WM 2026: Mehrere Städte verbieten Public Viewing von Nati-Match
Die Schweiz gegen Algerien im Sechzehntelfinal der WM 2026! Los gehts am Freitag schon um 5 Uhr. Einige Städte ziehen Nachtruhe der Nati-Party im Freien vor.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Nati spielt an der Fussball-WM morgen um den Achtelfinaleinzug.
- Zürich, Bern, Winterthur oder auch Solothurn sind im Fussball-Fieber.
- Für Enttäuschung sorgen die Regeln in Schaffhausen. Auch St.Gallen bleibt hart.
- Kuriose TV-Regeln in Thun: Nur die zweite Halbzeit darf draussen übertragen werden.
Hopp Schwiiz! Die Schweizer Nati trifft morgen um 5 Uhr im Sechzehntelfinal der WM 2026 auf Algerien mit Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic. Aber Fans aufgepasst: Nicht alle Städte sind punkto Public Viewings im Fussball-Fieber...
Die guten Nachrichten für Nati-Fans: In Restaurants und Bars darf der Match in den meisten Fällen gezeigt werden.
Fussball-Party in Bern – SRF-Moderator muss stumm geschaltet werden
Berner Beizen mit Aussenbereich dürfen ab fünf Uhr bewirten, der Schweiz-Match darf in Public Viewings also gezeigt werden. Vor dem Spiel und in der Halbzeit muss SRF-Moderator Paddy Kälin draussen aber stumm geschaltet werden.

Das Spiel läuft unter anderem im Summerbeach, im Bierhübeli oder im Stellwerk. Dort ist der Ansturm gross, schreiben die Betreiber:
«Das Public Viewing am Freitagmorgen im Stellwerk ist ausgebucht! Aufgrund der hohen Nachfrage stellen wir zusätzlich unseren grossen TV auf der Terrasse auf.»

Einzig dort, wo der Platz für Warenanlieferungen benötigt wird, darf nicht draussen übertragen werden. Etwa in der Aarbergergasse.
In Sachen Public Viewing ist die Stadt Bern während der WM 2026 sehr grosszügig. Sogar unter der Woche dürfen alle Spiele gezeigt werden, die bis und mit 23 Uhr angepfiffen werden.
Praktisch jeden Abend läuft Fussball bis weit nach Mitternacht. Geht es in die Verlängerung oder ins Penaltyschiessen, lässt die Stadt auch dies durchgehen. Im Beizen-Innern dürfen mit Überzeit-Bewilligung weitere Nachtspiele gezeigt werden.
Public-Viewing-Zoff zur WM 2026 in Zürich
Das Nati-Spiel darf in Zürcher Public Viewings und Garten-Wirtschaften drinnen und draussen übertragen werden. Für letztere sind aber Beamer und Verstärkeranlagen verboten.
«Die Lautstärke der Fernsehgeräte darf die Umgebung der Gastwirtschaftsbetriebe nicht übermässig belasten», so die Stadt zu Nau.ch.
Der Nati-Match läuft etwa in der Maag-Halle, im Exil, im Grand Café Lochergut oder im Zum glatten Köbi.
Die grösste Schweizer Stadt ist ansonsten nicht ganz so grosszügügig wie die Hauptstadt.
Public Viewings wurden zum Thema im Stadtparlament. Erst war vorgesehen, dass nach den 21-Uhr-Matches Feierabend ist.
Nun wurde erkämpft, dass immerhin die Nati-Spiele und die 23-Uhr-Wochenend-Spiele gezeigt werden dürfen.
Jubel in Winterthur nach Last-Minute-Entscheid
Bis heute Morgen früh galt in Winterthur wegen der Nachtruhe-Regelung: Bis 6 Uhr herrscht draussen Nati-Flaute. Public Viewings dürfen die erste Halbzeit nur drinnen ausstrahlen.
Nun hat der Stadtrat aber kurzfristig umentschieden!
Restaurants, Public Viewings oder Cafés dürfen das Spiel der WM 2026 ab Anpfiff im Freien zeigen. Nicht erlaubt bis 6 Uhr bleiben Musik, Moderation oder andere laute Ton-Übertragungen.

Die Partie läuft zum Beispiel in der Winti Arena. Dort ist Türöffnung schon um 4 Uhr, es haben bis zu 3000 Leute Platz. Auch in der Fussballfabrik im Vitus-Areal wird mitgefiebert.
Harte Regeln in St.Gallen – Luzern verbietet Grossleinwand
In St. Gallen bleiben Regeln hingegen Regeln, stellt die Stadtpolizei klar:
«In Aussenrestaurationen darf das Spiel aufgrund der übergeordneten Nachtruhe nicht gezeigt werden. Bis 7 Uhr gilt die Nachtruhe. Lärm sollte hierbei nicht ins Freie gelangen und niemand darf dadurch gestört werden.»
In Luzern dürfen Public Viewings auf öffentlichem Grund Spiele frühestens ab 17 Uhr zeigen.
Und sonst? Wollen Gastrobetriebe vor 5 Uhr öffnen, muss eine Ausnahmebewilligung eingeholt werden. Viele Lokale übertragen das Spiel drinnen. Draussen ist es komplizierter.
So darf das Minigolf Lido Luzern das Spiel im Biergarten am See zwar übertragen. Aber anders als geplant. «Leider dürfen wir das Spiel nicht auf der grossen LED-Wand übertragen. Die Bewilligung wurde von der Stadt nicht erteilt», schreiben die Betreiber.

In Basel gibt es für Innenbereiche keine Einschränkungen während der WM 2026. Draussen kommt es darauf an, ob das Spiel innerhalb der bewilligten Öffnungszeiten beginnt.
Es gibt Betriebe, die ab 5 Uhr auch draussen geöffnet haben. Unter anderem das «Volta Bräu» oder das «Parterre One».
Ausgerechnet in der Meisterstadt: Nur zweite Halbzeit im Freien
Während in Bern draussen im rotweissen Liibli die Daumen gedrückt werden, bleibt ausgerechnet die Meisterstadt Thun streng.
Nur drinnen läuft das Nati-Spiel. «Fenster und Türen müssen geschlossen bleiben. Nicht zuletzt auch wegen dem Fanjubel», so eine Stadt-Sprecherin.
Man entscheidet sich für einen etwas speziellen Kompromiss – der in Winterthur verworfen wurde: Im Aussenbereich dürfte die zweite Halbzeit theoretisch übertragen werden.
Schaffhausen erteilt Public-Viewing-Verbot im Freien
Nur zu gerne hätte «Heini's WM-Garten» in Schaffhausen den Nati-Sechzehntelfinal der WM 2026 übertragen. «Leider können wir das Spiel mangels Bewilligung nicht zeigen. Das bedauern wir sehr», sagt Luciano Di Fabrizio.
Warum das Verbot? Die Stadt habe sich für die Nachtruhe und gegen WM-Party entschieden, erklärt Romeo Bettini der Bereichsleiter Sicherheit und öffentlicher Raum. «Der Schutz der Nachtruhe der Anwohnerschaft soll gewährleistet werden.»
Man habe über Optionen diskutiert. «Letztlich macht es ohne Ton aber keinen Spass. Die Leute, die zum Fanen kommen, sind laut, das ist einfach so.»
Darum müssen die Nati-Fans drinnen schauen, wo die Übertragung erlaubt ist.
Solothurn bläst zum Nati-Fest
Dafür hat das Fussball-Fieber der WM 2026 Solothurn gepackt. Die Stadt hat eine Ausnahmebewilligung erteilt. Auf dem Dornacherplatz läuft das Spiel etwa auf Grossleinwand im «Beach Style».
Auch hier gilt: Während der Partie darf der Kommentar von Sascha Ruefer eingeschaltet werden. In der Pause werden die Einschätzungen von Päddy Kälin und Benni Huggel aber stummgeschaltet.















