Olympia 2026: Hier schaffts Odi nur mit Mühe auf Podest
Neun Medaillen holen unsere Ski-Stars an Olympia 2026. Wer trumpft gross auf – und wer enttäuscht? Hier kommt die grosse Nau.ch-Bilanz.

Das Wichtigste in Kürze
- Nau.ch zieht nach den Alpin-Festspielen der Schweizer eine Ski-Bilanz.
- Für zwei Swiss-Ski-Athleten gibt es Gold – aber wir verteilen auch Leder.
Mit dem Slalom der Frauen endet das Programm der Ski-Stars bei Olympia 2026. Nach neun Medaillen in zehn Rennen ist es Zeit für eine Bilanz. Hier kommen die Nau-Medaillen für unsere Alpinen.
Gold
Lange thront Franjo von Allmen nach seinem Gold-Hattrick alleine auf dem Ski-Thron. Und das verdient: Der 24-jährige Abfahrts-Weltmeister gewinnt in der Abfahrt, dem Super-G und in der Team-Kombi mit Tanguy Nef. Wahnsinn!

Doch nach dem Slalom vom Montag ist klar: Franjo teilt sich den obersten Platz auf dem Treppchen ex-aequo mit Loïc Meillard. Der 29-Jährige holt sich nach Silber in der Team-Kombi und Riesenslalom-Bronze auch noch Gold im Slalom.

Klar: Meillard hat nicht drei Goldene geholt. Aber er triumphiert in der Disziplin, bei der im Alpin-Bereich wohl die höchste Leistungsdichte herrscht. Meillard lässt sich auch nicht von den schwierigen Bedingungen aus der Ruhe bringen, die für 40 (!) Ausfälle sorgen. Chapeau!
Bronze
Da sind wir streng: Wird zweimal Gold verteilt, gibt es keine Silber-Medaille. Und damit rutscht Marco Odermatt noch auf den Bronze-Platz zurück.

Doch diesen hat er sich hart erarbeitet: Zwar wird es nichts mit Olympia-Gold – aber seine Konstanz ist beeindruckend: Bronze im Super-G und jeweils Silber in der Team-Kombi und im Riesen. Dazu der bittere Platz vier in der Abfahrt.
Wahnsinn: Obwohl Odi kaum Riesen trainiert, braucht es einen Traumlauf von Lucas Pinheiro Braathen, um ihn an Gold zu hindern.

Auch der Bronze-Platz wird doppelt vergeben: Camille Rast rettet im letzten Alpin-Rennen das gemsamte Team der Schweizer Frauen und holt sich Silber im Slalom.
Mit einer Steigerung im zweiten Lauf verbessert sich sich von Rang vier auf zwei. Nur Dominatorin Mikaela Shiffrin ist besser, als die Walliserin. Und weil sie mit ihrem «Plämpu» die Bilanz des ganzen Frauen-Teams aufpoliert, verleihen wir Bronze.
Olympisches Diplom
Tanguy Nef zeigt, dass seine aufsteigende Formkurve kein Zufall ist. Dass Franjo von Allmen auch in der Team-Kombi Gold holt, liegt am Traumlauf des Genfers.

Nef stellt Laufbestzeit auf und holt sich seine erste Olympia-Medaille. Im Slalom holt er sich als Sechster ein Olympisches Diplom – eine durchaus realistische Medaille vergibt er im ersten Lauf.
Leder
Es war klar: Ohne Lara Gut-Behrami und mit Corinne Suter, die nach ihrer Verletzung noch nicht wieder in Topform ist, wird es für die Speed-Frauen schwierig.

Trotzdem: Die Ränge 14, 17, 18 und 19 in der Abfahrt sind ebenso enttäuschend, wie die Ränge 10, 11 und 17 im Super-G. Der einzige Lichtblick für die Zukunft ist Malorie Blanc – auch wenn die 22-Jährige an Olympia 2026 noch Lehrgeld zahlt.
Eigentlich ist Wendy Holdener für ihre Top-Form an Grossanlässen bekannt. Fünf Olympia-Medaillen holt die 32-Jährige in ihrer Karriere, dazu kommen neun (!) Medaillen an Weltmeisterschaften.

Bei Olympia 2026 geht Holdener aber leer aus: In der Team-Kombi muss sie mit Rang 6 vorlieb nehmen. Trotz zweitbester Slalom-Zeit ist die Hypothek nach Jasmine Flurys Abfahrt zu gross.
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Ihr Riesenslalom-Verzicht sorgt im Anschluss für Diskussionen – der grosse Dämpfer folgt dann in ihrer Paradedisziplin: Wendy Holdener muss im Slalom mit Platz vier Vorlieb nehmen. Bitter für die Schwyzerin, bei der nach dem Rennen die Tränen fliessen.
«Extra-Leder» für Austragungsort
Acht Medaillen holen die Schweizer Ski-Männer – doch eine Partystimmung kommt in Bormio nie auf. «Es hat sich wirklich überhaupt nicht wie Olympische Spiele angefühlt», sagt zum Beispiel Marco Odermatt.
Ein Problem: Die Ski-Männer sind in Bormio abgeschottet, Mailand ist drei, Cortina gar fünf Autostunden entfernt.

Auch die Siegerehrungen sind ungewohnt steril. Ski-Legende und TV-Experte Marco Büchel sagt: «Man stellt ein Podest hin, hängt Medaillen um, spielt die Hymne – und das wars!»
Der deutsche Slalom-Fahrer Linus Strasser sagt gar: «Das Beste an diesen Spielen ist, dass ich jetzt merke, dass die Spiele in Peking gar nicht so schlecht waren.» Und bei Olympia 2022 waren wegen Corona kaum Zuschauer dabei...
Darum gibt es für den Alpin-Austragungsort nur Leder.
















