Wieder Marco Odermatt? ER gewinnt am Samstag die Lauberhorn-Abfahrt
Der Ski-Weltcup macht Halt in Wengen, die legendäre Lauberhorn-Abfahrt steht am Samstag an. Gewinnt erneut Marco Odermatt? Oder jubelt ein neuer Champion?

Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag steht die legendäre Abfahrt am Lauberhorn auf dem Weltcup-Kalender.
- Vorjahressieger Marco Odermatt ist der Gejagte – auch von Teamkollege Franjo von Allmen.
- Wer holt den prestigeträchtigen Sieg? Auf der Nau.ch-Sportredaktion herrscht Uneinigkeit.
Im letzten Jahr konnten die Schweizer Skifans in Wengen einen Doppelsieg bejubeln. Marco Odermatt setzte sich vor dem späteren Abfahrts-Weltmeister Franjo von Allmen durch. Wer kann sich in diesem Jahr nach der legendären Lauberhorn-Abfahrt feiern lassen?
Die Meinungen von Nau.ch gehen auseinander. Gewinnt Marco Odermatt auch 2026? Schnappt Franjo von Allmen seinem Landsmann diesmal den Sieg weg? Oder schlägt Giovanni Franzoni in der Aussenseiter-Rolle zu?
Die Entscheidung fällt am Samstag. Ab 12.30 Uhr werden die Speed-Fahrer – einen Tag nach dem Wengen-Super-G – in der Lauberhorn-Abfahrt um den Sieg beim Abfahrts-Klassiker kämpfen.
Ronny Reisch, Sportredaktor
«Für mich ist relativ offensichtlich: Wenn alles normal läuft, steht Marco Odermatt am Samstag einmal mehr ganz oben auf dem Podest. Er ist der Vorjahressieger und hat in dieser Saison in drei Abfahrten zwei Siege und einen zweiten Platz vorzuweisen.
An das Talent von Odermatt kommt ohnehin seit Jahren niemand heran, doch mittlerweile hat der 28-Jährige dazu auch die nötige Erfahrung. Mit der Rolle des Gejagten ist der Nidwaldner bestens bekannt – er mag den Druck sogar.

Ein Heimrennen – insbesondere die legendäre Lauberhorn-Abfahrt – bringt beim erfolgsverwöhnten Odermatt eine Extra-Motivation.
Dazu ist er gut in Form: Zuletzt hat Odermatt zum fünften Mal in Folge den Adelboden-Riesen gewonnen. In Wengen hat er die letzten drei Abfahrtsrennen allesamt gewonnen, in diesem Jahr kommt Nummer 4.
Denn: Ruft ein hochmotivierter Marco Odermatt sein Können ab, ist für die Konkurrenz kein Kraut gewachsen.»

Nicola Wittwer, Sportredaktor
«Ich tippe am Samstag nicht nur auf einen Schweizer Heimsieg, sondern sogar auf einen Berner! Franjo von Allmen hat offensichtlich das Zeug, um seinen – neben dem WM-Titel – grössten Triumph zu feiern.
Letztes Jahr wurde der spätere Weltmeister in der Abfahrt von Wengen Zweiter und gewann am Vortag den Super-G. Wie man ein Heimrennen gewinnt, weiss von Allmen also.

Zwölf Monate später wird der 24-Jährige auch die 37 Hundertstel, die ihm in der Abfahrt auf Odermatt fehlten, zu kompensieren wissen.
Der Gefahr des Simmentalers ist sich ‹Odi› bewusst: ‹In den Gleitpassagen ist er fast unschlagbar. Dort ist es sehr schwer, ihm nachzukommen›, sagte er im Vorfeld der Heimabfahrt. Auf dem langen und flachen Streckenabschnitt Langentrejen ist von Allmen also brandgefährlich.
Müdere Beine sollte der Weltmeister während der über 2:20 Minuten zudem nicht bekommen. Ohne eine Teilnahme in Adelboden tritt von Allmen in Wengen völlig erholt an.
Dann heisst es wie üblich: Vollgas! 2026 reicht das zum Berner Heimsieg.»

Mathias Kainz, Sportredaktor
«Ich wage es, mich gegen die Schweizer Übermacht aus dem Fenster zu lehnen – und tippe auf Italien: Was Giovanni Franzoni in den Trainingsfahrten abgeliefert hat, das ist eine ganz deutliche Kampfansage.
Und damit meine ich gar nicht die Zeiten, die der Italiener gefahren ist. Sondern vielmehr die Art, wie er diese Zeiten abgeliefert hat.

Man darf nicht unterschätzen, wie sich die Piste zwischen den beiden Trainings entwickelt hat. Das hat auch Marco Odermatt gelobt, und mancher Routinier hatte auf dem schlagigen Eis seine Mühe.
Nicht aber Franzoni – der Italiener war auch am Donnerstag wieder wie auf Schienen unterwegs. Seine Rossignol-Latten waren in beiden Trainings perfekt abgestimmt. Nur am Material liegt es also nicht.
Hinzu kommt, dass der 24-Jährige gerade im absoluten Aufwind ist. Auf der Saslong in Gröden stand er zuletzt erstmals auf dem Weltcup-Podest.
Für mich spricht deshalb auf dem Lauberhorn alles für eine kleine Sensation. Und was wäre das für eine Kampfansage vor Olympia in Italien ...»













