Seit Jahren steht die Zeitumstellung immer wieder in der Kritik. Denn bei manchen kann sie unter anderem gesundheitliche Probleme wie Depressionen auslösen.
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Die Depression ist eine Volkskrankheit. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesundheitliche Probleme gelten auch in der Schweiz als Argument gegen die Zeitumstellung.
  • So klagen viele über Schlafstörungen, Depressionen und Konzentrationsprobleme.
  • Doch auch eine ewige Sommerzeit bringt laut Forschern keine Besserung.

In der Diskussion rund um die Abschaffung der Zeitumstellung spielt das Thema Gesundheit eine zentrale Rolle. Denn die sich zweimal jährlich verändernde Uhrzeit kann vielen Menschen aufs Gemüt schlagen.

Eine Umfrage der deutschen Krankenkasse DAK vom März 2020 zeigte, dass jeder Vierte über Beschwerden während der Zeitumstellung klagt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet demnach unter Schlafproblemen. Auch Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen treten häufig auf.

Der DAK-Umfrage zufolge gaben Frauen häufiger als Männer an, schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung gehabt zu haben.

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Nach der Zeitumstellung gerät bei vielen Menschen der Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. - Keystone

Drei Viertel der Befragten gaben jedoch an, keine gesundheitlichen Probleme wegen der umgestellten Zeit zu haben. Dennoch lehnt die Mehrheit der Deutschen das Drehen an der Uhr ab.

74 Prozent sind überzeugt, die Umstellung sei überflüssig und gehöre abgeschafft. 23 Prozent der Teilnehmer wollen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit beibehalten.

Auf Zeitumstellung verzichten – keine Option?

Laut Forschern würden die Probleme bei Gesundheit und Wohlbefinden beim Wechsel auf eine ganzjährige Sommerzeit aber nicht verschwinden. Ganz im Gegenteil: Es erhöhe sich unter anderem die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme.

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Um Gesundheitsprobleme zu umgehen, kann man sich schon im Vorfeld auf die Zeitumstellung vorbereiten. - Keystone

Dies zeigt sich unter anderem am Beispiel von Russland, das bereits einmal versucht hatte, dauerhaft die Sommerzeit einzuführen. Nach dem Klagen der Bevölkerung wechselte man schliesslich auf die permanente Winterzeit. Doch auch diese scheint einem Teil der russischen Bürgerinnen und Bürger zu schaffen zu machen.

Allgemein sprechen sich die meisten Experten in den europäischen Ländern für die ganzjährige Winterzeit bzw. Normalzeit aus. Denn diese entspreche am ehesten dem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus und den natürlichen Lichteinflüssen.

Schlafstörungen und Müdigkeit?

Doch was kann man tun, um die nächste Zeitumstellung und den Mini-Jetlag ohne Beschwerden zu überstehen? Die beste Medizin sind wohl Ruhe und ein paar Tage Geduld. Hilfreich ist zudem, in der Woche nach der Umstellung keine stressigen Termine am Morgen oder Abend einzuplanen. Unmittelbar nach der Zeitumstellung darf man es also etwas ruhiger angehen.

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Bewegung und sportliche Aktivitäten können zu besserem Schlaf beitragen. - Pexels

Eine andere Möglichkeit ist es, die innere Uhr auf den Wechsel vorzubereiten. So kann man bereits im Vorfeld die Routine langsam an die neue Zeit anpassen. Das heisst, man geht von Tag zu Tag etwas früher ins Bett. So stellt sich der Wach-Schlaf-Rhythmus bereits als Prävention neu ein.

Auch die Abendroutinen vor dem Schlafen können etwas früher durchgeführt werden als gewohnt. So etwa das Znacht oder das gemütliche Beisammensein vor dem Fernseher. Sportliche Aktivitäten oder ein Spaziergang regen zudem die physische und psychische Gesundheit an. Es kann helfen, abends den Kopf durchzulüften und schneller einzuschlafen.

Mit Frühsport den Tag zu beginnen hilft zudem, morgens besser in die Gänge zu kommen.

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