Arbeit: Schweissausbrüche mitten im Büro

Angestellte Schweiz
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Olten,

Hitzewallungen im Meeting, schlaflose Nächte, plötzliche Tränen… Für Frauen sind die Wechseljahre kein leichtes Ereignis, sondern ein täglicher Kraftakt.

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Wechseljahre sind eine Zäsur, aber kein Endpunkt. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechseljahre treffen Frauen oft auf dem Karrierehöhepunkt.
  • Symptome wie Brain Fog bremsen Leistung und Aufstieg.
  • Arbeitgeber können mit Flexibilität und Offenheit helfen.

Was genau bedeuten «Wechseljahre»?

Das «Klimakterium» bezeichnet den hormonellen Übergang, bei dem die Eierstöcke die Östrogenproduktion schrittweise reduzieren. Das Durchschnittsalter der Menopause, dem definitiven Ausbleiben der Regelblutung liegt bei rund 50 Jahren. Doch die Beschwerden beginnen oft Jahre früher, in der sogenannten Perimenopause. Die Symptome sind vielfältig: von Hitzewallungen, Nachtschweiss und Schlafstörungen über Gelenkschmerzen und Herzrasen bis hin zu Stimmungsschwankungen, Ängsten und dem sogenannten Brain Fog, dem Gefühl, nicht klar denken zu können.

Ein Thema, das ins Büro gehört

Viele betroffene Frauen befinden sich in der Perimenopause auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Laufbahn. Sie tragen Führungsverantwortung, managen Teams und Projekte und kämpfen möglicherweise gleichzeitig mit Schlafmangel und Konzentrationsproblemen.

Haben Sie auch mit Schlafmangel und Konzentrationsproblemen zu kämpfen?

Eine erste schweizweite, repräsentative Studie zur Menopause zeigt Handlungsbedarf: Denn aus Angst, offen darüber zu sprechen, reduzieren die Frauen ihr Arbeitspensum, lehnen die Beförderung ab oder erwägen sogar den vorzeitigen Ruhestand. Der Umgang mit den Wechseljahren zeigt, dass das Thema nach wie vor tabuisiert wird und dass die Symptome die Karriere von Frauen in gewisser Weise bremsen können.

Was Arbeitgeber tun können

Fortschrittliche Unternehmen reagieren: mit flexiblen Arbeitszeiten, kühlen Rückzugsorten, vertraulichen HR-Gesprächen und einem enttabuisierten Umgang mit dem Thema. Wer erfahrene Mitarbeiterinnen halten will, investiert in ihr Wohlbefinden. Denn hinter den Wechseljahren steckt keine Schwäche, sondern jahrzehntelange Erfahrung, die es zu schätzen gilt.

Was Arbeitnehmerinnen tun können

Der erste und vielleicht wichtigste Schritt ist: das Gespräch suchen. Viele Frauen schweigen aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung, dabei ist Offenheit gegenüber Vorgesetzten oder der HR-Abteilung oft der Schlüssel zu echter Entlastung. Wer die eigene Situation klar kommuniziert, schafft die Grundlage für individuelle Lösungen. Das bedeutet nicht, sich zu erklären oder zu rechtfertigen, sondern schlicht, die eigenen Bedürfnisse sichtbar zu machen. Denn was nicht ausgesprochen wird, kann auch nicht verändert werden.

Konkret heisst das: Anpassungen aktiv einfordern. Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, ein kühlerer Arbeitsplatz oder angepasste Meeting-Strukturen, viele dieser Massnahmen sind einfach umzusetzen und können den Alltag erheblich erleichtern. Wer weiss, was hilft, sollte es benennen. Und wer glaubt, solche Forderungen seien unangemessen, sollte sich vor Augen halten: Es geht nicht um Sonderbehandlung, sondern um faire Arbeitsbedingungen, wie sie selbstverständlich auch bei anderen gesundheitlichen Themen eingefordert werden.

Ebenso wichtig ist der Aufbau eines Netzwerks. Wechseljahre betreffen Millionen von Frauen und dennoch fühlen sich viele damit allein. Der Austausch mit Kolleginnen, in internen Netzwerken oder externen Gruppen, kann enorm entlastend sein. Nicht nur emotional, sondern auch praktisch: Erfahrungen teilen, Tipps weitergeben, gemeinsam Themen in Unternehmen platzieren. Wo Einzelne oft ungehört bleiben, entsteht durch gemeinsame Stimmen Veränderung.

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