Olympia 2026: Hätte Lindsey Vonn auf Start verzichten müssen?
Trotz gerissenem Kreuzband geht Lindsey Vonn in der Abfahrt bei Olympia 2026 an den Start. Sie stürzt und verletzt sich schwer. Das sorgt für Diskussionen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Lindsey Vonn bricht sich bei der Olympia-Abfahrt den Unterschenkel.
- Hätte sich wegen des Kreuzbandrisses auf den Start verzichten sollen?
- Auf der Nau-Sportredaktion gehen die Meinungen auseinander.
Eine Woche vor Olympia 2026 reisst sich Lindsey Vonn in Crans-Montana das Kreuzband. Für die meisten Athletinnen hätte dies eine sofortige Pause bedeutet. Doch die US-Amerikanerin zeigt sich kämpferisch und geht in Cortina dennoch an den Start.

Nach nur wenigen Fahrsekunden der grosse Schock: Vonn bleibt am Tor hängen und stürzt schwer. Sie wird mit dem Heli abtransportiert. Noch am selben Tag wird sie wegen eines Bruchs des Unterschenkels operiert.
Hätte die 41-Jährige auf den Start verzichten sollen? Das sagt Nau.ch dazu.
Pascal Moser, stv. Sportchef
«Kaum jemand hätte Lindsey Vonn ein solch eindrückliches Comeback zugetraut. Ganze sieben Mal fährt die einstige Dominatorin in dieser Saison aufs Weltcup-Podest. Dabei feiert sie sogar zwei Siege!
Dass sie sich dann eine Woche vor der Olympia-Abfahrt das Kreuzband reisst, ist natürlich extrem niederschmetternd. Und hätte auch für sie das klare Zeichen sein sollen: jetzt ist Schluss.

Doch eben: In Vonns Wortschatz scheint das Wort «Aufgeben» nicht zu existieren. Die 41-Jährige geht an den Start – und erhält dafür die teure Quittung.
Klar: Der Sturz passiert, weil sie am Tor anhängt. Ob allerdings die Verletzung derart gravierend ausgefallen wäre, hätte Vonn ein stabileres Knie gehabt, ist fraglich.
Mit der langen Unterbrechung hadert wohl auch Sofia Goggia. Die Lokalmatadorin muss im Starthaus lange ausharren und fährt dann ‹nur› auf Rang drei.
Ein Grund dafür ist wohl auch die weiche Piste nach der langen Pause. Verpasst die Italienerin wegen Vonns ‹Egoismus› eine noch bessere Platzierung?

Das ist hypothetisch, aber dass das ganze Vonn-Drama das eigentliche Saison-Highlight der Abfahrerinnen in den Schatten stellt, wird den Leistungen von Breezy Johnson, Emma Aicher und Goggia sicher nicht gerecht.
Natürlich bleibt zu hoffen, dass sich Vonn schnell von ihren beiden Verletzungen erholen wird. Und wer weiss, vielleicht sehen wir dann auch noch eine 42-Jährige im Weltcup um den Sieg mitfahren.»

Matthias Neuhaus, Sportredaktor
«Lindsey Vonn hat sich bewusst für einen Start bei der Olympia-Abfahrt entschieden. Wie alle anderen Athletinnen kannte sie die Risiken, die ein Rennen auf diesem Niveau mit sich bringt.
Im alpinen Skisport gehören Stürze und Verletzungen dazu. Wer antritt, akzeptiert dieses Risiko – erst recht auf der anspruchsvollen Stelvio. Nun ist das Worst-Case-Szenario eingetreten.

Entscheidend: Vonn stürzt, weil sie zu eng ans Tor heranfährt und bleibt mit ihrem Arm hängen. Ein Fahrfehler, welcher weder mit ihrem kaputten Kreuzband noch mit ihrer Knieprothese zusammenhängt.
Die Folge ist ein wüster Sturz mit brutaler Diagnose. Die Frage, ob die Verletzung ohne Kreuzbandriss auch so gravierend ausgefallen wäre, ist hinfällig. Zu viel Konjunktiv.
Ich bin mir sicher, dass Lindsey Vonn ihren Start nicht bereut – und noch einmal genau gleich entscheiden würde. So tickt die Amerikanerin nun mal.»

















