WM 2026: Hat die Nati ein Trikot-Budget, Materialwart Roger Kaspar?
Die Nati ist mit 7,5 Tonnen Gepäck an die WM 2026 gereist. Materialchef Roger Kaspar behält den Überblick – und verteilt auch die Trikots an die Spieler.

Das Wichtigste in Kürze
- Mit 500 Trikots ist die Schweizer Nati an die WM 2026 gereist.
- Materialwart Roger Kaspar ist der Herr über die 7,5 Tonnen Material.
Vor der WM 2026 wird Roger Kaspar zum Schlangenjäger ernannt: Der Nati-Materialwart soll im Base Camp in San Diego aufpassen, dass kein Ball verloren geht. «Wir haben da jemanden, der bissiger ist», so Nati-Coach Murat Yakin über Kaspar.
00:00 / 00:00
Heute verlässt der Nati-Tross das Base-Camp und reist nach Vancouver weiter. Zu einer Schlangen-Begegnung ist es in den vier Wochen nicht gekommen, erklärt Kaspar in einer Medienrunde.
Und auch sonst dürfte der 47-Jährige froh um die Entwicklungen rund um die WM 2026 sein. Denn dank des Gruppensieges geht es für die Nati erneut nach Kanada. Dort wartet der Sechzehntelfinal gegen Algerien. Und auch ein allfälliger Achtelfinal würde in Vancouver steigen.

Das erleichtert die Aufgabe für Roger Kaspar und sein Team enorm: Rund 7,5 Tonnen Material hat die Nati in Nordamerika dabei!
Verpackt wird das Gepäck in 178 Kisten und Taschen. «Wir nehmen alles mit», so der Materialchef. Und er ist optimistisch: «Ich gehe nicht davon aus, dass wir nur ein Spiel dort haben.»

Ein Beispiel: 500 Nati-Trikots hat Kaspar mit an die WM 2026 genommen. Er sagt: «Ich hoffe, das reicht. Aber falls nicht, habe ich immer einen Plan B.»
Hat die Nati eigentlich ein Trikot-Budget?
Nau.ch-Chefreporter Mischi Wettstein will punko Trikotwünsche wissen: Haben die Spieler und Staff eigentlich ein «Trikot-Budget» für die WM 2026?
«Nein. Grundsätzlich mache ich mit Spielern und Staff schon vor der WM eine Aktion, bei der sie für Familie und Freunde Trikots bestellen können. Und zwar auf eigene Kosten», so Kaspar. «Von dem her sind dann schon sehr viele Anfragen abgedeckt.»

«Grundsätzlich ist es bei jedem Länderspiel so: Ich habe immer mindestens zwei Shirts pro Spieler dabei. Diese gehören ihm – was er damit macht, ist ihm überlassen. Ob er die tauscht oder nicht, kann der Spieler selber entscheiden», so Kaspar.
00:00 / 00:00
Mischi Wettstein hakt nach: Wer hat denn am meisten Trikots bestellt? «Das kann ich gar nicht so genau sagen», antwortet Kaspar. «Es waren wirklich viele. Ich kann nur die Zahl sagen: Bei Familien, Freunden, Staff und Spielern waren es etwa 350 Shirts.»
Dass jeden Tag etwas Unerwartetes passieren kann, gefällt Kaspar an seinem Job besonders. Er erinnert sich an das ein Länderspiel in Basel: «Da kam 70 Minuten vor Anpfiff ein Spieler zu mir und sagt, die Hose sei zu klein. Obwohl wir vier Tage zuvor eine Kleideranprobe gemacht haben.»

Trotzdem findet Kaspar auch für dieses Problem eine Lösung: Nach dem Einlaufen habe der betroffene Spieler die passende Hose – frisch bedruckt – an seinem Platz vorgefunden.
«SoFi-Stadion oder Brügglifeld, Roger Kaspar?»
Auf ein anderes «Problem» wird Kaspar von Mischi Wettstein angesprochen. Der Nati-Materialwart hat an der WM 2026 ja Spiele vor 70'000 Fans miterlebt. Kann er sich überhaupt eine Rückkehr ins Brügglifeld vorstellen? Schliesslich hat Roger Kaspar ein Saisonabo beim FC Aarau.

«Ja klar, für mich ist das in Aarau Heimat. Da bin ich als kleiner Junge schon mit dem Mofa eine halbe Stunde hingefahren. Und es ist ja alles immer noch wie früher im Brügglifeld», so Kaspar. «Ich freue mich schon auf die nächsten Spiele – aber jetzt geniesse ich zuerst die Zeit an der WM 2026.»

Also ist für den SFV-Materialchef das SoFi-Stadion und das Brügglifeld das gleiche? «Den Aargauer Spiess habe ich hier noch nirgends gesehen», lacht Kaspar. «Aber klar ist das nicht dasselbe. Am Nati-Spieltag bin ich immer extrem angespannt und in meinem Tunnel. Das ist anders, als wenn ich als Fan auf der Tribüne sitze.»
















