Student stirbt nach Attacke - Parteien in Paris streiten
Nach dem gewaltsamen Tod eines Studenten am Rande eines Auftritts einer Europaabgeordneten der französischen Linkspartei in Lyon gibt es in dem Land massive politische Spannungen. Konservative und rechte Politiker in Paris mutmassen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp den Studenten am Rande einer rechten Kundgebung gegen den Auftritt der Linkenpolitikerin Rima Hassan erschlagen hat und sprechen von einer Mitverantwortung der Linkspartei. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sind Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes eingeleitet worden.

Der 23 Jahre alte Student habe sich am Donnerstag zum Schutz der rechten Gegenkundgebung von sieben Frauen bereitgehalten, ohne aber in Aktion zu treten. Er und zwei Begleiter seien von rund 20 Maskierten angegriffen worden, sagte Staatsanwalt Thierry Dran. Dem 23-Jährigen sei es nicht gelungen zu entkommen, woraufhin ihn sechs Angreifer massiv verprügelten. Der Student sei auf die Intensivstation einer Klinik gekommen, wo er am Samstag an schwersten Kopfverletzungen starb.
Da die Tatverdächtigen bisher nicht identifiziert und festgenommen worden seien, könne er zu der Gruppe der Angreifer noch nichts sagen, betonte der Staatsanwalt. Videoaufnahmen, die den Angriff der schwarz gekleideten Vermummten zeigten, seien aber authentisch.
Die Pariser Parlamentspräsidentin Yaël Braun-Pivet untersagte unterdessen dem parlamentarischen Mitarbeiter eines Abgeordneten der Linkspartei vorläufig den Zugang zur Nationalversammlung, weil er nach Zeugenaussagen an dem tödlichen Angriff beteiligt gewesen sein soll. Ob dies zutreffend ist, konnte der Staatsanwalt noch nicht sagen. Einen Monat vor Beginn der Kommunalwahlen in Frankreich heizt der Tod des Studenten die Spannungen zwischen den Parteien auf jeden Fall an.










