Ski

    Eltern von Ski-Juwel (†25) kritisieren Verband

    Simon Huber
    Simon Huber

    Italien,

    Vor einem Jahr verunglückte Matteo Franzoso tödlich im Skitraining. Seine Eltern werfen dem italienischen Verband nun vor, ihn im Stich gelassen zu haben.

    franzoso
    Das italienische Ski-Talent Matteo Franzoso (†25) starb vor einem Jahr bei einem Trainingssturz in Chile. - FISI

    Das Wichtigste in Kürze

    • Matteo Franzoso starb im September 2025 nach einem Trainingssturz in Chile.
    • Seine Eltern kritisieren fehlende Aufklärung und mangelnde Sicherheitsmassnahmen.
    • Auch frühere Teamkollegen stehen laut den Eltern in der Kritik.

    Genau ein Jahr nach dem tödlichen Trainingsunfall von Matteo Franzoso erheben dessen Eltern schwere Vorwürfe gegen den italienischen Skiverband.

    Gegenüber der italienischen Zeitung «La Repubblica» sagen Marcello und Olga Franzoso: «In einem Jahr ist alles stehen geblieben. Es wurde kein einziger Schritt unternommen, um die Verantwortlichkeiten für das Geschehene zu klären.»

    Vom Verband im Stich gelassen

    «Das Schweigen der Ski-Welt, in der Matteo aufgewachsen ist, bringt uns gleich zweimal um. Der Verband hat uns im Stich gelassen. In zwölf Monaten haben sie uns weder geschrieben noch einbezogen», kritisieren die Eltern weiter.

    Matteo Franzoso Christof Innerhofer
    Matteo Franzoso bereitete sich auf die neue Saison vor – ein Sturz kostete ihm dabei das Leben. - FIS

    Franzoso war am 13. September 2025 bei einem Sprung mit hohem Tempo von der Piste im chilenischen La Parva abgekommen. Dabei schoss er durch zwei Sicherheitsnetze und prallte gegen einen Windfang.

    Im künstlichen Koma erlag er am 15. September, einen Tag vor seinem 26. Geburtstag, seinen schweren Kopfverletzungen.

    Sicherheitsdebatte zu früh beendet

    Die nach dem Unfall aufgeflammte Sicherheitsdebatte sei viel zu schnell wieder abgeflaut, so die Eltern.

    «Die Nationalmannschaft ist dieser Tage wieder dort in Chile. Die Absperrung, die Matteo getroffen hat, gibt es nicht mehr. Aber die Athleten fahren immer schneller, die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht ausreichend», warnen sie.

    Scharfe Worte finden Marcello und Olga Franzoso auch für die früheren Verbandskollegen ihres Sohnes: «Glaubt ihr, dass die Athleten etwas gesagt haben? Einer von ihnen ist auf der Piste, auf der sie alle trainieren, gestorben. Und sie finden nicht die Kraft, sich zusammenzutun und mehr Aufmerksamkeit für Sicherheit zu fordern.»

    Matteo Franzoso
    Matteo Franzoso verunglückte im Gletschertraining in Chile tödlich. - keystone

    Einzig die engere Sportgruppe ihres Sohnes nehmen die Eltern ausdrücklich von dieser Kritik aus.

    Franzoso hatte im Dezember 2021 in Gröden sein Weltcup-Debüt gefeiert. Im Februar 2023 holte er beim Super-G von Cortina d'Ampezzo mit Rang 28 seine ersten Weltcup-Punkte.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Marco Büchel Long Covid
    1 Interaktionen
    Kritik an FIS
    Franzoni Franzoso
    «Egoistisch»
    Giovanni Franzoni Kitzbühel Abfahrt
    209 Interaktionen
    Starb in Chile

    MEHR IN SPORT

    Kimi Antonelli Formel 1
    1 Interaktionen
    Max gewinnt
    Premier League
    1 Interaktionen
    Premier League
    FC Basel Omlin Lugano
    21 Interaktionen
    1:2 in Lugano

    MEHR SKI

    Maria Walliser
    30 Interaktionen
    Ski-Legende
    ÖSV
    6 Interaktionen
    Ski-Erzrivale
    Odi
    10 Interaktionen
    Ski-Saisonstart
    Hermann Maier Österreich Odermatt
    8 Interaktionen
    Lob für Odi

    MEHR AUS ITALIEN

    Handyverbot
    76 Interaktionen
    Pilotversuch
    carabinieri
    14 Interaktionen
    Rom
    misox
    4 Interaktionen
    Lostallo GR
    sdf
    12 Interaktionen
    Rom