Djokovic schaltet sich in Tennis-Zoff mit ATP-Boss ein

Der Kanadier Vasek Pospisil holt in Miami zum Rundumschlag gegen ATP-Boss Andrea Gaudenzi aus. Novak Djokovic stärkt seinem Freund den Rücken.

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Youtube / Topspinz - Der Ausraster von Vasek Pospisil in Miami im Video.

Das Wichtigste in Kürze

  • ATP-Boss Andrea Gaudenzi soll Vasek Pospisil in einem Meeting angegriffen haben.
  • Der kanadische Tennis-Spieler zerschmettert darauf auf dem Court ein Racket – und kontert.
  • Unterstützung kriegt er von PTPA-Chef Novak Djokovic.

Der Streit zwischen der Professional Tennis Players Association (PTPA) und der Spielervereinigung ATP geht in die nächste Runde! Der Kanadier Vasek Pospisil zerschmettert demonstrativ ein Racket auf dem Court beim Turnier in Miami. Als der Schiedsrichter den 30-Jährigen bestraft, holt Pospisil zum Rundumschlag aus.

«Eineinhalb Stunden lang hat mich der Vorsitzende der ATP gestern in einem Spielermeeting angeschrien. Weil ich versucht habe, die Spieler zu vereinen. Holt ihn hier raus, dieses verdammte A****loch – warum unterstütze ich das?», so der aufgebrachte Tennis-Star.

Novak Djokovic verkündet im August 2020 die Gründung der Professional Tennis Players Association (PTPA). - Instagram

Die Vorgeschichte: ATP-Boss Andrea Gaudenzi soll Vasek Pospisil in einem Meeting verbal angegriffen und ihn als «ungebildet» und «ignorant» bezeichnet haben. Gaudenzi ist kein Freund der von Djokovic gegründeten Spielervereinigung PTPA. Dieser gehört auch Pospisil an.

Djokovic nimmt PTPA-Kollege in Schutz

Pospisil entschuldigte sich mittlerweile für sein Verhalten auf dem Platz. «Ich habe das Spiel, das ich liebe, nicht respektiert, und das tut mir leid», so die Weltnummer 67 auf Twitter.

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Trotzdem erhält er viel Unterstützung aus den Reihen der PTPA – darunter auch vom Chef höchstpersönlich. Novak Djokovic kommentiert: «Vasek ist ein guter Freund von mir und ich verstehe ihn von ganzem Herzen.»

Er hoffe, dass jeder Spieler erkenne, wie wichtig es sei, vereint zu sein. Pospisil sei eine Person ausserordentlicher Integrität und kümmere sich stets um das Wohlergehen seiner Kollegen.

Ebenfalls ein gutes Wort für ihren Kollegen legen Milos Raonic (ATP19), John Isner (ATP28) und Ivo Karlovic ein.

Viel Kritik an der ATP

Djokovic gründete im August des vergangenen Jahres die Spielervereinigung PTPA. Damit wollte der Serbe den Spielern mehr Mitsprache-Rechte einräumen. Unter anderem von Roger Federer und Rafael Nadal gab es viel Kritik für den Schritt.

Roger Federer und Rafael Nadal sind prominente Gegner der PTPA. - Keystone

Seither wächst allerdings auch die Kritik an der ATP. Beispielsweise sollen finanzielle Interessen über die Meinungen der Spieler gestellt werden. Der Deutsche Alexander Zverev kritisierte das Corona-Ranking-System. Der Amerikaner John Isner die Intransparenz, zum Beispiel bei Preisgeld-Entscheidungen.