WM 2026 – Wil-Präsident: «Yakin wird die richtige Taktik finden»

Lui Eigenmann
Lui Eigenmann

Wil,

Live vor Ort in Übersee: FC-Wil-Präsident und Wil-Botschafter Maurice Weber über das Schweizer Nationalteam und seine Reise.

WM 2026
«Ich hoffe, die Nati kommt mindestens in den Viertelfinal und liefert dort ein grosses Spiel ab», so Maurice Weber (l.), der das letzte Spiel der Nati in Vancouver besuchte. - z.V.g

Das Wichtigste in Kürze

  • Wil-Präsident Maurice Weber unterstützt die Schweizer Nati an der WM.
  • Im Interview spricht er über seine Erfahrungen in Nordamerika.
  • Für das Spiel gegen Algerien zeigt sich Weber optimistisch.

Fussballfieber in Übersee: Während die Schweizer Nationalmannschaft in Kanada um Tore und Siege kämpft, fiebert ein bekanntes Wiler Gesicht hautnah auf der Tribüne mit.

Setzt sich die Nati gegen Algerien durch?

Maurice Weber, Präsident des FC Wil 1900 und Wiler Botschafter, weilt derzeit auf der anderen Seite des Atlantiks.

Redaktion: Maurice Weber, Sie sind aktuell an der WM in Kanada unterwegs – fühlen Sie sich eher als Präsident des FC Wil, als Wiler Botschafter oder als ganz normaler Fan im roten Trikot?

Maurice Weber: Ein bisschen von allem. Ich bin Fan der Schweizer Nati, singe die Nationalhymne laut mit und drücke dem Team die Daumen. Gleichzeitig trifft man hier viele andere Schweizerinnen und Schweizer.

Da erzähle ich gerne von unserer schönen Stadt Wil. Viele kennen zwar den Namen, haben aber keine Ahnung von unserer Altstadt oder dem Hof und staunen, wenn sie Bilder sehen. Und unter Fussball-Fachleuten kommt natürlich auch immer wieder der FC Wil 1900 zur Sprache, vor allem wegen der Nachwuchsarbeit.

FC Wil Maurice Weber
Maurice Weber ist Präsident des FC Wil. - keystone

Redaktion: Wie sieht Ihre WM-Reise realistisch aus – Business-Class mit perfektem Plan oder eher Abenteuer mit spontanen Ticket-Sprints und Jetlag inklusive?

Weber: Wir haben die Reise grob geplant – das musste man mit Flügen und Hotels natürlich. Vor Ort wollten wir aber bewusst flexibel bleiben. So haben wir spontan noch einen Abstecher nach Vancouver Island gemacht und auch ausserhalb von Vancouver viele beeindruckende Orte entdeckt.

Redaktion: Gab es auf dieser WM-Reise schon einen Moment, wo Sie dachten: Das erzähle ich besser niemandem in Wil…?

Weber: Eigentlich nicht. Wir durften bisher nur schöne Erlebnisse sammeln. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammenkommen und gemeinsam friedlich feiern. Vancouver und Kanada sind zudem absolut eine Reise wert – wunderschöne Natur, spannende Architektur, sehr freundliche Menschen und ein hohes Sicherheitsgefühl.

Redaktion: Sie sehen das nächste Spiel der Schweiz – was überwiegt bei Ihnen: sportlicher Optimismus oder das typisch schweizerische «bitte kein Drama in der 90. Minute»?

Weber: Ich bin optimistisch. Ich bin überzeugt, dass Murat Yakin die richtige Taktik gegen Algerien finden wird. Ich hoffe natürlich wie alle Schweizerinnen und Schweizer, dass wir die nächste Runde erreichen.

Murat Yakin
Maurice Weber traut Nati-Trainer Murat Yakin die richtige Taktik zu. - keystone

Redaktion: Schalten Sie im Stadion automatisch in Präsidentenmodus oder können Sie einfach mal 90 Minuten nur Fan sein?

Weber: Da kann ich ganz entspannt Fan sein. Ich fiebere mit, feuere die Mannschaft an und geniesse die Atmosphäre. Präsident bin ich dann wieder zu Hause in Wil.

Redaktion: Was ist aus Ihrer Sicht besser – eine WM-Atmosphäre mit 80'000 internationalen Fans oder die ehrliche, etwas rauere Stimmung in der Lidl Arena in Wil?

Weber: Beides hat seinen Reiz. Hier an der WM ist alles riesig und die Organisation beeindruckend. In Wil ist dafür alles persönlicher und familiärer.

Hinter beiden Veranstaltungen steckt aber enorm viel Arbeit. Bei uns wird diese mit unglaublich viel Herzblut und Freiwilligkeit geleistet.

Redaktion: Was ist schwieriger zu managen: ein WM-Spiel mit Weltstars oder ein normaler FC-Wil-Spieltag mit Budget und Emotionen?

Weber: Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. An einer WM stehen ganz andere finanzielle Mittel und deutlich mehr Personal zur Verfügung. Beim FC Wil 1900 wird unglaublich viel von freiwilligen Helferinnen und Helfern getragen.

Trotzdem müssen auch wir Spielbetrieb, Sicherheit, Catering, Ticketing und viele weitere Bereiche professionell organisieren. Unsere Leute leisten hier Grossartiges. Ich hoffe sehr, dass in der neuen Saison wieder mehr Zuschauerinnen und Zuschauer ins Stadion kommen und dieses Engagement belohnen.

Peter Knäbel
Maurice Weber kam via Peter Knäbel, Präsident des Schweizerischen Fussballverbands, zu WM-Tickets. - keystone

Redaktion: Woher haben Sie Ihre WM-Tickets – offiziell über die FIFA, gute Kontakte, oder klassisch mit viel Glück im Online-Verkauf? Und was muss man heutzutage für so ein Spiel ungefähr hinblättern?

Weber: Ich habe meinen langjährigen Freund Peter Knäbel, den Präsidenten des Schweizerischen Fussballverbands, angefragt. Er konnte mir die Tickets organisieren. Die Plätze auf der Haupttribüne kosten natürlich etwas mehr als ein Ticket in Wil. Aber eine Weltmeisterschaft erlebt man schliesslich nicht alle Tage.

Redaktion: Wenn Sie morgen FIFA-Präsident wären: Was wäre Ihr erstes offizielles Dekret? (Und nein, «FC Wil wird Weltmeister» zählt nicht – ganz ernsthaft.)

Weber: Ich würde die astronomischen Transfersummen wieder auf ein vernünftiges Mass zurückführen. Diese Entwicklung schadet dem Fussball. Die Unterschiede zwischen dem Spitzenfussball und Vereinen wie unserem werden immer extremer.

Wenn man sieht, welche Summen heute in der Premier League bezahlt werden, verliert der Fussball den Bezug zur Realität. Das ist weder für Kinder noch für Jugendliche oder angehende Profis ein gutes Signal.

Maurice Weber sticht an der Hofchilbi das erste Bierfass an

Nach seinem Besuch an der Fussball-WM in Kanada geht es für den Wiler Botschafter und FC-Wil-Präsidenten Maurice Weber fast nahtlos mit dem Feiern weiter. Wie die «Wiler Nachrichten» von den Veranstaltern des Anlasses erfahren haben, wird der Präsident des FC Wil an der diesjährigen Hofchilbi das erste Fass anstechen.

Der traditionelle Fassanstich findet am Samstag, 25. Juli, statt. Weber tritt damit die Nachfolge von Kevin Fiala an, der die Hofchilbi im vergangenen Jahr mit dem Fassanstich offiziell eröffnet hat.

Dieses Interview ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

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