Bildung: Das sind die Alternativen zu einer gymnasialen Ausbildung
Nach der obligatorischen Schulzeit stellt sich oft die Frage: Wie weiter? Nebst dem Gymnasium stehen mehrere Möglichkeiten der Bildung zur Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz absolviert die Mehrheit der jungen Erwachsenen eine Berufslehre.
- Schulabsolvierende haben verschiedene Alternativen zum Gymnasium.
- Viele alternative Angebote führen ebenfalls zur Hoch- oder Fachhochschulreife.
Der häufigste nach der Grundbildung eingeschlagene Bildungsweg ist in der Schweiz nach wie vor die Berufslehre. Zwischen 65 und 70 Prozent der Schulabsolvierenden beginnen ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA). Im Vergleich dazu absolvieren nur 20 bis 25 Prozent das Gymnasium. Das zeigen Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Berufslehre – das berufliche Fundament
Die Berufslehre ist hierzulande vor allem verbreitet, da man während der Ausbildung Geld verdient. Zudem führt sie die Absolvierenden direkt zu einem Beruf. Von dort aus stehen ihnen dann diverse Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. So etwa die Berufsmaturität, höhere Fachschulen oder Fachhochschulen.

Mit eingeschobener Passerelle gelangen einige dann gar an Schweizer Universitäten. Nicht zuletzt gilt der berufliche Weg allgemein als gleichwertige Alternative zum Gymnasium.
Diese Berufslehren sind besonders beliebt
Laut dem «Nahstellbarometer 2025» von GFS Bern gehören kaufmännische, Gesundheits- und Informatiklehren zu den beliebtesten Ausbildungen bei Schweizer Jugendlichen. Daher überrascht es nicht, dass die meisten Lehrstellen in der Handelsbranche, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe angeboten werden.
Viele Unternehmen fördern zudem die berufliche Weiterbildung ihrer Lernenden. Die Hälfte der Betriebe, die Lehrstellen anbieten, ermöglichten es im Jahr 2025, während der beruflichen Grundbildung die Berufsmaturität zu absolvieren. Diese Weiterbildungsmöglichkeit wird oft von grösseren Unternehmen ab einer Mitarbeiterzahl von 100 Angestellten angeboten.
Bildung an einer Höheren Fachhochschule
Voraussetzung für eine Höhere Fachhochschule ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und je nach Beruf eine Praxiserfahrung von eins bis drei Jahren. Die höhere Fachhochschule baut auf Praxis und Berufserfahrung auf. Eine Höhere Fachhochschule eignet sich für alle, die berufliches Fachwissen vertiefen möchten und eine Kombination aus Theorie und Praxis bevorzugen.
Mit der Berufsmatur stehen einem die Türen offen
Wer sich für die Berufsmatur entscheidet, dem stehen viele Möglichkeiten offen. Besonders Beliebt ist die Fachhochschule. Gemäss dem BFS besuchten im Schuljahr 2024/25 rund 36'200 Studierende eine Fachhochschule. Studierende erhalten dort die Möglichkeit, einen Bachelor- oder Masterabschluss zu erlangen.

Im Gegensatz zu einem Studium an einer Universität ist die Fachhochschule stärker praxisorientiert. Studierende haben zudem die Möglichkeit, ihr Studium in Teilzeit zu absolvieren. Dadurch können sie sich gezielt weiterbilden und gleichzeitig praktische Berufserfahrung sammeln.
Über Passerellen an Universitäten
Wer einen Beruf ausüben möchte, der einen Universitätsabschluss erfordert, hat ebenfalls diese Möglichkeit. Über sogenannte Passerellen können Studierende Zugang zu Universitäten erhalten. Einige Studiengänge, wie zum Beispiel Medizin oder ein Studium an der Pädagogischen Hochschule, verlangen zusätzlich das Bestehen eines Eignungstests.

In der Schweiz gilt also: Wer Durchhaltewillen und Lernbereitschaft zeigt, kann sein Berufsziel auf unterschiedlichen Wegen erreichen. Der «goldene Weg» muss nicht zwingend über das Gymnasium führen. Es lohnt sich, sich früh mit der Berufsbildung auseinanderzusetzen und die eigenen Interessen zu erkennen.














