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    Arbeit: Arztzeugnis unter Verdacht

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    Olten,

    Wer krank ist, ist krank, das ist eigentlich klar. Trotzdem fühlen sich viele Arbeitnehmende zunehmend unter Druck, wenn es um Arztzeugnisse geht.

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    Bei Krankheit sollten Arztzeugnisse rechtzeitig eingereicht werden. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Arztzeugnisse schützen Arbeitnehmende während eines Krankheitsfalles.
    • Es gibt immer wieder die Diskussion um Gefälligkeitszeugnisse.
    • Auch der Bundesrat hat sich letztes Jahr dazu geäussert.

    Arztzeugnis auf dem Prüfstand

    Eine Krankschreibung kann für die Beziehung von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden zum heiklen Thema werden. Ein Skilehrer, der ein Bein gebrochen hat, ist arbeitsunfähig. Bürojobs könnten aber auch mit Beinbruch erledigt werden.

    Arztzeugnisse sind immer wieder auf dem Prüfstand. Warum? «Unwissentlich falsch» heisst, dass der Arzt nicht alle Informationen hatte, um festzustellen, was der Mitarbeitende in seiner beruflichen Tätigkeit doch noch alles machen könnte.

    Wenn der Arzt nicht weiss, was die Tätigkeit seines Patienten ist, gibt es vielleicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent, obwohl ein bestimmtes Pensum oder bestimmte Tätigkeiten möglich wären. Unternehmen haben dann das Problem, dass der Mitarbeitende zu 100 Prozent krankgeschrieben ist.

    Bundesrat hat geprüft

    Auch der Bundesrat hat sich mit dem Thema «Gefälligkeitszeugnisse» befasst: Im Oktober 2025 hielt er fest, dass die bestehenden rechtlichen Vorschriften ausreichen, um Gefälligkeitszeugnissen entgegenzuwirken.

    Für Arbeitnehmende ist das eine gute Nachricht. Denn: Ein Arztzeugnis bleibt ein wichtiges Schutzinstrument. Wer krank ist, hat Anspruch darauf, sich auszukurieren, ohne Misstrauen, ohne Rechtfertigungsdruck. Entscheidend wäre der Nachweis, dass eine Ärztin oder ein Arzt wissentlich gelogen hat und genau das ist in der Praxis kaum belegbar.

    Zwei Perspektiven

    Aus Arbeitnehmersicht würden strengere Regelungen bei Arztzeugnissen vor allem jene treffen, die wirklich krank sind. Hinzu kommt: Müssten Arztzeugnisse künftig umfangreicher und detaillierter ausfallen, drohen steigende Krankenkassenkosten.

    Während dies die Sicht der Angestellten widerspiegelt, sehen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber durchaus Bedarf in einer Anpassung, denn strengere Regeln bei der Krankschreibung könnten den Unternehmen bei der Planung helfen.

    Sollte man proaktiv beim Arzt sagen, wo man einen Einsatz für sich sieht?

    Was kannst du als Angestellte oder Angestellter tun?

    Korrektes Vorgehen bei Krankschreibungen ist wichtig. Für Arbeitnehmende ist es wichtig, weiterhin korrekt vorzugehen: Arztzeugnisse rechtzeitig einreichen und bei Unklarheiten das Gespräch suchen. In den allermeisten Fällen funktioniert das Zusammenspiel zwischen Arbeitnehmenden, Ärzteschaft und Arbeitgebenden ohne Probleme.

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