EHC Thun trifft im Halbfinal-Derby auf Hockey Huttwil
Der «Fulehung» ist im Playoff-Viertelfinal so etwas von erwacht und hat Dübendorf ausgeschaltet. Nun trifft der EHC Thun im Halbfinal auf Hockey Huttwil.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem «Sweep» im Viertelfinal geht es für den EHC Thun nun gegen Huttwil.
- Das Derby gegen die Oberaargauer ist ein «Evergreen» in der MyHockey League.
- Eine Prognose kann kaum gewagt werden.
Die Playoff-Viertelfinals in der MyHockey League verliefen erstaunlich klar. Qualisieger und Meister Seewen musste gegen Wetzikon zwar phasenweise leiden, setzte sich am Ende aber deutlich mit 3:0-Siegen durch.
Für die grosse Überraschung sorgte im Viertelfinal der SC Langenthal. Die Oberaargauer düpierten den Tabellenzweiten Franches-Montagnes und kamen ebenfalls mit 3:0-Siegen durch.

Auch der EHC Thun gab sich keine Blösse. Aus der erwartet umkämpften und engen Serie gegen den EHC Dübendorf wurde nichts. Die Thuner dominierten die Serie und sicherten sich den «Sweep». Die einzige Serie, in welcher beide Teams mindestens einmal gewinnen konnten, war der Viertelfinal zwischen Huttwil und Frauenfeld.
Im ersten Spiel siegte Hockey Huttwil erst im Penaltyschiessen. Spiel zwei ging an den EHC Frauenfeld. Danach liessen die Oberaargauer aber nichts mehr anbrennen und sicherten sich den Halbfinaleinzug mit zwei weiteren Siegen.
Eine Art «Evergreen»
Es gibt Lieder, die ein Eigenleben entfalten und immergrün, also immer neu zu bleiben scheinen. Ähnlich verhält es sich mit den Aufeinandertreffen zwischen dem EHC Thun und Hockey Huttwil. Beide Teams kennen sich seit Jahren in- und auswendig und treffen regelmässig aufeinander.
In der Saison 2015/16 spielten die beiden Vereine im Playoff-Final der 1. Liga Zentralschweiz gegeneinander. Huttwil – damals noch als EHC Brandis unterwegs – glich einen 2:0-Rückstand aus.
In der «Belle» behielten die Thuner die Nerven und sicherten sich den Meistertitel. Vom Team des EHC Thun ist ein Spieler immer noch aktiv. Pascal Rossel ist auch zehn Jahre später wieder mit dabei, wird aber die erste Partie gesperrt verpassen.
Bitteres Karriereende für Huttwil-Coach
Bei den Oberaargauern steht kein Spieler von damals mehr auf dem Eis. Dafür stehen gleich drei Exponenten hinter der Bande. Headcoach Daniel Bieri führte den EHC Brandis als Captain aufs Eis. Seine heutigen Assistenztrainer Sandro Hain und Matthias Seematter liefen ebenfalls auf.
Am Ende stand das Trio mit leeren Händen da. Der Meistertitel ging an Pascal Rossel, Joel Reymondin, Simon Studerus und Co. Für Bieri war es gar das letzte Spiel seiner Spielerkarriere.

Ein Jahr später konnte er sich beim EHC Thun revanchieren. Als Assistenztrainer von Andreas Beutler war er mit dabei, als Brandis den neuerlichen Final in vier Spielen für sich entschied.
Das nächste Playoff-Derby folgte im Jahr 2019. Als Zweiter der Quali war Huttwil – das mittlerweile auch Huttwil hiess – klarer Favorit im Viertelfinal gegen Thun. Die neu im Campus Perspektiven beheimateten Huttwiler siegten klar und deutlich mit 3:0.
Vier Jahre später standen sich die beiden Mannschaften im Halbfinal gegenüber. Dieses Mal ging der EHC Thun als Qualisieger ins Rennen. In drei Spielen liessen die Berner Oberländern den Huttwilern keine Chance und zogen in den Final ein.
Beiden Mannschaften in der Quali vorne dabei
Auch heuer mischten beide Teams in der Qualifikation in der vorderen Tabellenhälfte mit. Hockey Huttwil kam mit 63 Punkten auf Rang drei. Der EHC Thun lief einen Platz dahinter mit 55 Punkten ein.
Dreimal trafen die beiden Teams in der Regular Season im Direktduell aufeinander. Zum Saisonstart zogen die Oberaargauer im Heimspiel im letzten Drittel davon. 6:3 lautete das Endergebnis.

Anfang November sicherten sich dann die Thuner einen verdienten 1:3-Auswärtssieg im Campus Perspektiven in Schwarzenbach. Pascal Rossel stand dabei zum 500. Mal für den EHC Thun auf dem Eis.
Kurz vor Weihnachten folgte dann das bislang letzte Aufeinandertreffen. Vor über 500 Zuschauern glichen Rossel und Schweingruber einen 0:2-Rückstand aus für die Thuner. In der Verlängerung dauerte es dann nur sieben Sekunden, ehe Joel Bieri den Siegtreffer für «Huttu» erzielte.
Die Tagesform entscheidet über Sieg oder Niederlage
Huttwil-Coach Bieri analysiert nach dem Spiel: «Wenn wir gegen Thun spielen, kannst du nie eine Prognose abgeben. Es ist eigentlich immer die Tagesform, die über Sieg oder Niederlage entscheidet. In jeder Partie wird sich nichts geschenkt und doch geht es immer fair zur Sache.»

Alle drei Direktbegegnungen waren intensiv, temporeich und hochstehend. Genau so, wie es Partien zwischen Thun und Huttwil eigentlich immer sind. Ein richtiger «Evergreen» eben, der auch dieses Mal neue Geschichten schreiben wird.
EHC Thun versus Hockey Huttwil ab Samstag
Bereits am Samstag geht es los. Hockey Huttwil empfängt den EHC Thun im Campus Perspektiven in Schwarzenbach. Um 17.30 Uhr ist Puck-Drop.
Drei Tage später spielen die Thuner dann am Dienstagabend vor heimischer Kulisse. Spiel drei folgt am Donnerstag, 12. März.
Die weiteren Spiele finden – falls nötig – am Samstag, 14. März und Dienstag, 17. März statt.
Gespielt wird im Modus «Best-of-5». Wer sich durchsetzt steht im Final und darf weiter vom Pokal träumen.













