Beat Tschuor: Unfall von Lara Gut-Behrami «wäre vermeidbar gewesen»
Lara Gut-Behrami (34) fällt mit einem Kreuzbandriss für die Olympia-Saison aus. Frauen-Trainer Beat Tschuor sagt: Der Trainingssturz wäre vermeidbar gewesen.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Sturz im Training in Copper Mountain reisst sich Lara Gut-Behrami das Kreuzband.
- Laut Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor wäre das mit anderen Toren nicht passiert.
Die Schweizer Speed-Frauen erleben keine einfache Saison, der Ausfall von Teamleaderin Lara Gut-Behrami wiegt schwer. Immerhin bringt die Abfahrt in Zauchensee vom Samstag einige Lichtblicke.

Janine Schmitt überrascht mit Platz 5, sie sichert sich mit ihrem besten Weltcup-Resultat gleich das Olympia-Ticket.
Malorie Blanc (13.) zieht mit ihrer zweiten Top-15-Platzierung nach. Sie hat damit in beiden Speed-Disziplinen die Limite erreicht. Und: Mit Corinne Suter feiert eine zuletzt verletzte Teamstütze ihr Comeback.

Davon ist Lara Gut-Behrami (34) noch weit entfernt. Die dreifache Zauchensee-Siegerin erholt sich von ihrem Kreuzbandriss, den sie sich im November in Cipper Mountain zuzog. Ob die Tessinerin noch eine Saison anhängt, steht in den Sternen.
Hätten andere Flaggen den Sturz von Lara Gut-Behrami verhindert?
Für Aufsehen sorgt jetzt aber Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor. Er spricht bei ORF über den Sturz der 34-Jährigen und sagt: «Laras Unfall wäre vermeidbar gewesen!»
Zur Erklärung: Gut-Behrami fährt beim Super-G-Training bei schlechter Sicht ein Tor zu eng an. Dabei bleibt sie mit der Hand hängen, dreht sich – und zieht sich den folgenschweren Sturz zu.

Gut-Behrami habe nach ihrem Fahrfehler nie einen Vorwurf geäussert, so Tschuor. Doch er ist überzeugt: Mit anderen Flaggen wäre der Sturz möglicherweise nicht passiert.
Beispielsweise mit Flaggen, die hoher Belastung mittig reissen würden. Die Sollbruchstelle würde Drehstürze reduzieren, erklärt er beim «Blick». Allerdings hätten sich diese Flaggen nur teilweise durchgesetzt – und das im Rennen, nicht im Training.

Eine Begründung dafür liefert ÖSV-Trainer Roland Assinger: «Im Training würden zu viele Flaggen reissen. Dann bräuchte man an jedem Tor Personal.»
Er schlägt darum Dreiecksflaggen vor, wie beim Snowboard. Wer sich da hineinlehne, finde kaum Angriffsfläche.
Tschuor: «Wenn Lara zurückkommt, ist sie sehr willkommen.»
Wie Frauentrainer Beat Tschuor dem «Blick» weiter erklärt, wird der Trainingssturz von Gut-Behrami sowieso unter die Lupe genommen. «Wir müssen kritisch prüfen, ob wir etwas hätten anders machen können. Verletzungsprävention muss Thema sein», so Tschuor.
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Angesprochen auf ein mögliches Comeback von Lara Gut-Behrami sagt er zudem: «Das entscheidet Lara mit ihrem Umfeld. Wenn sie zurückkommt, ist sie sehr willkommen.»












