WM 2026 – Baar-Präsi über Jashari: «Haben Diamanten gefunden»

Max Kern
Max Kern

Region Zug,

Der Zuger Milan-Star Ardon Jashari (23) fährt mit der Schweizer Nati an die WM 2026 in die USA.

WM 2026
Ardon Jashari, der ehemalige Junior des FC Baar, hofft an der WM 2026 auf mehr Einsatz-Minuten als an der letzten WM. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ardon Jashari (23) steht im WM-Kader der Schweizer Nationalmannschaft.
  • Das erste Kapitel seiner Karriere schrieb der Zuger auf der Fussballanlage in Baar.
  • Klub-Präsident Urs Buob erinnert sich im Gespräch an Jasharis Anfänge.

Davon träumt jedes fussball-begeisterte Kind weltweit: «Ich, mit meinem ‹Bildli› vor einer WM im Panini-Album.» Ardon Jashari (23), ehemaliger Junior des FC Baar, hat’s geschafft. Der Star der AC Milan ist im Kader der Nati an der WM 2026 in den USA.

Die Zufriedenheit ist Ardon Jashari ins Gesicht geschrieben: Mit Mittelscheitel, Schnurrbart und einem Lächeln auf den Lippen strahlt der Profi der AC Milan auf seinem Sticker-Bild die sammelwütigen Fussball-Fans rund um den Erdball an.

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Ardon Jashari (unten links) im Panini-Album für die WM 2026. - keystone

Jashari, Marktwert laut «transfermarkt.ch» 35 Millionen Franken, ist einer von nur 18 Schweizer WM-Teilnehmern, die es ins weltberühmte Panini-Album geschafft haben. Sechs weitere Spieler, die Nati-Coach Murat Yakin nominiert hat, müssen in Sachen Panini-Bildchen in den sauren Apfel beissen.

Es begann auf Fussballanlage Lättich in Baar

Jasharis Sticker wurde beim Internet-Auktionshaus «ricardo» bereits für 10 Franken gehandelt. Jashari – ein Fussballmärchen, dessen erstes Kapitel vor über 12 Jahren auf der Fussballanlage Lättich in Baar geschrieben wird.

Übrigens: Jasharis Bruder Ardit spielt heute noch in der zweiten Mannschaft der Baarer. Und Urs Buob, seit 2010 im Vorstand und seit zweieinhalb Jahren Präsident des Zweitligisten FC Baar, erinnert sich nur zu gut an den Karrieren-Anfang von Ardon.

Buob zur «Zuger Woche»: «Wir haben den Diamanten nicht veredelt, wir haben ihn gefunden. Aber klar sind wir stolz, dass Ardon Jashari jetzt mit dem FC Baar in Verbindung gebracht wird.»

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Urs Buob ist Präsident beim FC Baar. - fcbaar.ch

Bereits 2011, im zarten Alter von neun Jahren, spielt Jashari bei den Junioren von Zug 94. Mit elf Jahren erliegt er dem Ruf des FC Luzern. Schweizweit bekannt wird Jashari Anfang 2022.

Der FC Luzern, stolzer Schweizer Meister von 1989, belegt damals in der Super League den letzten Platz. Und hat mit dem Liechtensteiner Mario Frick einen neuen Trainer engagiert. Frick entdeckt in der U21 des FCL den Diamanten Jashari und schenkt ihm im Abstiegskampf sein volles Vertrauen – mit Erfolg. Der FCL schafft auch dank Jashari in der Barrage gegen den FC Schaffhausen den Liga-Erhalt.

Bist du im WM-Fieber?

Der kometenhafte Aufstieg des Linksfusses beginnt im Sommer vor vier Jahren erst recht. Jashari, Sohn von Einwanderern aus Nordmazedonien, schliesst seine KV-Lehre ab, unterschreibt bei den Luzernern einen Arbeitsvertrag bis 2026, Trainer Frick ernennt den erst 20-Jährigen zum Captain.

Vom FCL nach Belgien

Nati-Coach Murat Yakin nimmt Jashari Ende 2022 mit an die WM in Katar. Doch es gibt auch negative Schlagzeilen um Jashari: FCL-Klub-Aktionär Bernhard Alpstaeg fühlt sich von Jasharis Berater hintergangen und verhängt diesem ein Stadionverbot.

Im Sommer 2023 versucht Jashari mit einem Zeitungsinterview einen Wechsel zum FC Basel zu erzwingen. Wird nichts draus – und Frick entzieht Jashari die Captain-Binde. Nur für ein paar Monate, wie sich bald herausstellt.

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Mario Frick und Ardon Jashari beim FC Luzern. - keystone

Im Sommer verabschiedet sich Jashari nach seinem 102. Spiel für den FCL von der Innerschweiz. Mit Tränen in den Augen. Der belgische Spitzenverein Club Brügge legt 6 Millionen Euro auf den Tisch.

In Belgien startet Jashari mit 22 so richtig durch. Er wird Spieler des Jahres, holt den goldenen Schuh. Gewinnt den belgischen Cup und ist nach einem Jahr schon wieder weg.

Für 36 Millionen Euro zur AC Milan

Von den blau-schwarzen Fans in Brügge verabschiedet sich Jashari in den Sozialen Medien mit den Worten: «Ich verlasse euch vor allem mit Dankbarkeit. Jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt in meiner Karriere.» Was für ein Schritt. Der italienische Kult-Klub AC Milan bezahlt 36 Millionen Euro für den Schweizer.

Damit ist Jashari im vergangenen Sommer nach Granit Xhaka (45 Millionen Euro) und Dan Ndyoe (42 Mio. Euro) der drittteuerste Schweizer aller Zeiten.

Ardon Jashari wm 2026
Ardon Jashari trägt aktuell das Trikot der AC Milan. - keystone

Jasharis ehemaliger Trainer Mario Frick, einst als Stürmer ebenfalls in der Serie A am Werk, lobte den Schweizer in der rosaroten Sport-Bibel «Gazzetta dello sport» mit den Worten: «Ardon schiesst zwar wenig Tore. Dafür ist er schnell und physisch stark, Er ist von einem anderen Planeten Er spielt wie ein Dreissigjähriger. Mit 20 war Ardon bei uns schon der Chef in der Kabine.»

Wadenbeinbruch im ersten Meisterschaftsspiel

Ende August 2025 wird Jashari in seiner bisher beispielhaften Karriere arg zurückgeworfen.

Nach einem 16-minütigen Debüt beim ersten Meisterschaftsspiel gegen Cremonese, prallt Jashari während dem Training mit Teamkollege Santiago Gimenez im Trainingszentrum Milanello zusammen. Im Spital kommt aus: Es ist ein Wadenbeinbruch.

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2025 wird Ardon Jashari von einer schweren Verletzung zurückgeworfen. - keystone

Unter anderem lässt sich der Baarer darauf in der Rennbahnklinik in Muttenz BL behandeln.

Von dort lässt er seine Fans in einem Video auf Englisch wissen: «Am Anfang war es nicht einfach, die Verletzung zu akzeptieren. Aber jetzt sind schon wieder zwei Wochen vergangen. Ich kann schon wieder ohne Krücken gehen, zwar noch mit Schmerzen, aber das ist normal. Ich hoffe, ich sehe euch bald wieder.»

Drei Tage nach Weihnachten ist Jashar auf dem Feld zurück: Beim 3:0-Sieg gegen Hellas Verona gibt er ein 20-minütiges Comeback. In 13 Saisonspielen bringt es Jashari dennoch auf 638 Einsatzminuten.

Erstes Spiel an der WM 2026 gegen Katar

An der WM 2026 in den USA geht’s am 13. Juni für Jashari & Co. mit dem ersten Gruppenspiel gegen Katar los.

Danach geht’s gegen Bosnien-Herzegowina (18. Juni) und gegen Kanada (24. Juni). Jashari hofft auf mehr Einsatz-Minuten als an der letzten WM: Damals kam er bei 1:6-Pleite im Achtelfinal gegen Portugal nur auf zwei Minuten Spielzeit.

Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

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