem Stern eingetragen ist, darf grundsätzlich nicht zu Werbezwecken kontaktiert werden.
Dieser sogenannte Sterneintrag symbolisiert, dass keine kommerziellen Anrufe erwünscht sind. Unternehmen, die sich nicht an diese Vorgabe halten, handeln unlauter im Sinne des Gesetzes.

Betroffene können entsprechende Vorfälle bei den zuständigen Stellen melden.
Persönliche Daten sparsam weitergeben
Werbeanrufe sind nicht nur lästig, sondern beeinflussen auch das Sicherheitsgefühl im Alltag. Viele Werbeanrufe basieren auf Daten, die bei Wettbewerben oder Onlineformularen hinterlegt wurden. Wer bewusst mit seinen Kontaktdaten umgeht, reduziert das Risiko unerwünschter Kontaktaufnahme deutlich.
Eine Untersuchung der Universität Zürich von 2024 zeigt, dass sich ein signifikanter Anteil der Befragten durch wiederholte Werbeanrufe belästigt fühlt.
Kommunikation: Technische Möglichkeiten zur Blockierung am Festnetz
Neben rechtlichen Instrumenten gibt es verschiedene technische Lösungen gegen Werbeanrufe. Moderne Festnetztelefone verfügen oft über integrierte Sperrlisten für bestimmte Rufnummern.
Unbekannte oder wiederholt auffällige Nummern können so direkt im Gerät blockiert werden. Viele Router bieten ebenfalls eine Funktion zur Anrufblockierung. Über das Online-Menü lassen sich Nummern manuell oder automatisch sperren. Einige Geräte erkennen zudem bekannte Spamnummern anhand regelmässig aktualisierter Listen.

Telekommunikationsanbieter stellen zusätzlich Schutzdienste bereit. Diese filtern verdächtige Anrufe bereits im Netz heraus, bevor das Telefon klingelt. Wie das Bundesamt für Kommunikation 2024 berichtet, setzen Anbieter vermehrt auf solche Präventionsmassnahmen.
Kriminelle wechseln häufig ihre Rufnummern oder verschleiern ihre Identität. Da wird es leider schwer, alle Rufnummern blockieren zu lassen.
Richtig reagieren bei unerwünschten Anrufen
Wenn das Telefon klingelt und eine unbekannte Nummer erscheint, ist Vorsicht angebracht. Geben Sie keine sensiblen Daten am Telefon preis. Dazu zählen insbesondere Bankdaten, AHV-Nummern oder Kopien von Ausweisen.
Doch auch bekannte Rufnummern können gefälscht sein. Es gibt Programme, die eine Nummer vortäuschen. So denken Sie, dass die Bank anruft; tatsächlich ist es aber ein Krimineller.
Seriöse Unternehmen respektieren einen klar ausgesprochenen Widerspruch gegen weitere Kontaktaufnahme. Bitten Sie ausdrücklich um Löschung Ihrer Daten aus den Kontaktlisten.

Die Universität Lausanne beschreibt in einer Studie von 2023, dass klare Gesprächsbeendigung das Risiko weiterer Anrufe reduziert.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass längere Diskussionen oft zu weiteren Kontaktversuchen führen. Ein ruhiger, bestimmter Abbruch des Gesprächs ist daher sinnvoll.
Sensibilisierung im Alltag
Alles beginnt oft bei der Veröffentlichung der eigenen Telefonnummer. Überlegen Sie sorgfältig, ob ein Eintrag im öffentlichen Telefonverzeichnis notwendig ist. Ein Sterneintrag erhöht den rechtlichen Schutz deutlich.
Sprechen Sie auch mit älteren Angehörigen über typische Maschen von Callcentern. Gerade Seniorinnen und Senioren nutzen häufig noch das klassische Festnetz. Aufklärung im persönlichen Umfeld kann vor finanziellen Schäden schützen.

Wie die Universität Basel 2024 in einer Untersuchung zur digitalen Sicherheit feststellt, wirkt Information präventiv. Die Studie zeigt, dass aufgeklärte Haushalte seltener Opfer von betrügerischen Telefonkontakten werden.
Es ist also wichtig, sich in der Familie und unter Freunden richtig Bescheid zu geben, wenn Ihnen etwas Seltsames auffällt. Werbeanrufe auf dem Festnetz lassen sich nicht vollständig verhindern, aber dadurch deutlich reduzieren.















