Lauberhorn

Brandschutzkontrollen in Wengen: Gravierende Mängel aufgedeckt

Nach Crans-Montana ziehen die Behörden fürs Lauberhorn beim Brandschutz an. Mängel in Bars und Lokalen sind behoben.

Lauberhorn Gedränge
Die Lauberhorn-Rennen werden von vielen Fans besucht. Dabei gibt es in Wengen immer ein Gedränge. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • In Wengen BE wurden vor den Rennen Brandschutzmängel entdeckt.
  • Es ging um Fluchtwege, Feuerlöscher und fehlendes Wissen zur Belegung.
  • Die Betriebe erhielten Mängellisten und mussten nachbessern.
  • Nachkontrollen zeigen laut Gemeinde: Es sieht jetzt deutlich besser aus.

Am Freitag geht es los mit dem Lauberhorn, und in Wengen BE wird es wieder eng. Zehntausende Fans, viele Partys, Festwirtschaften, volle Lokale.

Genau dort schaut die Gemeinde jetzt genauer hin, weil die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS in der Neujahrsnacht viele aufgeschreckt hat.

Notausgang offen, aber trotzdem blockiert

Bei Kontrollen in Bars und Gastrobetrieben wurden teils heikle Dinge entdeckt. Ein Notausgang war zwar nicht verschlossen, aber dahinter stand ein Elektromobil und versperrte den Fluchtweg.

Ist dir das Feiern nach dem Lauberhorn wichtiger als das Rennen selbst?

Gemeindepräsident Karl Näpflin sagt im SRF Regionaljournal, es habe auch bei den Verantwortlichen selbst Lücken gegeben: «Dass zum Beispiel die Betreiber selbst nicht einmal wussten, wie viele Leute sie reinlassen dürfen.»

Untaugliche Feuerlöscher ausgetauscht

Auffällig seien auch Details gewesen, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können.

Näpflin nennt Beispiele: «Fluchtweg-Signalisationen, die nicht funktionieren. Oder Feuerlöscher, die keine richtigen Löschmittel enthalten, zum Beispiel Staub anstatt das korrekte.»

Brandschutz
Fluchtwege müssen frei und signalisiert sein. In Wengen BE wurden Lokale vor dem Lauberhorn kontrolliert. - brandschutzzentrale

Insgesamt habe es pro Betrieb mehrere Punkte gegeben, sagt Näpflin, aber nicht alles sei gleich schwerwiegend gewesen: «Bei jedem Betrieb waren es mehrere, zwischen fünf und zehn, aber nicht alles so gravierende.»

Mängelliste, dann Tempo wegen Lauberhorn-Kasse

Nach den Checks erhielten die Betriebe laut Gemeinde jeweils eine Mängelliste. Wer offen halten wollte, musste nachbessern. Und das ging vor dem Rennwochenende offenbar schnell, weil für viele das Lauberhorn das wichtigste Januar-Geschäft ist.

Wo schaust du die Lauberhorn-Rennen?

Näpflin sagt: «Für viele Betriebe ist das der grösste Event des Jahres. Also die grösste Einnahmequelle vom Januar, mindestens. Sie setzten alles in Gang, um die Mängel zu beheben.»

Daraufhin gab es Nachkontrollen. Laut Näpflin sei das Gefühl jetzt klar besser als noch vor wenigen Tagen: «Ich habe sicher ein viel besseres Gefühl als vor einer Woche. Ich bin sehr froh, dass der Gemeinderat das Ganze in die Wege gelegt hat.»

Letztes Jahr war Wengen am Limit

Zum Lauberhorn wird es in Wengen BE nicht nur in den Bars eng, sondern auch auf den Wegen. 2025 kamen rund 80'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, allein am Samstag waren es etwa 40'000.

Damals gab es nach der Abfahrt Kritik wegen dichtem Gedränge und langen Wartezeiten. Das Weltcup-Dorf wurde zeitweise abgesperrt, weil es voll war, und am Bahnhof warteten Fans teils stundenlang.

Auch die Einsatzkräfte waren gefordert. Über die Renntage mussten die Retterinnen und Retter laut SRF 140 Mal ausrücken.

Kommentare

User #4211 (nicht angemeldet)

Eben, kaum was gelernt, nur eine geldgierige Gesellschaft, Zerstörung der Natur durch Massentourismus. Zeichen des Niedergangs. Fast jede Generation ist dabei beteiligt

User #5393 (nicht angemeldet)

Ich gehe schon lange nicht mehr an Fussball, Hockey, oder Skirennen denn überall haben die Verantwortlichen vom Sport Vereine, Verbände und Gemeindeverwaltungsrats - Gemeinde Präsidenten Infrastruktur und Sicherheit im Griff, es ist wichtig das Pyros in Stadien sind und seit jahren Schreibe ich den Vereinen, Verbände und Verantwortlichen leider ist Gehör ist nicht vorhanden. Also wenn was passiert untersuchen, Atopsien machen an allen verunglückten wo gestorben sind und dan die Verantwortlichen vor das Gericht. Und das innert einem halben Jahr inkl. Beurteilung. Nach Schweizerische Bundes Verfassung, Bund, Kanton, Gemeinde und Gemeindeverwaltungsrat. Verein, Verbände und dann der Besitzer. Und schön alles abarbeiten und jede Position wo verschlammt hat muss denn kompf hinhalten.

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