Im Viertelfinal an den French Open rastet Novak Djokovic mehrmals aus. Das geht so nicht, findet Nau.ch-Chefredaktor Micha Zbinden. Ein Kommentar.
Novak Djokovic schreit sich gegen Berrettini Frust und Freude raus. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Djokovic schlägt in Paris Matteo Berrettini und trifft nun im Halbfinal auf Rafael Nadal.
  • Die Weltnummer 1 sorgt aber für Kopfschütteln, hat seine Emotionen nicht unter Kontrolle.

Mit Goran Bradic, dem serbischen Botschafter in der Schweiz, plauderte ich kürzlich über seinen Landsmann Novak Djokovic (34). Ich sagte Botschafter Bradic, dass ich Djokovic für einen herausragenden Tennisspieler halte. Und auch für einen lustigen Kerl.

Nach dem Auftritt gestern zu später Stunde frage ich mich aber: Was ist bloss mit Djokovic passiert? Warum ist er derart aggressiv? Im Viertelfinal der French Open verliert die Weltnummer 1 beim Sieg über Matteo Berrettini total die Nerven (Video oben). Und zwar mehrmals.

Kopfschütteln auch bei SRF wegen Djokovic

Der Serbe ist aggressiv, schreit, spuckt, flucht – tritt voller Wucht in eine Werbebande. Und statt sich über den Sieg zu freuen, schreit er nach dem Spiel nochmals in den Pariser Himmel. «Du meine Güte, da muss ja noch was raus», sagen die Kommentatoren auf SRF. «Der Typ hat ein Wutproblem», schreibt Tennis-Experte Ben Rothenberg.

Was halten Sie von Djokovics Urschreien?

Keine Frage: Wer Sport auf Weltklasseniveau treibt, spürt riesigen Druck. Und der muss ja irgendwie raus. Djokovic ist in Serbien ein Volksheld und auf der ganzen Welt ein Vorbild für viele junge Tennisspieler. In diesem Fall aber leider ein sehr schlechtes.

Auch Federer hatte zu Beginn seiner Karriere seine Nerven oftmals nicht im Griff. Er hat aber daran gearbeitet und verzieht schon längst keine Miene mehr, wenn er sich innerlich aufregt. Das hat manche Gegner total verunsichert und ihm viele Siege gebracht. Und Sympathien.

Novak Djokovic Goran Bradic
Nau-Chefredaktor Micha Zbinden mit dem serbischen Botschafter Goran Bradic. - Nau.ch

Djokovic muss seine negativen Emotionen schleunigst in den Griff kriegen. Damit ich mich mit Bradic beim nächsten Besuch wieder über den lustigen Kerl unterhalten kann. Was der Djoker ja eigentlich auch ist.

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