Coronavirus: Schweizer Skigebiete bangen um ihr Personal

Geschlossene Skilifte und viele offene Stellen: Der wegen des Coronavirus entstandene Personalmangel plagt die Schweizer Skigebiete. Die Lage spitzt sich zu.

Immer mehr Mitarbeiter von Ski-Restaurants oder von Skiliften stecken sich mit dem Coronavirus an. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In zahlreichen Schweizer Wintersportorten fehlt es gegenwärtig an Personal.
  • Verschärft wird die ohnehin prekäre Lage durch die Omikron-Welle.
  • Deshalb befürchten Betreiber zunehmend Personalausfälle und weitere Schliessungen.

Die Stimmung in den Schweizer Wintersportorten ist angespannt: Vielerorts fehlt es wegen des Coronavirus an Personal. So auch im Gebiet Titlis Engelberg in der Zentralschweiz.

Kurz vor dem Gespräch mit Nau.ch erfährt Geschäftsführer Norbert Patt, dass im Chalet Après-Ski Bar drei von fünf Mitarbeitern coronabedingt ausfallen. Er rechnet daher damit, dass dieses vorübergehend geschlossen werden muss.

Wegen des Coronavirus steht ein Schild mit der Aufschrift "Hier gilt Maskenpflicht" vor der Talstation des Sesselliftes "Ice Flyer" auf dem Titlis (Archiv). - keystone

«Momentan tragen wenige Schultern die Arbeitslast», so Patt. Noch im Oktober seien 50 Stellen offen gewesen, so der CEO. «Früher haben Fachkräfte gefehlt, heute finden wir nicht mal mehr unqualifiziertes Personal.»

«Halb-Selbstbedienung» statt Service

Sollte Omikron weitere Personalausfälle mit sich bringen, müsse das Betriebskonzept umstrukturiert werden. Gegenwärtig setze man auf der Terrasse Trübsee auf eine «Halb-Selbstbedienung», so Patt. Bei dieser erhielten Gäste einen Pager. Sobald dieser vibriere, könnten sie sich vom Buffet bedienen. Bisher seien keine weiteren Anpassungen vorgenommen worden.

Auch im Skigebiet Adelboden-Lenk BE fehlt es an Personal. Vier Personen fallen am Skilift «Guetfläck» aus. Dieser musste deshalb geschlossen werden.

Der Skilift «Guetfläck» im Skigebiet Adelboden/Lenk BE musste wegen fehlendem Personal geschlossen werden. - Nau.ch

Zudem sind gegenwärtig Mitarbeitende aus allen Bereichen aufgrund des Coronavirus in Quarantäne, was die Situation weiter verschärft. Mit einem Ausschreiben suchen die Lenk Bergbahnen nach Arbeitskräften.

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Wie Nau.ch weiss, bangen auch im Touristen-Hotspot Zermatt VS viele Restaurants um ihr Personal.

Das Bergrestaurant Blatten musste sogar bis zum 30. Dezember seine Tore schliessen. Dies wegen coronabedingten Personalausfällen, wie das Restaurant auf Anfrage bestätigt. «Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir kurzentschlossen unseren Betrieb für die nächsten Tage schliessen werden. Ihr Wohl und das Wohl unserer Mitarbeiter liegt uns am Herzen», schrieben die Betreiber auf der Webseite.