24 Stunden von Le Mans: Neues Reglement für Hypercars ab 2030 steht
Am Wochenende steht mit den 24 Stunden von Le Mans ein Motorsport-Saisonhighlight auf dem Programm. Davor gibt es Neuigkeiten zur Zukunft der Hypercar-Klasse.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor den 24 Stunden von Le Mans gibt es Neuigkeiten zur Zukunft der Hypercar-Klasse.
- Ab 2030 gilt ein neues Reglement, dass die LMDh- und LMH-Prototypen zusammenführt.
- Dabei werden Kompromisse gemacht – und erstmals Wasserstoff-Renner zugelassen.
Vor dem Langstrecken-Klassiker in Le Mans haben die FIA und der Veranstalter ACO die Weichen für die Zukunft gestellt: Am Freitag präsentierten die beiden Verbände gemeinsam das neue Reglement für die Hypercar-Klasse ab der Saison 2030.
Um das Reglement war hinter den Kulissen seit Monaten gerungen worden. Denn während FIA und ACO auf eine Konvergenz der Plattformen LMDh und LMH pochten, wollten einige Hersteller ihre Freiheiten wahren. Vor allem Ferrari bestand darauf, weiter sein eigenes Chassis bauen zu dürfen.

Die Hypercar-Klasse der Zukunft findet einen Mittelweg zwischen den beiden Philosophien. Auch künftig gibt es die beiden Optionen: Ein eigenes Chassis bauen (wie die bisherige LMH-Klasse) oder das Basis-Chassis eines zertifizierten Herstellers verwenden (wie die LMDh-Autos bislang).
Allrad-Antrieb weg, Hybrid dafür verpflichtend
In anderen Bereichen gibt es dafür eine Konvergenz: Der Allrad-Antrieb, wie er bislang in den LMH-Autos zur Anwendung kommt, fällt ab 2030 weg. Alle Prototypen in der Top-Klasse in Le Mans und der Langstrecken-WM sind ab 2030 wieder Hecktriebler.

Dafür gibt es künftig eine vorgeschriebene Hybrid-Komponente, welche die Hinterräder mit antreiben wird. Das Hybrid-System dürfen die Hersteller entweder selbst entwickeln, oder eines von einem zertifizierten Hersteller beziehen.
Und: Das Reglement schafft erstmals auch Platz für Autos mit Wasserstoff-Antrieb. Die Autos der neuen «H2-Hypercar»-Klasse folgen im Grossen und Ganzen dem gleichen Reglement wie die Hypercars. Sie sollen auf einem Niveau mit den Hypercars fahren. Vor allem Toyota hatte Interesse an Wasserstoff-Autos bekundet.

Neu sind sogenannte «Styling Zones», die künftig für klarer erkennbare Hersteller-Merkmale sorgen sollen. Insgesamt wird die Aerodynamik strenger kontrolliert. Unter anderem gibt es künftig einen vorgeschriebenen Unterboden und Diffusor, was die Performance der einzelnen Autos näher zusammenführen soll.
Neues Reglement soll Kosten strenger begrenzen
Und: Einmal homologiert, wird die Entwicklung der Autos eingefroren. «Evo-Joker», wie sie bisher zum Einsatz kommen, gibt es dann mindestens fünf Jahre nicht mehr. Davon ausgenommen sollen nur Verbesserungen der Zuverlässigkeit oder der Sicherheit sein. Das soll die Kosten unter Kontrolle halten.
Mit dem neuen Reglement dürfte der notwendige Kompromiss für die meisten aktuell engagierten Hersteller gefunden sein. Zumindest die Bedingungen von Ferrari, Toyota und Aston Martin sind mit dem Erhalt der Chassis-Freiheit erfüllt.

Bis zum Ende des Jahres soll das Reglement zur Gänze ausgearbeitet sein. Spätestens dann dürfte sich abzeichnen, welche Hersteller ab 2030 noch mit dabei sind. Sicher ist schon jetzt: Die aktuellen Autos können dann nicht weiterverwendet werden. Wer ab 2030 in Le Mans starten will, muss ein Auto nach dem neuen Reglement bauen.












