Italien verzichtet ein Jahr lang weitgehend auf Kfz-Steuer
Italien verzichtet für ein Jahr lang weitgehend auf die Kfz-Steuer. Begründet wird es mit den hohen Kraftstoffpreisen.

Das Wichtigste in Kürze
- Für Fahrzeuge mit einer Leistung von weniger als 80 Kilowatt setzt Italien die Kfz-Steuer aus.
- Es gibt jedoch Ausnahmen, so ist pro Person bloss ein Fahrzeug ausgenommen.
- Giorgia Meloni will mit der Aussetzung der «meistgehassten Steuer» Familien entlasten.
Angesichts der hohen Kraftstoffpreise verzichtet in Italien der Staat ein Jahr lang weitgehend auf die Kfz-Steuer. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschloss in Rom, im Jahr 2027 auf alle Pkw mit einer Leistung von weniger als 80 Kilowatt keine Steuer zu erheben
Die Regelung gilt auch für alle Motorräder sowie Motorroller, die in Italien weit verbreitet sind. Nach offiziellen Angaben umfasst dies insgesamt etwa 14,5 Millionen Fahrzeuge.

Allerdings kann jeder Besitzer nur ein einziges Fahrzeug geltend machen: Für grössere Autos sowie Zweit- oder Drittwagen gilt die Regelung nicht. Die Entlastung soll zudem automatisch für das Fahrzeug mit der geringsten Leistung gelten.
Ein Auto mit einer Leistung von 80 Kilowatt besitzt in der Regel einen Motor von etwa 110 PS. Das Aussetzen der Kfz-Steuer soll nach Angaben der Regierung vor allem eine finanzielle Entlastung für Familien mit sich bringen.
Meloni: «Meistgehasste Steuer»
Meloni, die als Vorsitzende der Rechtspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) seit fast vier Jahren regiert, bezeichnete die Kfz-Steuer (auf Italienisch: bollo auto) als «eine der meistgehassten Steuern» des Landes. Ihre rechte Koalition stellt den jüngsten Beschluss als Teil einer Reihe von Steuerentlastungen dar. Aus der linken Opposition kamen Hinweise, dass in Italien aller Voraussicht nach nächstes Jahr ein neues Parlament gewählt wird.
Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer stehen in Italien eigentlich den Regionen zu. Nach Angaben von Wirtschaftsverbänden spült die Kfz-Steuer pro Jahr mehr als sieben Milliarden Euro in deren Kassen. Die Meloni-Regierung stellte mit dem neuen Erlass zunächst etwa 2,3 Milliarden Euro bereit, um die Ausfälle im nächsten Jahr zu kompensieren. Den Regionen reicht dies nicht aus.
Auch in Italien sind die Spritpreise in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Aktuell liegen die Literpreise bei 2,13 Euro für Benzin beziehungsweise 2,24 Euro für Diesel.










