Formel 1 – Aston Martin: «Honda-Beziehung schon ruiniert?
Aston Martin wollte mit Honda als Motoren-Lieferant um den WM-Titel mitkämpfen. Doch bislang kämpft man in der Formel 1 nur um den Anschluss. Droht ein Bruch?

Das Wichtigste in Kürze
- Hat Aston Martin die Beziehung zu Honda schon irreparabel beschädigt?
- Ex-F1-Moderator Will Buxton befürchtet einen Bruch zwischen Team und Hersteller.
- Er zieht die Parallele zur desaströsen Honda-Partnerschaft mit McLaren.
Hat Aston Martin seiner neuen Partnerschaft mit Honda in der Formel 1 bereits irreparablen Schaden zugefügt? Das befürchtet zumindest der frühere F1-TV-Moderator Will Buxton. Nach dem Debakel in Australien und einem erneuten enttäuschenden Auftritt in China drohe bereits ein früher Bruch, warnt Buxton.
Das grosse Problem: Die Honda-Motoren verursachen extreme Vibrationen während der Fahrt. Diese bergen das Risiko von langfristigen körperlichen Schäden für die Piloten. Zudem hatte das Team bei den Vorsaison-Testfahrten der Formel 1 kaum Runden abspulen können.

Der frühere Formel-1-TV-Moderator Will Buxton kritisierte den Auftritt von Aston Martin scharf. «Es war eine Katastrophe. Es war von Anfang bis Ende eine Katastrophe», sagte er im Podcast «Up To Speed». Man dürfe sich nicht einreden, dass es bislang irgendetwas Positives gebe.
Hat Aston Martin nicht sorgfältig gearbeitet?
«Es hätte das entscheidende Jahr werden sollen», erinnert Buxton. «Das Auto von Adrian Newey, der Honda-Motor – Lawrence Stroll hat alles auf die Regeländerung in diesem Jahr gesetzt. Dies war das Jahr, in dem sie kämpfen wollten, und das tun sie nicht», erklärte Buxton weiter.

Sein Kritik-Punkt: Aston Martin habe das Motoren-Projekt von Honda nicht auf Herz und Nieren geprüft. Teamchef Adrian Newey hatte in Australien zugeben, dass man erst kürzlich in Japan vor Ort war. Erst dort sei aufgefallen, dass grosse Teile des einstigen Motoren-Teams zu Red Bull abgewandert waren.
«Haben Sie ihre Sorgfalts-Pflicht erfüllt?», fragt Buxton im Hinblick auf die Vertragsunterzeichnung zwischen Aston Martin und Honda. «Wussten Sie, in welcher Lage Honda sich befunden hat, als sie den Vertrag unterzeichnet haben? Es war für niemanden eine Überraschung, dass Honda den Grossteil seines Programms abgestossen oder verloren hat, oder?»

Buxton sieht Parallelen zur Honda-Partnerschaft mit McLaren in der Formel 1 am Beginn der Hybrid-Ära. Auch damals legte Honda einen desaströsen Einstand hin, McLaren übte öffentlich Kritik. Als der Honda-Motor konkurrenzfähig wurde, wechselte der Hersteller zu Red Bull. Dort holte man mit Max Verstappen vier WM-Titel.
Droht ein erneuter Honda-Bruch in der Formel 1?
Aston Martin laufe Gefahr, den gleichen Fehler zu machen. «Sie haben Honda – zu Recht oder zu Unrecht – vor den Bus gestossen», so Buxton. Dabei übersehe man, dass für japanische Unternehmen Loyalität und Respekt besonders wichtig seien.

«Wenn man schon am ersten Rennwochenende damit anfängt, Honda vor den Bus zu werfen? Dann habe ich einfach das Gefühl, dass sie diese Beziehung vielleicht schon ruiniert haben», analysierte der Ex-Formel-1-Moderator. «Es ist aus jeder erdenklichen Perspektive eine Katastrophe.»
















